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Blackmagic ATEM Mini Pro Test – Bildmischen wie ein Profi?

Blackmagic ATEM Mini Pro Test – Bildmischen wie ein Profi?

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Wie bei jedem Hobby steigert, man sich von Zeit zu Zeit mit der Technik die man dafür nutzt.
Mit dem ATEM Mini Pro hat Blackmagic eine neue Gadget-Kategorie geschaffen die mich sehr neugierig gemacht hat. Den Bildmischer gibt es auch noch in einer «nicht Pro» Version, auf die ich etwas weiter unten auch noch kurz eingehe.

Vom Prinzip her nimmt es der Mischer mit bis zu vier HDMI Signal auf, konvertiert diese und gibt sie dann wahlweise via direkt via Ethernet, USB-C oder wiederum HDMI aus. Somit lässt es sich für Lokale-Ausgaben zum Beispiel an einen Beamer oder auch fürs Streaming ausgegeben werden. Meinen Test hab ich euch, hier im Blog schon vor einigen Monaten angekündigt.

Bildmischen wie ein Profi?

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Das generierte Videosignal könnt ihr direkt über Ethernet an einen Streaming-Anbieter abgeben, ganz ohne einen Computer dazwischen nutzen zu müssen.
Alternativ lässt sich die ganze Show auch direkt auf einen angeschlossene USB-C-Festplatte/SSD-Speicher aufzeichnen.

Über die vier HDMI-Ports lässt sich deren Bild von einer externen Kamera aufzeichnen. Alternativ könnt ihr auch einen Computer anhängen, worauf ihr eine PowerPoint/Keynote-Präsentation abspielen und mit in den Stream einbauen möchtet. Natürlich könnt ihr dafür auch eine Gaming-Konsole wie die XBox oder eine Nintendo Switch mit einbinden.
Somit eigentlich das perfekte Streaming-Gadget, oder was meint ihr?

Genau das wollte ich natürlich in meinem ausführlichen Test damit rausfinden.
Vorausschicke müsste ich vielleicht noch, bis anhin hab ich solche Geschichten immer mit einer Software-Hardware Kombination gelöst. Damit war ich aber nicht immer ganz glücklich.


Lieferumfang

  • Blackmagic ATEM Mini Pro
  • Netzteil
  • Bedienungsanleitung
Der Lieferumfang
Der Lieferumfang

Verpackung

Die Verpackung ist in Schwarz gehalten, zeigt euch das Produkt auf der Vorderseite und ein paar Kleinigkeiten, sowie der Hinweis, dass man damit auch direkt auf Facebook, YouTube und Twitch streamen kann.

Seitlich und auf der Rückseite kommen dann deutlich mehr Informationen dazu. Auch seht ihr schon, wofür die einzelnen Knöpfe zuständig sind und was ihr mit denen anstellen könnt.

Verarbeitung

Das Gerät selber ist einfach und sauber verarbeitet. Das Gerät selber ist aus einem Kunststoff gefertigt und es hat keine Spaltmasse oder ähnliches, was man bemängeln könnte.

Sehr gut gefällt mir die Knöpfe, oder besser gesagt das verwendete Material, welches Blackmagic hier verwendet hat. Diese sind leicht griffig und weich und dennoch bieten sie einen super Druckpunkt. Ich würde fast wetten, dass es eine Art Silikon ist, welches hier verwendet wurde.

So macht das Drücken dieser Knöpfe richtig Spass. Auch das feine Knacksen beim Decken gefällt mir sehr gut. Aber keine Angst, diese hört ihr bei den Video-Aufnahmen nicht, dieses «Knacksen» ist ein sehr feines.

Die Anschlüsse auf der Rückseite
Die Anschlüsse auf der Rückseite

Rückseitig findet ihr die ganzen Anschlüsse, von links nach rechts:

  • Stromanschluss
  • Ethernet-Port
  • USB-C-Anschluss
  • Fünf Mal HDMI
  • 2 x 3.5 mm Klinkenport

Beim ersten, dem Stromanschluss findet ihr, was ich extrem praktisch finde, einen Drehanschluss für die feste Fixierung am Gerät. Das ist vor allem in Live-Situationen extrem spannend.

Die Bedienung

Die Bedienung vom ATEM Mini Pro hat auf den ersten Blick eine Menge Knöpfe verbaut. Durch die saubere Strukturierung findet ihr euch aber sehr schnell zu Recht.

