Home Spiele Digital C64 Mini Testbericht
C64 Mini Testbericht

C64 Mini Testbericht

0

Retro ist aktuell modern. Nintendo hat mit seinem NES Mini einen wahren Hype ausgelöst, was Mini-Auflagen von alten Konsolen betrifft. Der Hype setzte sich letztes Jahr mit dem SNES Mini fort. Während wir darauf warten, was Nintendo uns im Hinblick darauf dieses Jahr bescheren wird, springen auch andere Hersteller auf den Zug auf. Seit Ende März ist mit dem C64 Mini jetzt eine weitere Mini-Version einer Kultmaschine erhältlich.

C64 Mini

Pünktlich zum 35-jährigen Jubiläum feiert der C64 jetzt seine Rückkehr. Wichtig vorab: Es handelt sich ausschliesslich um den Nachbau eines Lizenznehmers. Insofern durfte auch nicht der Name Commodore verwendet werden. Die Konsole hört nur auf den Titel C64 Mini, wirbt aber dennoch im Untertitel mit dem meist verkauften Computer der Welt. Das Gerät wurde von Retro Games Ltd. entwickelt und von Koch Media vertrieben.

Computer? Ja, eigentlich haben wir es hier mit einem Computer zu tun. Der C64 unterstützte zwar auch Spiele, in erster Linie jedoch sahen so vor 35 Jahren Computer aus. Der Nachbau ist gelungen, die Mini Version ist 50 Prozent kleiner als das Original. Merkliche Abstriche gibt es bei der Tastatur – diese ist nur ein Fake und kann nicht zur Eingabe genutzt werden.


Lieferumfang

  • C64 Mini
  • Joystick
  • HDMI Kabel
  • Micro-USB-Kabel
  • Bedienungsanleitung
Konsole + Zubehör
Konsole + Zubehör

Ähnlich wie bei der NES Mini liegt dem Retro-Computer leider kein Netzteil bei. Das Micro-USB-Kabel wird als Netzkabel genutzt, insofern könnt ihr jedes Standard USB-Netzteil auch als Netzteil für die Konsole nutzen. Dadurch ist der Schritt zwar verschmerzbar, meiner Meinung nach aber nicht verständlich. Schon klar, die meisten haben unzählige solcher Netzteile zu Hause, trotzdem verstehe ich nicht, wie ein Gerät verkauft werden kann, sodass es mit den Inhalten der Box nicht genutzt werden kann.

Verarbeitung

Die Verarbeitung der Konsole ist auf einem hohen Niveau, das Design kommt dem Original wirklich sehr nahe. Auch die Tastatur sieht gut aus, wie bereits dargestellt, ist diese jedoch nur aus optischen Gründen angebracht. Die gute Verarbeitung setzt sich leider nicht ganz beim Joystick fort. Optisch gibt es zwar nichts zu bemängeln, mechanisch allerdings schon. Die Tasten sind rein aus Gummi und verfügen über keinerlei mechanischen Schalter. Damit ist die Bedienung etwas schwammig und verzögert.

Anschlüsse

In Sachen Anschlüssen bringt der C64 Mini alle modernen Schnittstellen mit. Im Unterschied zu den Konsolen von Nintendo wird hier auch auf klassische Anschlüsse gesetzt, nicht auf proprioritäre andere Schnittstellen. An der Rückseite finden wir neben dem Anschluss für das Micro-USB-Netz-Kabel noch einen HDMI Port, an der Seite gibt es zwei USB Anschlüsse. Dort kann neben dem Joystick auch ein USB-Stick oder eine Tastatur angeschlossen werden.

Handhabung

Das System selbst kann in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch) betrieben werden, die Spiele liegen teilweise in mehr Sprachen vor. Das Linux basierte Hauptsystem ist sehr übersichtlich, mit dem Joystick könnt ihr euch durch die Bibliothek navigieren. Spiele auswählen und los geht es. Gleich nach dem Start wird mitunter einer der erheblichen Nachteile klar: Die Tastatur wäre eigentlich sehr wichtig gewesen. Jedes Spiel geht davon aus, dass eine Tastatur vorhanden ist – bei der ursprünglichen Bauform ist das auch kein Wunder. Wer keine Tastatur anschliessen will, kann sich über eine virtuelle Tastatur helfen, die Eingabe hier ist jedoch mehr als nervig.

