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MacBook Erfahrungsbericht nach 3 Monaten

MacBook Erfahrungsbericht nach 3 Monaten

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Seit der Vorstellung des neuen MacBook ist beinahe ein Jahr vergangen. Kaum ein Apple Gerät polarisierte in letzter Zeit mehr. Geringe Bauhöhe, geringes Gewicht, tolles Display bei fragwürdiger Leistung und Anschlusspolitik. Nichts desto Trotz konnte ich mich lange gegen dieses Gerät «wehren» und beschenkte mich letztlich zu Weihnachten selbst.

Mittlerweile sind über drei Monate vergangen, drei Monate in denen ich «zwang» das Gerät beinahe ausschließlich zu verwenden. Mein Anwendungsbereich ist breit gefächert – Im Arbeitalltag gilt es einerseits Mails und Office Dokumente zu bearbeiten, andererseits aber auch das eine oder andere Programm/Script zu schreiben. Privat musste das Gerät nebst üblichen Anwendungen wie Surfen und der Konsumation von Medien auch für eher nischenhafte Anwendungen wie Bloggen und Podcasten herhalten. Soviel vorab zu meinem Testszenario und den Anwendungen.

MacBook Die Hardware

MacBook 12 Test
MacBook 12 Test

In Sachen Technik ist das neue MacBook zweifelsohne eine Überraschung – in manchen Punkten eine Positive, in manchen Punkten eine negative. Kommen wir zuerst zu den positiven Punkten: Das 16:10 Display löst mit einer Auflösung von 2304 mal 1440 Pixeln auf, somit der erste ultramobile Apple Laptop mit Retina Auflösung – was dem MacBook Air weiterhin verwehrt bleibt. Das Gerät selbst ist an der dicksten Stelle nur 1,31 cm dick und nur 920 Gramm schwer, so wurde das erste mal die magische 1kg Marke unterschritten. In Sachen Hardware wird der Intel Core M Prozessor mit 1,1 bis 1,2 Ghz nebst 8 GB Ram verbaut. Das Retina Display wird von einer Intel-GPU HD5300 befeuert, die SSD fasst eine Kapazität von 256 GB im Basismodell bis 512 GB in höchster Ausbaustufe. Neuerdings wichtig bei Apple Geräten – es gibt drei Gehäusefarben – Spacegrey, Silber und erstmals auch Gold.

Ein besonderer Leckerbissen ist das Trackpad. Es ist besonders groß und verfügt über Forcetouch. Apple verfügt meiner Meinung nach seit Jahren über die absolut besten Touchpads der ganzen Branche – mit dieser neuen Technologie wird der Vorsprung nur noch größer. Auch die Tastatur verfügt über ein neues, flacheres Design. Anfangs ist der geringere Hub etwas gewöhnungsbedürftig, nach einiger Zeit fallen hier aber keine Unterschiede mehr auf. Lange Texte, wie dieser Test, können ohne Probleme oder erhöhte Ermüdungserscheinungen eingegeben werden. Trotz der geringen Bauhöhe ist die Tastatur hintergrundbeleuchted.

Laut Apple soll der Akku für 9 Stunden arbeiten ausreichen, ein Wert dem ich im großen und ganzen zustimmen kann. Das MacBook selbst kommt völlig ohne aktiven Lüfter aus und ist somit in jeder Situation Flüster-Leise. Zur Veröffentlichung des Geräts wurde über eine erhöhte Wärmeentwicklung gemunkelt – eine Beobachtung die ich bisher nicht teilen konnte. Zwar verfügt das Gerät über eine integrierte Notabschaltung bei zu großer Hitze, ich nehme aber an dass ich diese erst im Hochsommer, im Garten, bei direkter Sonneneinstrahlung kennen lernen werde – ähnlich wie bei meinen iOS Geräten.

Ich griff zu der kleinsten Variante, also einem 1,1 GHz Gerät mit 256 GB SSD – in Gold. Eine nicht ganz freiwillige Wahl (ich konnte das Gerät zu einem einmalig guten Preis gebraucht erwerben), die ich mittlerweile trotz allem nicht bereue. Das Trackpad selbst ist physisch nicht mehr klickbar, das Feedback erfolgt viel mehr über den integrierten Motor. Ein Unterschied den man in der Benutzung kaum merkt – erst wenn das Gerät ausgeschalten ist (Und der Motor somit nicht aktiviert ist) und man das Touchpad testweise klickt merkt man hier wirklich den Unterschied.

