Direkt am Computer aufgeladen

Xiaomi Mi Band 4 im Test

Die ersten beiden Mi Band-Versionen habe ich mir damals direkt aus China bestellt. Bei der zweiten Version hatte ich dann zweimal weniger Glück beim Transportweg.
Somit habe ich dann auch die dritte Version ausgelassen. Kurz vor Weihnachten hat mich dann direkt von Xiaomi das Mi Band 4 erreicht und ich war sehr neugierig auf die neuste Ausgabe der günstigen China Fitness Tracker.

Der Test des Wearables war, oder besser gesagt ist, ausschlaggebend, ob meine beiden Mädels jeweils ein solches bekommen oder nicht. Denn sie möchten schon seit bald zwei Jahren auch ihrer eigenen Fitness Tracker haben. Hier würde es vom Preis-Leistungs-Verhältnis auf jeden Fall passen.

Xiaomi Mi Band 4 im Test

KategorieHerstellerSoftware Version
WearableXiaomiAndroid und iOS 4.0.14

Ich muss ehrlich zugeben, ich hab mich, während meiner Testzeit, immer wieder dabei erwischt wie ich das schmale Fitnessband mit meinen Smartwatches verglichen hab. Das funktioniert natürlich nicht, da musste ich mich immer wieder zurücknehmen. Allein schon das deutlich kleinere Display als zum Beispiel eine Apple Watch, eine Samsung- oder Huawei-Watch etc. und der einfacheren Darstellungsform.


Lieferumfang

  • Mi Band 4
  • Armband
  • Ladeschale
  • Bedienungsanleitung
Der Lieferumfang
Der Lieferumfang

Verpackung

An der Verpackung hat Xiaomi, seid der ersten Version auch fleissig gearbeitet. Auf der Vorderseite findet ihr oben neben dem orangen Xiaomi-Brand den Tracker im weissen Bereich und in der schwarzen, unteren Hälfte dann eine weiss gestreifte «4».

Auf beiden Schachtel-Seiten findet ihr die sechs Haupt-Funktionen:

  • 50 Meter wasserdicht
  • Verschiedene Profile für Sportarten
  • Pulsmessung
  • Farbiger Touchscreen
  • Notifications
  • Automatisches Schlaf- und Schritttracking

Im inneren wird das Band schön von der Bedienungsanleitung und der Ladeschale getrennt aufbewahrt. Die Ladeschale hab ich dann auch direkt bei mir auf den heimischen Schreibtisch gepackt, direkt neben all den anderen Ladepucks für die ganzen Smartwatches. Hier würde ich mir generell auch einen einheitlichen Standard wünschen, das ist teilweise schon mühsam. Allein, wenn man jeweils zwei der Ladepuck benötigt. Einen daheim fix am Schreibtisch/Bett und einen fürs unterwegs aufladen.

Gut hier, beim Xiaomi Mi Band 4 ist das bei der langen Akku-Laufzeit weniger schlimm.

Verarbeitung

Etwas, was mich an den ersten beiden Generationen gestört hatte, war das Band. Das verwendete Kunststoff-Material fühlt sich so billig an. Dazu kommt, dass es sehr steif ist und somit an nicht «Norm-Armgelenken» schnell auch mal etwas ungewohnt sitzt. Da ich es mir ja für die beiden grösseren Töchter am überlegen bin, ist das ein deutlicher negativer Punkt.

Das Wearable mit entferntem Tracker
Das Wearable mit entferntem Tracker

Wenn man sich etwas im Web umschaut, gibt es hier auch alternative Möglichkeiten, da muss ich mich auf jeden Fall in nächster Zeit mal etwas schlaumachen. Vor allem auch farblich ist das matte Schwarz nicht gerade der Hit. Jetzt in der Winterzeit, mit Handcreme sowieso nicht.

Der Tracker selbst ist ein einfacher, länglicher schwarzer Knubbel. Das farbige Display mochte mich – im direkten Vergleich zu den alten Modellen schnell überzeugen. Etwas weniger Freude hatte ich an den grossen Rändern, oder eher kleinerem Display. Auf den Produktbildern schaut das Display irgendwie doch grösser aus.

Display

Ein grosser Pluspunkt ist sicherlich das von Xiaomi verbaute OLED-Display. Beim Verwenden eines dunklen «Zifferblatts» geht das fast nahtlos in den Tracker über. Es fällt erst auf, wenn man das Mi Band von der Seite anschaut oder das Sonnenlicht darauf scheint.