Oben rechts werden die beiden Mikrofon-Eingänge geregelt, sofern man sie dann auch nutzt.

Gleich darunter folgt die Steuerung der vier HDMI-Eingänge. Jeweils einen grossen Knopf findet ihr für jeden einzelnen Zugang. Gleich darüber findet ihr sechs weitere Knöpfe die der detaillierteren Regulierung von Übergängen etc. dienen. Damit könnt ihr coole Bildübergänge steuern, sofern ihr es natürlich nicht übertriebt.

Das Gadget von oben
Das Gadget von oben

Die weiteren Knöpfe – von denen es noch einige gibt – geht ihr am besten einzeln selber einmal durch. Ihr könnt die Transition-Zeit festlegen, ein Bild-in-Bild- erzeugen mit einem zusätzlichen Kamerablickwinkel oder einer Präsentation/einem Bild.

Ganz spannend wird es mit den Knöpfen in den beiden Reihen ganz rechts. Hier könnt ihr, neben dem ausgehenden Bild via USB-C-Port, welches ihr direkt an euren Rechner überspielt auch noch das Signal vom HDMI-Ausgang steuern. Das coole, beide lassen sich voneinander getrennt steuern, womit sich interessante Anwendungsgebiete auftun.

Was mir auch sehr gut gefällt ist die Audio-Ansteuerung über die Knöpfe. An meiner Hauptkamera habe ich jeweils mein Sennheiser MKE 440 montiert. Dies nimmt mir von vorne, einen guten Stereosound auf. Zusätzlich hab ich der linken Kamera das Zoom H6 aufgeschraubt und daran das Zoom SSH-6 aufgesteckt.

Am Bildmischer geb ich dann der Hauptkamera den Befehl, dass davon das Audio für die Aufnahme einberufen werden soll. Bei der seitlichen Kamera deaktiviere ich die Ton-Aufnahme und beim angeschlossenen Computer, sowie der Kamera für die Nahaufnahme drücke ich den «AFV»-Knopf. In Deutsch bedeutet das so viel wie Audio-Folgt-Video, was wiederum soviel heisst, wie: Wenn ich auf diese Quelle Umstelle, nehme den Ton über die Quelle mit auf.

HDMI-Eingänge

Nicht ein jeder hat das Budget, sich vier baugleiche Kameras zu kaufen. Sodass ihr ein konstantes, immer gleichbleibendes Video-Signal mit aufnehmen könnt. In meinem Fall nutze ich hier für meine Sony Alpha 6300, meine LUMIX und meine Samsung Kamera.

Der integrierte Mischer, im Blackmagic ATEM Mini Pro Re-synchronisiert diese Quellen anschliessend und gibt ein einheitliches Video-Signal aus.

Audiomischer

Blackmagic hat nicht nur einen Bildmischer im ATEM Mini Pro verbaut. Ihr findet darin auch einen Fairlight Audiomixer. In einfach gesagt, könnt ihr damit nicht nur festlegen, welches Kamera-Bild ausgeben wird. Ihr könnt damit auch festlege woher der Ton kommt.
Das ist, bei einer solchen Produktion natürlich genauso wichtig.

Insgesamt finden sich in der kleinen Box ganze 12 Audio-Kanäle wieder. Zum einen der jeweilige Ton, der vier HDMI-Quellen und dann noch die beiden analogen Stereo-Mikrofonbuchsen (3.5 mm Klinkenports) für das eingehende Audio.
Jeder einzelne Audio-Kanal kann separat mit einem sogenannten parametrischen 6-Band-Equalizer geregelt werden. Dafür stehen für euch Kompressor, Limiter, Expander und ein Noise Gate zur Verfügung.


ATEM Software Control

Grundlegend könnt ihr den ATEM Mini (Pro) einfach als einen – wie schon mehrfach genannt – Bildmischer vorstellen. Ihr schliesst eure Kameras via einem HDMI-Kabel am Mischer an.
Anschliessend hängt ihr mit einem USB-C-Kabel euren Computer an das Gerät und schon seid ihr bereit für eure ersten Tests.

Streaming

Das ausgehende Signal kommt somit über den USB-Port direkt in euren Computer. Von da aus über die von euch gewählte Software ausgespielt. Dazu gehören Namen wie: Open Broadcaster, XSplit Broadcaster, YouTube Live, Facebook Live, Skype, Zoom, Twitch, Periscope, Livestream, Wirecast und viele weitere.