Verarbeitung

Das Gehäuse ist, natürlich, nach wie vor rein aus Aluminium gefertigt. Hier gibt es aber eine Neuerung: Der Apfel leuchtet nicht mehr. Eine Änderung die ich locker verschmerzen kann, einige Fans werden das Leuchten des Logos wahrscheinlich vermissen.

Anschlüsse

MacBook 12 Test
MacBook 12 Test

Anschlüsse? Hier ist die Aufzählung schnell zu Ende. Es gibt einen USB-C Port – über den das Gerät einerseits aufgeladen, andererseits auch andere Geräte angeschlossen werden können. Hier setzt Apple eine neue Negativ-Marke. Bereits das MacBook Air hatte schon nicht viele Anschlüsse – zu Beginn nur einen USB – aber immerhin war es möglich ein externes Gerät anzustecken und gleichzeitig das Gerät zu laden. Dies ist auf dem neuen Macbook ohne weiteres Zubehör nicht so einfach möglich. Immerhin gibt es noch einen handelsüblichen Kopfhörer- und Mikrofonanschluss.

Fazit

Natürlich fällt die Leistung des neuen MacBook äußerst schmal aus. Das Gerät kann bei weitem nicht mit einem aktuellen Pro Modell mithalten, selbst aktuelle MacBook Air sind deutlich schneller.

Trotz allem kann ich an dieser Stelle sagen: Die Leistung reichte für meine Zwecke bisher vollkommen aus. Klar – In Sachen Spiele darf man keine großen Erwartungen haben – doch der MAC an sich war noch nie die erste Wahl für Gamer. Auch im Bereich Videoschnitt und X-Code fehlte mir einiges an Leistung – dennoch erledigte das Gerät seine Aufgaben hier – wenn auch mit deutlichen Bedenkzeiten. Natürlich gibt es deutlich leistungsfähigere Geräte, diese sind bei Weitem aber nicht so portabel.

Ich befinde mich viel auf Reisen, möchte aber immer ein Gerät bei mir haben. Ein MacBook Pro würde mir in Sachen Leistung deutlich mehr zusagen, in der Praxis würde ich dieses Gerät aber nicht überall hin mitnehmen. Das MacBook fällt selbst in der kleinsten Tasche nicht auf, bei einem Gewicht von unter einem Kilo stellt man sich kaum die Frage ob man dieses Gerät nun tatsächlich mit sich tragen möchte oder nicht.

MacBook 12 Test
MacBook 12 Test

Bei den Anschlüssen bin ich bei Apple bereits einigen Kummer gewohnt. Als vor einigen Jahren Steve Jobs die «New Soul» MacBook Air aus deinem Versand Kuvert zauberte betätigte ich instantan den Bestellbutton des Stores. Auch das erste MacBook Air hatte kaum Anschlüsse – dennoch stellte mich das Macbook vor eine neue Prüfung. Nur ein Anschluss – eigentlich kein Problem – wenn dies nicht auch gleich der Landeanschluss wäre. Letzten Endes reicht der Akku des Geräts zwar sehr lange, dennoch behagt es mir bis heute nicht mich entweder für ein externes Gerät oder Strom entscheiden zu müssen. Gerade bei regelmäßigen Backup Szenarien auf externe Geräte eine Entscheidung die man auch nicht treffen möchte. Natürlich – es gibt mittlerweile genug Lösungen die nicht mehr auf einen direkten Anschluss setzen. Auch ich habe ein NAS (eigentlich zwei), dennoch ist man ab und an auf physische Medien mit Anschluss angewiesen. Sei es im Arbeitsumfeld wo schnell Dateien via USB Stick ausgetauscht werden oder bei der Erstellung eines Offside Backups auf eine externe Festplatte.