Das Display ist schon ein wirklicher Hingucker – wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen knapp CHF 30.- Wearable handelt. Das gilt natürlich nur und/oder vor allem für die dunklen Hintergrundbilder, welche ihr auf die Uhr synchronisieren könnt. Wie das funktioniert, könnt ihr unten im Kapitel «App» weiter lesen.

Akku

Die 135 mAh sollen laut Hersteller einen Betrieb von 20 Tagen liefern. Das gilt dann, wenn ihr das Mi Band 4  in den Werkseinstellungen nutzt. Denn zu Beginn sind alle Funktionen, wie z. B. Pulsmessung, Schlafüberwachung, automatisches Aktivieren vom Display etc. deaktiviert.

In meinen Tests bin ich auf gute zwei Wochen gekommen. Ich nutze aber auch die Pulsmessung wie bei meinen anderen Smartwatches regelmässig, sodass ich nicht punktuell ans Messen denken muss. Dieser Wert ist ein wirklich guter, das wünscht man sich so von manch einem anderen Wearable auch.

Ähnlich hat bei mir die Huawei Watch GT 2 abgeschnitten, von dessen Akku-Verbrauch ich aktuell immer noch nachhaltig begeistert bin.

Das Wearable
Das Wearable

Positiv ist sicherlich die Verbesserung, wenn es ums Aufladen vom Mi Band geht. Bis anhin musste man den Fitness Tracker aus dem Armband knubbeln (wie man es früher von den Fitbit Modellen her kannte).
Dies war nicht nur mühsam, ich hab mir damit auch schon das eine oder andere Band kaputt gemacht über die Monate in ständiger Nutzung.

Neu könnt ihr das ganze Armband direkt in die Ladeschale drücken. Das ist deutlich angenehmer und find ich ein guter Schritt für den kompakten Tracker. In ca. 90 Minuten bekommt ihr einen leeren Akku auch wieder zu 100 % gefüllt. Ich lege ihn ein bis zweimal die Woche während dem Duschen auf die Ladeschale, wie ich das zum Beispiel auch bei der Apple Watch mache und bekomm so genügend Power in das Wearable, um möglichst wenig Aktivität-Tracking zu verpassen.


Die App Mi Fit

«Mi Fit» gibt es für Android wie auch iOS zum kostenlosen Download in den jeweiligen App-Stores. Unter Android gäbe es noch einige Alternativen, hier bin ich aber jeweils doch sehr vorsichtig. Denn die Gesundheitsdaten will man dann doch nicht einfach so fremden aushändigen.

Auf der Google Seite lassen sich die Daten in Richtung Google Fit und auf der Apple Seite in Richtung HealthKit synchronisieren. Somit lassen sich die gemessenen Werte auch mit anderen Apps und Diensten auswerten und vergleichen. Dies ist heute fast bei jeder Fitness Tracker zum Glück gegeben.

Zuerst müsst ihr erst einmal einen Xiaomi-Account erstellen und euch dann durch die ganzen System-Freigaben arbeiten. Der nächste Schritt ist das oben erwähnte Google Fit oder Apple Health verknüpfen und dann möchte Xiaomi von euch auch noch wissen, ob sie euch personalisierte Werbung zukommen lassen dürfen. Dies irritierte mich erst einmal so, dass ich nicht weiter machte und mich im Netz schlau machte.

Wenn ihr die personalisierte Werbung ablehnt, bekommt ihr Werbung angezeigt, die aber nicht auf euch abgestimmt ist. Hier handelt es sich um Google Ads, somit für mich klar, nee, hier möchte ich nicht, dass Google Daten von meiner Gesundheit und mir erhält, ich habe das deaktiviert.

Ein paar Freigaben für die App
Ein paar Freigaben für die App

Die App besticht durch seine klare Aufteilung und die Übersichtlichkeit. Um die aktuellen Messwerte von der Uhr zu bekommen, müsst ihr einfach den «Homescreen» nach unten ziehen, wie üblich für einen Refresh.

In gross wird euch die aktuelle Schrittzahl angezeigt, gleich darunter die Werte der letzten Nacht, der zuletzt gemessene Puls und das aktuelle Gewicht. Da ich keine Xiami kompatible Waage habe, ist bei mir ein Standard-Gewicht von 25 kg angegeben. Das angegebene Gewicht muss er wohl falsch aus Apple Health gezogen haben, denn das war eine der letzten Messungen einer meiner Töchter.