Die Software

Des Weiteren könnt ihr, mit der Software, weitere Funktionen des ATEM Mini Pro's freischalten. Via USB-Port angeschlossen kann der jeweilige Rechner direkt Einstellungen am Gadget vornehmen.

Wenn ihr den ATEM Mini Pro via der Ethernet-Schnittstelle ansteuert, kann das von mehreren Rechnern gleichzeitig passieren. So kann sich einer um die «Bauchbinden», einer um die generellen Einblendungen von Bild- und Videomaterial sowie einer Präsentation kümmern und eine dritte Person kümmert sich um den richtigen Kamerawinkel.

Beim Einspielen von Grafiken, Logo und ähnlichen könntet ihr sogar, mit einem Photoshop Plug-in direkt generieren und live einspielen. Das ist mir dann wiederum eine Stufe zu hoch.

Etwas was ich – sofern die Zeit für den Test noch reicht – gerne auch einmal ausprobieren würde, ist die Möglichkeit von Blue- oder Greenscreen.

Direkte Aufnahme

Wenn ihr den Weg, der direkten Aufnahme auf einem externen Speichermedium wählt, dann bekommt ihr eine Datei im H.264-Videoformat. Das Audio liegt euch anschliessend in einem AAC-Formt zur Verfügung.

Keine Sorgen solltet ihr euch über die grössere eures externen Speichers machen. Sollte dieser nicht ausreichend gross sein, könnt ihr mit einem USB-Hub mehrere davon anschliessend. Diese werden dann nach und nach mit eurem Videomaterial befüllt.

Wie genau und in welcher Reihenfolge, das definiert ihr in der ATEM Software Control App.


ATEM Mini vs. ATEM Mini Pro

Grundlegend sind beide Geräte gleich. Vom visuellen unterscheiden sie sich einzig und alleine durch die zwei Reihen mit den zusätzlichen Buttons auf der rechten Seite. Diese fehlen beim kleineren Modell schlichtweg einfach.

HDMI-Out

Im inneren kommt dann noch dazu, dass zum Beispiel der ausgehende HDMI-Port ansteuerbar ist.
Das heisst, ihr könnt damit direkt auf der Hardware festlegen, was genau aus der Box rauskommt. Beim kleineren Modell müsst ihr dazu die zusätzliche Software (gibt es für macOS und Windows) nutzen. Das vereinfacht meiner Meinung nach das ganze insgeheim. So sehe ich auf einem separaten Monitor alle Video Signale und was aktuell an den Stream rausgeht.

Damit könnt ihr mit einem ATEM Mini Pro nicht nur einen Live-Stream managen, ihr könnt gleichzeitig auch noch eine separate, lokale Ausgabe Managen. Als Beispiel, an einer Konferenz könnt ihr damit auch einen Fernseher, Beamer oder einen Monitor ansteuern mit dem ausgehenden Signal und da die wichtigsten Informationen aufzeigen.
Das ganze, parallel zum Live-Stream der auf YouTube, Twitch, Facebook und co. stattfindet.

USB-C-Out

Beide Geräte haben einen USB-C-Port, der das ausgehende Signal handelt. Beim kleinen Modell fungiert dieser einzig als Webcam-Ausgabe. Steckt ihr das in einen Computer ein, habt ihr da direkt ein Webcam-Signal und könnt dieses weiter verwenden. Darüber wird der Content ausgespielt, welchen ihr Mithilfe dem Bildmischer vorher definiert habt.

Beim grösseren Modell kann der UBS-C-Port auch dazu genutzt werden eine externe Festplatte oder einen SSD-Speicher anzuschliessen und drüber gleich das ausgehende Signal aufzuzeichnen. Dafür müsst ihr einzig den Record-Button drücken, schon läuft alles automatisch.
Das ist dann interessant, wenn ihr mit möglichst wenig Setup arbeiten möchtet.

Wenn ihr den Stream direkt über die Ethernet-Schnittstelle ausgebt könnt ihr damit zusätzlich direkt das ganze mit aufzeichnen. Anschliessend noch kurz bearbeiten und dann auf YouTube, Facebook oder wohin auch immer laden. Einfach, schnell und sauber.
Natürlich könnt ihr das auch über einen externen Recorder tun, sofern ihr einen solchen habt. Wenn nicht, dann ist der Weg über den ATEM Mini Pro sicherlich die günstigere Variante.

Ehrlich gesagt, ich hätte mir hier einen zweiten USB-C-Port gewünscht. Denn, wenn ich die Aufnahme via dem USB-C-Port mache, dann kann ich das Signal nicht mehr an einen Computer weiter geben über dieselbe Schnittstelle.