Hier ist man auf Zubehör angewiesen – und hier gibt es mittlerweile einiges. Ich spreche nicht von Zubehör von Apple – auf dieses habe ich aufgrund der hohen Preise und der niedrigen Flexibilität bisher verzichtet – sondern auf Lösungen von Drittherstellern. Von kleinen USB-C auf USB3 Adaptern bis hin zu größeren Hubs mit mehreren USB3 Anschlüssen, HDMI und Ethernet – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. In diesem Fall rate ich zum Kauf eines Hubs mit Ladeanschluss. Dort kann das USB-C Netzteil des Geräts angeschlossen werden, sobald der Hub an das MacBook angeschlossen wird, wird auch dieses mit Strom versorgt. In Sachen Geschwindigkeit und Anschlussvielfalt ist USB-C eindeutig zu bevorzugen – hätte das nächste Gerät zwei solcher Anschlüsse wäre ich bereits wunschlos glücklich.

3 Monate mit dem MacBook

Unter dem Strich überwiegen für mich eindeutig die Vorteile des MacBook. Maximalale Mobilität, ein wirklich guter Bildschirm und apple-typisch gute Eingabegeräte und hochwertige Verarbeitung wiegen für mich die mangelnde Leistung und die fehlenden Anschlüsse eindeutig auf.

Doch wem genau ist dieses Gerät zu empfehlen? Vor allem Reisenden bzw. Menschen die viel unterwegs arbeiten müssen. Nicht nur auf meinen Geschäftsreisen würde ich dieses Gerät jedem MacBook Pro vorziehen, selbst bei meinem Informatikstudium (bei dem ich viele Hörsäle über ein Gebiet von 5km Ausdehnung des Campuses wechseln musste) hätte ich ein solches Gerät bevorzugt. Wer nur wenig unterwegs ist, oder das Gerät gar nur zu Hause betreibt und von Raum zu Raum oder auf den Balkon oder die Terrasse transportiert, bekommt mit einem MacBook Air (wenn man auf das Retina Display verzichten kann) oder dem MacBook Pro Retina bessere Alternativen geboten.

MacBook 12 Test
MacBook 12 Test

MacBook vs iPad Pro

Seit der Vorstellung des Macbooks im Mai bekam das ultramobile Gerät hausinterne Konkurrenz – das iPad Pro. Mittlerweile liegt dieses iPad sogar in zwei verschiedenen Konfigurationen vor – beide sind defakto leistungsfähiger als das MacBook. Trotz allem bietet das Macbook in meinem Szenario einige Vorteile. Einerseits wäre da die echte, sensationelle, Tastatur. Auch wenn Apple für das iPad Pro eigene Cover mit hoher Qualität anbietet kommen diese nicht an die Tastatur des MacBook heran. Ein wenig Zynismus darf auch nicht fehlen: Für das Macbook gibt es auch ein deutsches Layout ,…

Auf der anderen Seite ist MacOS natürlich deutlich offener als iOS. Auch wenn es nur einen Anschluss gibt – das erweitern des Geräts ist so möglich. USB Sticks, Festplatten, Audio Interfaces – alles kein Problem dank USB-C. Eine Flexibilität die das iPad Pro aktuell nicht bieten kann.

Auch in Sachen Preis nehmen sich die Geräte letztlich nicht viel. Auch die iPad Pro schlagen deutlich zu Buche, bei besseren Konfigurationen ist man auch hier schnell in Regionen von vierstelligen Euro Beträgen.

Wie ist hier also das Ende vom Lied? iPad Pro oder Macbook? Eine Frage die ich noch nicht ganz beantworten möchte. Gefühlt hat das MacBook einige Vorteile für mich, ein wirkliches Urteil möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fällen. So entschied ich mich bei der Veröffentlichung des iPad Pro 9.7 auch für die Anschaffung eines solchen Geräts – und werde in den nächsten Monaten auch versuchen dieses Gerät als mein primäres Gerät zu nutzen und mein Macbook damit zu ersetzen. Wie dieser Versuch endet und welches Gerät ich künftig (hauptsächlich) nutzen werde? Ihr erfahrt es in einigen Wochen.

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Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

Comment(4)

  1. Ich habe einen Mac und das Mac Book Air. Ich würde mich jeden Tag wieder für Apple entscheiden. Vor allem die Akkuleistung beim Mac Book Air ist beeindruckend. Super! Und im Zweifel kann ich auch den Apple Service nur loben, wenn wirklich mal etwas sein sollte. Sehr engagiert und freundlich bin ich bisher dort behandelt worden. Weitet so!

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