Darunter bekommt ihr eine Übersicht der letzten 14 Tage. Zumindest mit der Entwicklung der gezählten Schritte. Hier wäre sicherlich eine Verlauf vom Gewicht und/oder dem Puls noch nett. Doch das gibt es hier zumindest in der von mir getesteten Firmware-Version nicht.
Generell lässt sich das Tagesziel nur an den Schritten festmachen. Alternativ könnt ihr beim Tagesziel noch das Gewicht wählen, das ist aber dann doch etwas spezieller.

Natürlich könnt ihr euch auch mit euren Freunden messen. Eure Freunde könnt ihr dabei aber nicht über ein Verzeichnis, einen Social-Media-Kanal oder über das Adressbuch heraussuchen. Das funktioniert mit einem individuellen QR-Code. Sollte unter meinen Lesern sich ein Mi Band Besitzer/in befinden, meldet euch doch bei mir.

Wie ich oben beim Display schon erwähnt hatte, kann man sich verschiedene Hintergründe auf das Wearable laden. In der App beim Menüpunkt «Band-Anzeigeeinstellungen» findet ihr eine übersichtliche Anzahl an verschiedenen und auch sehr verspielten Ansichten. Hier merkt man schon, dass das Produkt für den asiatischen Markt konzipiert wurde.

Einstellungen

Bei den Einstellungen findet ihr, wie oben schon erwähnt, alle deaktiviert vor. Dazu gehören Punkte wie:

  • Eingehender Anruf
  • Erinnerungen
  • Wecker
  • App-Warnungen (Benachrichtigungen)
    • Diverse von euch genutzte Apps (z. B. Skype, Telegram, Facebook, Instagram etc.)
  • Inaktivitätswarnung
  • Eingehende SMS
  • E-Mail erhalten
  • Ziel-Benachrichtigungen

Des Weiteren könnt ihr noch definieren, an welchem Arm das Mi Band getragen wird, ob ihr einen Nachtmodus nutzen möchtet, bei welchen Benachrichtigungen der Vibrationsalarm loslegen soll etc..

Über die App könnt ihr auch festlegen, in welcher Reihenfolge die Funktionen auf der Uhr angezeigt werden sollen oder welche ihr gar permanent ausgeblendet haben möchtet.

Steuern des Smartphones – Musik / Podcast und mehr

Wenn ihr über euer Smartphones Musik oder Podcasts hört, dann könnt ihr das auch über das Wearable steuern. Eine Funktion, die ich von einem solch günstigen Gadget nicht unbedingt erwartet hätte.
Xiaomi setzt bei Bluetooth auf die neuste Version 5.0. Das zeichnet sich durch ein gutes Power-Management aus, bietet eine grössere Reichweite und eigentlich auch mehr Geschwindigkeit.
Hier dran müssen die Asiaten aber noch ein wenig arbeiten.
Ich hoffe, dass dies etwas ist, was sie noch per Firmware Update berichtigen können.

Zur Steuerung gelangt ihr durch ein nach links wegschieben vom «Homescreen». Sobald ihr den Wisch vollzogen habt, bittet euch, das Gadget mit dem Hinweis «Augenblick…» um etwas Geduld. Dies ist zum schnellen und einfachen Steuern natürlich nicht gerade praktisch.

Da ich es mir von anderen Smartwatches her gewohnt bin, Musik via der Watch zu steuern, nutze ich das mit dem Mi Band nicht, das geht mir einfach zu «lange».

Musik- und Podcast-Steuerung
Musik- und Podcast-Steuerung

Wenn ich gerade dabei bin, bei den Punkten, die mich stören: Der Timer gehört da definitiv auch dazu. Hier könnt ihr zwischen Minuten und Stunden wählen. Das geht, dank schnellem Umschalten, recht einfach und nutze ich auch gerne. Was aber gar nicht geht, die Anzeige bleibt während der ganzen Zeit im Vordergrund.
Ich kann den Timer nicht wegschieben und somit für das Fitness auch überhaupt nicht gebrauchen.

