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Pokémon GO Plus Testbericht

Pokémon GO Plus Testbericht

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Die Geschichte von Pokémon GO, und allen Nebenankündigungen, ist eine Geschichte voller Missverständnisse, Verschiebungen und Probleme. So auch bei dem, zum Start vorgestellten, Zubehör. Nach einer Verschiebung ist das Gerät aber seit Mitte September erhältlich – und hier bei uns im Test.

Pokémon GO Plus

‎Pokémon GO
‎Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+
Pokémon GO
Pokémon GO
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+

Pokémon GO dominierte den Sommer. Wie der eine oder andere Hörer des GeekTalks feststellte nicht nur in unserem Podcast, sondern generell ein Hype der durch die Medien und die Bevölkerung ging. Langsam flaut der Hype ab, es ist also Zeit das Thema erneut anzukurbeln. Diesmal nicht (nur) mit einem Update sondern auch mit einem neuen Zubehörstück – dem Pokemon Go Plus.

Das Gerät war einige Minuten nach dem Start der Vorbestellungsphase bereits ausverkauft. Die Preise auf alternativen Händlerplattformen zogen schnell an, auf Auktionsplattformen wie ebay explodierten sie regelrecht. Nintendo selbst ruft eine UVP von knapp CHF 45.- / EUR 40.- für das Wearable aus, an anderen Stellen werden die Preise schnell dreistellig.

Hardware

Grundsätzlich handelt es sich beim Pokemon GO Plus um ein sogenanntes Wearable, also ein Stück Technik dass dazu gedacht ist direkt am Körper getragen zu werden. Der kleine Bluetooth Knopf hat die Form eines Pokestops und die Färbung eines Pokeballs (rot weiss). In der Mitte befindet sich eine große LED, die in verschiedenen Farben blinken kann. Um euch über Benachrichtigungen zu informieren ist zusätzlich ein überraschend starker Vibrationsmotor verbaut.

Lieferumfang

Neben einer kurzen Installationsanleitung und dem Button an sich gibt es noch ein zusätzliches Armband im Lieferumfang. Grundsätzlich besitzt der Button ansonsten einen kleinen Clip, zur Befestigung an Taschen oder der Kleidung. Der erste kleine Wermutstropfen – das Band kann nicht ohne weiteres angebracht werden. Um die Befestigungsmethode zu wechseln müsst ihr zunächst eine kleine Schraube lösen, den Clip entfernen und anschließen das sehr billig anmutende rot/blaue Armband ebenfalls wieder per Schraube befestigen. Zu allem Überfluss befindet sich die Schraube des Armbandadapters direkt unter dem straffen Nylonband, einfach oder benutzerfreundlich sieht eindeutig anders aus.

Installation

Unter iOS verlief die Installation, für Pokémon GO, überraschend einfach. Den Knopf per längerem Druck auf die LED drücken, in Pokemon GO in den Einstellungen das Wearable auswählen und schon wird die Verbindung initial aufgebaut. Im Anschluss wird eine kurze Spielanleitung eingeblendet. Um den Button erneut zu verbinden reicht es in der App, im Übersichtsbildschirm, das leicht ausgegraute Icon zu tippen. Anschliessend tippt ihr auf das LED Geräts und die Verbindung ist hergestellt.

Sonderfall Android?

Leider verlief die Installation unter Android in meinem Test nicht so einfach wie unter iOS. Im konkreten Fall konnte ich das Gerät überhaupt nicht, zufriedenstellend, mit Android verbinden. Das Wearable setzt grundsätzlich Bluetooth 4.1 LE vorraus, eine Anforderung der beispielsweise mein Huawei P9 auf jeden Fall nachkommen würde. Der Button wurde grundsätzlich mit dem Handy verbunden, letztlich aber nicht von der App erkannt. Ein Problem das viele Nutzer, ohne bisher bekannte Lösung, haben dürfen – zumindest wenn man unzähligen Nennungen auf Reddit glaubt.

Eine kleine Hilfe kann ich an dieser Stelle aber geben: Sofern ihr die Verbindung tauschen wollt, also das Wearable mit einem anderen Gerät verbinden wollt, muss es zuvor zurück gesetzt werden. Dazu drückt ihr fünf Sekunden auf die LED bis sie konstant blau leuchtet und dann erneut fünf Sekunden auf die LED bis das Gerät kurz vibriert und die LED weiß leuchtet.