Die Spiele selbst werden vorbildlich auf dem Display ausgegeben, mit 1080p und 60fps. Neben der Ausgabe in 4:3 gibt es auch einen CRT Modus und eine Pixel Perfect Option, die die Grafik entsprechend aufpoliert. Leider setzen sich auch während des Spiels die Schwächen der Eingabe fort, hier aber aufgrund des Joysticks. Die Bauform und der Anschluss via USB bringen, was die Eingabe betrifft, leichte Verzögerungen mit sich. Darauf sind die Spiele nicht ausgelegt, insofern kann der Inputlag bei schnellen Jump and Runs wirklich zum Problem werden. Auch der Sound ist leicht versetzt – das haken wir als Emulations-typisches, fast charmantes, Phänomen ab.


Spiele

Der C64 Mini wird passend auch mit 64 Spielen ausgeliefert. Viele davon sind hierzulande eher unbekannt, es gibt aber auch ein paar Perlen. Hier die komplette Liste der Spiele:

AlleyKat, Anarchy, Armalyte: Competition Edition, Avenger, Battle Valley, Bounder, California Games, Chip's Challenge, Confuzion, Cosmic Causeway: Trailblazer II, Creatures, Cyberdyne Warrior, Cybernoid II: The Revenge, Cybernoid: The Fighting Machine, Deflektor, Everyone's A Wally, Firelord, Gribbly's Day Out, Hawkeye, Heartland, Herobotix, Highway Encounter, Hunter's Moon, Hysteria, Impossible Mission, Impossible Mission II, Insects In Space, Mega-Apocalypse, Mission A.D, Monty Mole, Monty on the Run, Nebulus, Netherworld, Nobby the Aardvark, Nodes Of Yesod, Paradroid, Pitstop II, Rana Rama, Robin Of The Wood, Rubicon, Skate Crazy, Skool Daze, Slayer, Snare, Speedball, Speedball II: Brutal Deluxe, Spindizzy, Star Paws, Steel, Stormlord, Street Sports Baseball, Summer Games II, Super Cycle, Temple of Apshai Trilogy, The Arc Of Yesod, Thing Bounces Back, Thing on a Spring, Trailblazer, Uchi Mata, Uridium, Who Dares Wins II, Winter Games, World Games, Zynaps.

Joystick
Joystick

Hinzu kommt mit Basic die Möglichkeit, Code auszuführen. Darüber hinaus könnt ihr auch Spiele nachladen. Aufgrund einer Beschränkung dürfen diese leider maximal so gross sein wie eine Diskette anno dazumal, das bedeutet 176 KByte. Der Hersteller will hier aber noch nachrüsten und die Funktion über ein Firmware Update aufbohren.

So ärgerlich die Begrenzung auf den ersten Blick scheinen mag, hier setzt sich der C64 Mini erheblich von den beiden Konsolen von Nintendo ab. Dort können keine Spiele (offiziell) nachgeladen werden, zudem gibt es keine Möglichkeit, Updates einzuspielen.


Technische Details

  • Grösse: 25 x 5 x 20 cm
  • Gewicht: 372 g
  • Anschlüsse: microUSB- und HDMI-Port
  • Speicher: 256 MB
  • RAM: 256 MB

Über das Innenleben der Konsole ist nur wenig bekannt. Das System basiert auf Linux und verfügt über 256 MB Arbeitsspeicher und 256 MB Flash Speicher.


Fazit

Retro-Konsole ja oder nein? Eine Frage, die ich auch bei Nintendo beantworten möchte. 64 Spiele für rund 80 Euro, hinzu kommt die Hardware – klingt natürlich nach einem guten Deal. Auf der anderen Seite erreichen uns häufig Argumente, dass Bastel-Lösungen mit dem Raspberry Pi deutlich günstiger sind – auch das ist richtig. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden ob das hübsch designte Retro-Gehäuse die Anschaffung rechtfertigt oder nicht.

Leider hat die Konsole einige Schwächen bei den Details. Die Tastatur ist nicht funktionstüchtig, was bei einem System, das viel auf Tastatureingabe setzt, natürlich ein Problem ist. Dazu kommen Schwächen beim Joystick, gerade die können im wahrsten Sinne des Wortes ein Spielverderber sein.

Nach einem anfänglichen Run auf die Konsole ist der C64 Mini mittlerweile relativ gut erhältlich, beispielsweise bei Amazon, allerdings für etwas Aufpreis. Über die offizielle Webseite könnt ihr euch neue Firmware laden oder ansehen, wie ihr Spiele nachrüsten könnt.

*Eventuelle Kauf Links können Spuren von Affiliate enthalten.

 

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

LEAVE YOUR COMMENT

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.