Auch das automatische Display aktivieren beim Arm anheben verzögert sich regelmässig. Hier hab ich mir mit der Zeit angewöhnt, den Arm deutlich schwungvoller in meine Richtung anzuheben, dann klappt es auch mit der Anzeige bis das Wearable vor meinen Augen ist.

Benachrichtigungen

Wie immer, wenn ein Wearable Pushmeldungen anzeigen kann, empfiehlt es sich, die Wahl weise zu wählen. Hier zählt; weniger ist mehr!

Dazu kommt, dass Anzeigen von neuen E-Mails oder SMS doch sehr kleingeschrieben sind. Dabei geht es vorwiegend darum, zu sehen, von wem das etwas gekommen ist und nicht gleich eine komplette E-Mail auf dem Mini-Display zu lesen.

Mit meiner Apple- und Samsung-Watch telefoniere ich vielfach am Handgelenk. Durch das Tragen von Smartwatches hat sich die Zeit, in der ich das Smartphone ständig in den Fingern hab, deutlich gelegt. Wenn ein wichtiger Anruf kommt, sehe ich die Information dazu auch am Handgelenk. So ist es auch beim Mi Band 4. Es zeigt mir visuell und via Vibration an, dass ich einen Anruf bekomme. Damit kann ich immer noch entscheiden, ob ich das Smartphone nun hervorhole oder nicht.

Das hier ist einer der Punkte, bei dem ich einleitend meinte, dass ich das Band immer wieder mal unfair mit meinen Smartwatches verglichen hab. Ehrlich gesagt erwarte ich von einem CHF 30.- Gadget aber kein eingebautes Mikrofon oder Lautsprecher.


Technische Details

  • Grösse: 46.9 x 17.9 x 12 mm
  • Gewicht: 22.1 g
  • Display: 0.95″
  • Auflösung: 240 x 120 Pixel
  • Display Technologie: OLED Farbdisplay mit Touchscreen
  • Wasserdicht: Ja, bis zu 50 m
  • Bluetooth: 5.0
  • Akku: 135

Fazit zum Mi Band 4 von Xiaomi

Das Mi Band 4 ist ein einfaches und schlichtes Wearable. Vieles kommt mir sehr bekannt vor durch meine früheren Fitbit-Tests. Beim Tracker wie aber auch in der App.

Im Vergleich zu den von mir schon getesteten Vorversionen hat es grosse Sprünge gemacht. Die App und das Menü auf dem Band gibt es mittlerweile in fast komplett deutscher Übersetzung.

Der Akku läuft, nachdem ich die meisten der möglichen Funktionen aktiviert habe gute zwei Wochen und damit bin ich wirklich happy. Das Aufladen geht mittlerweile auch ohne das rauspoolen des Trackers. Neu gibt es zusätzliche auch eine automatische Schwimm-Erkennungsfunktion, dafür hat Xiaomi den Schlafzyklus-Wecker nicht mehr in der eigenen App integriert.

Für das nächste Modell würde ich mir etwas mehr Geschwindigkeit vom Gadget selbst erwarten, ansonsten passt es bei dem Preis auf jeden Fall.

Der kompakte Tracker
Der kompakte Tracker

Wenn Xiaomi, die von mir oben genannten Punkte, noch anpassen würde, wäre das natürlich toll.
Was klar ist, meinen beiden grösseren Mädels werde ich nächste Woche jeweils einen solchen Tracker organisieren.

Etwa was ich mir aber noch wünschen würde, wären Abzeichen. Natürlich kann man sich unter Freunden messen, doch so kleine Goodies zwischendurch können einen schön motivieren.

*Eventuelle Kauflinks können Spuren von Affiliate enthalten.

 

5 Kommentare zu „Xiaomi Mi Band 4 im Test“

  1. Wir haben unser MI Band 4 bei Aldi im Angebot gekauft. Im Vergleich zum 3er bin ich nicht ganz so zufrieden. Das Schlaftracking ist überhaupt nicht zuverlässig. Die Mi Fit App ist auch nicht der Bringer, dafür haben wir aber die Mi band master zum Laufen gebracht. Mal schauen, ob sich meine Meinung noch ändert.

  2. Ich habe mich tatsächlich mit dem 4er und dem 3er ins Bett gelegt. Das eine mit dem Handy, das andere mit dem Tablet verbunden. In der ersten Nacht hatte das 4er gar nicht getrackt und in der zweiten auch nicht. Daher wollte ich das mal testen 😀

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