Pokemon GO mit GO Plus

Kommen wir aber zum spannendsten Teil – dem Spielen an sich. Das Wearable unterstützt mehrere praktische Funktionen. Einerseits ist euch damit künftig möglich euer Smartphone zu entsperren und in der Tasche zu lassen um Pokemon GO Plus zu spielen. Ein praktischer Vorteil, denn so spart ihr im Vergleich zu früher massiv Akku. Im Test bewährte sich alleine diese Funktion bereits sehr gut. Während ich sonst maximal 3 Stunden Pokemon GO spielen kann verbrauchte die neue Kombination in 3 Stunden nur rund 30% Akku, ein ordentlicher Wert. Trotz allem trackt die App eure Schritte und zählt die Ergebnisse einerseits für das Ausbrüten von Eiern und andererseits für das neue Buddy Features zum Sammeln der Bonbons.

Sofern ein Pokestop in Reichweite ist vibriert das GO Plus und die LED leuchtet blau. Sofern ihr die LED drückt werden die Items des Stopps eingesammelt, sofern der Vorgang erfolgreich war blinkt der Button in Regenbogenfarben, sofern nicht (beispielsweise weil der Stop bereits wieder außerhalb der Reichweite ist) in Rot, sofern euer Beutel voll ist in weiß.

Wenn ein Pokemon auftaucht leuchtet die LED grün, sofern ihr das Pokemon bereits in der Sammlung habt. Per Druck auf die LED wird ein Versuch das Pokemon zu fangen unternommen – mit einem gewöhnlichen Pokeball. Nach einer kurzen Bedenkzeit leuchtet die LED entweder in Regenbogenfarben, bei Erfolg, oder Rot, bei Nicht-Erfolg. Sofern sich ein Pokemon in der Nähe befindet dass ihr noch nicht gesammelt habt leuchtet das Wearable hingegen Rot – so habt ihr die Möglichkeit für diesen Fall euer Handy zu zücken. Es kann letztlich nur ein Fangversuch via Pokemon GO Plus durchgeführt werden, die Erfolgsraten erscheinen mir dabei aber deutlich höher als bei der manuellen Variante.

Über jede Aktion werdet ihr zusätzlich noch via Push auf eurem Smartphone informiert. Seit dem letzten Update werden diese Nachrichten auch an die Apple Watch weiter gegeben, sodass ihr dort nähere Informationen erhalten könntet, weiterhin ohne euer Handy zu ziehen. Die Pushmitteilungen sind insofern sehr praktisch um zu erfahren was tatsächlich während des Spiels passiert ist. Sofern ihr dieses Feature deaktiviert habt steht euch zusätzlich noch das nun sicher deutlich interessante Tagebuch innerhalb der App zur Verfügung.

Armansicht seitlich
Armansicht seitlich

Im Test lief die Verbindung zwischen dem Wearable und dem Go Plus durchaus stabil. Nach einiger Zeit läuft die Sitzung ab, sodass das Band neu verbunden werden muss. Leider schießt iOS offensichtlich ab und an die App auch einfach so, vermutlich wegen zu geringem Speicher ab. Insofern ist es zwar möglich das Band zu nutzen und die App im Hintergrund zu halten, all zu speicheraufwändige Anwendungen sollten nebenbei nicht aktiviert werden. Ebenfalls hat das Band immer wieder mal Probleme wenn das iPhone die Verbindung zu GPS verliert – hier muss die App öfter kurz neu geöffnet werden damit das Band wieder entsprechend korrekt arbeitet. Nichts desto Trotz – diese Mängel klingen schlimmer als sie sind und treten nur sehr selten auf – unter iOS. Unter Android war es mir, wie oben dargestellt, bisher leider nicht möglich das Band zu testen.

Fazit

Unterm Strich ist das Pokemon GO Plus für mich ein sinnvolles Zubehör und eine überraschend motivierende Weiterentwicklung des Spielprinzips. Vor allem in höheren Levelbereichen muss der Spieler durchaus viel Farmen um aufzusteigen, hier lies die Motivation von mir deutlich nach. Diese steigerte das GO Plus zumindest in den ersten Tagen deutlich. So kann ich auf Spaziergängen mein Handy in der Hosentasche lassen, schone meinen Akku, und drücke lediglich den Knopf wenn er vibriert.

Zu Kritisieren ist aus meiner Sicht nur die sehr mangelhafte Unterstützung von Android, obwohl das Betriebssystem von Google explizit als unterstützt angegeben wird. Ich hoffe hier legt Nintendo entsprechend nach.

Das Wearable sei allen Pokemon GO Fans dennoch empfohlen, zumindest sofern sie ein iPhone besitzen. Im nun kommenden Winter liese sich so das Spiel auch mit Handschuhen gut spielen, selbst im Sommer hätte ich Vorteile in der Nutzung des Bandes gesehen da so das Hauptspiel deutlich in den Hintergrund gedrängt wird, was nicht nur den Akku schon sondern ggf. auch gut für etwaige soziale Kontakte oder die allgemeine Aufmerksamkeit im Strassenverkehr wäre.

 

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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