Monitoring

Mit der Ausgabe vom HDMI Signal, auf einen Beamer, Fernseher oder einen externen Monitor habt ihr auch immer gleich ein Monitoring. Damit ist gemeint, ihr seht auf dem externen Screen, was jede einzelne Kamera einfängt,was ausgegeben wird und was im Live-Stream alles zu sehen ist.

Stark leuchtende LEDs
Stark leuchtende LEDs

On Air Button

Ein weiterer Unterschied ist der On-Air-Button am grösseren Modell. Dieser macht den ATEM Mini Pro deutlich interessanter für alle die einfach und schnell ins Netz streamen möchten.
Wie oben schon erwähnt, könnt ihr über die Ethernet-Schnittstelle, direkt einen Stream aus zu geben.

Dazu müsst ihr einmalig die Login-Daten und der Streaming-Key von YouTube (oder dem Netzwerk welches ihr nutzten möchtet) in der Software hinterlegt werden und schon geht ihr Live, sobald der Knopf gedrückt wird.

Die vier Punkte sind, in meinen Augen, die wichtigsten drei Unterscheide der beiden Geräte. Hier muss ein jeder natürlich für sich selber entscheiden, was genau ihr braucht und wie ihr den Bildmischer einsetzten möchtet.
Es ist auch wichtig, sich wirklich Gedanken darüberzumachen, denn der grosse Bildmischer kostet fast doppelt so viel, wie das kleinere Modell*.


Technische Details

  • Grösse: 10.34 x 23.75 x 3.5 cm
  • Gewicht: 550 g
  • Schnittstellen: Ethernet, 4 x HDMI, USB Typ C, 3.5 mm Klinke
  • Verbindung: HDMI

Fazit

Der ATEM Mini Pro

Zweiter UBS-C-Ausgang, denn dann könnte ich ein Zoom- oder Teams-Meeting parallel noch auf einen USB-Speicher mitschreiben.

Für die Mikrofone gibt es leider nur zwei 3.5 mm Klinkenstecker. Hier wäre natürlich das anschliessen von XLR-Mikrofonen interessant gewesen, auch wenn das ganze Gadget sicherlich wieder grösser gemacht hätte. Natürlich könnt ihr auch externe Richtmikrofone an den jeweiligen Kameras anschliessen.

Stark leuchtende LEDs
Stark leuchtende LEDs

Wenn ihr die Mikrofone direkt an dem ATEM Mini Pro anschliesst, kann es, je nach Kameramodell dazu kommen, dass ihr bis zu sieben Frames Verzögerungen darauf habt. Der Grund ist ein einfacher, HDMI ist ein nicht ganz so Latenz freier Standard und hier kocht ein jeder Hersteller leider sein eigenes Süppchen (wir haben es bei der Webcam Nutzung von grossen Kameras gesehen in diesem Frühling).

Die Latenz ist bei Livestreams genauso doof, wie beim direkten Aufzeichnen auf die externe Speicherquelle. Hier fehlt die Möglichkeit, den Ton mit einer gewissen Verzögerung einzuspielen. Deshalb solltet ihr hier auf eine Funkstrecke, ein Richtmikrofon, oder einem Gadget wie dem Zoom H1 lösen.

Für mein Einsatzgebiet müsste/möchte ich den ATEM Mini Pro ISO haben. Dieses ist mir aber aktuell zu Preis intensiv beim Kauf. Somit geht es für mich leider wieder zurück auf die Webcam-Lösung und den Switch muss ich via Software umsetzten, schade eigentlich. Ich vermisse meinen kleinen Bildmischer sehr.

Hier im Blog findet ihr zusätzlich noch ein Beitrag zum letzten Firmware Update, einem kurzen Tutorial, wie ihr das iPhone am ATEM Mini nutzen könnt und ein zweites Tutorial, wie ihr Videos einspielen könnt via dem Bildmischer.

*Eventuelle Kauf Links können Spuren von Affiliate enthalten.

 

Martin @pokipsie Rechsteiner Ich bin ein dreifacher Familienvater mit einem Fable für Gadgets aller Art. Ich betreibe leidenschaftlich unterschiedliche Blogs und Podcasts und mach auch ein bisschen etwas mit Video. In meiner Freizeit beschäftige ich mich mit meinen Mädels, LEGO, der Bahn und Reisen so wie ich dazu komme.

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