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Quantum Break

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Der neue Exklusivtitel für Xbox One und Windows 10 wurde bereits im Mai 2013 angekündigt – bei der Vorstellung der Xbox One. Microsoft konnte ein namhaftes Studio für die Entwicklung des Titels gewinnen – Remedy Entertainment, bekannt durch Titel wie «Max Payne» oder die «Alan Wake» Reihe. Es wurde 2014, Ende des Jahres wurde die Xbox One in einigen Ländern veröffentlicht – doch keine Spur von «Quantum Break». Es wurde 2015, ebenfalls kein Release – nur weitere Infos über Verschiebung. Während manche, verärgerte, Fans schon ein «Duke Nukem Forever» gleiches Debakel heraufbeschworen, gab es Anfang April die Überraschung – das Spiel wurde für die Xbox One – und Windows 10 – endlich veröffentlicht.

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Bereits bei der Vorstellung wollte Remedy Entertainment mit einem neuen Spielkonzept begeistern. Das Spiel sollte die Elemente eines Videospiels mit denen einer Fernsehserie verbinden – ein Konzept, das Microsoft nicht fremd ist. Rund um das Halo Videospiele Franchise entstanden über die Jahre etliche weitere Releases. Nicht nur Bücher, sondern auch eine Fan-Animations-Serie, ein Film und eine Microsoft exklusive Serie produziert von Ridley Scott. Nach jeder Episode der Kampagne bekommt der Spieler eine Folge der Serie präsentiert. Die Handlungen des Spielers während der gespielten Story beeinflussen dabei den Handlungsstrang der Serie. Sowohl bei der Produktionsqualität als auch bei der Besetzung handelt es sich tatsächlich um eine echte, professionelle, Fernsehserie. Insgesamt bekommt der Spieler so 4 Episoden je 22 Minuten geboten.

Wie bei diesen Rahmenbedingungen klar war – die Story steht im Deckungsshooter «Quantum Break» eindeutig im Vordergrund. Ihr schlüpft in die Rolle von Jack Joyce. Im Laufe der ersten Mission trefft ihr euren Freund Paul Serene – ein erfolgreicher Wissenschaftler, der euch in seine Experimente mit Zeitreisen einweiht. Natürlich geht während der Versuche etwas schief und ihr reist in der Zeit. Durch die Zeitreise erhaltet ihr spezielle Fähigkeiten in Bezug auf die Manipulation der Zeit. Das klassische durch den Raum «dashen» wird ebenso durch Zeitmanipulation erklärt wie die Verlangsamung der Zeit rund um euren Charakter, was die klassische Bullet Time, ähnlich wie in «Max Payne», ermöglicht. Mehr von der Story möchten wir an dieser Stelle nicht verraten. In Sachen Kritik können wir hier aber ein klares Lob aussprechen. Inhaltlich verspricht das Spiel eine Menge – und hält dies auch. Die Story ist logisch gut aufgebaut, spannend und enthält auch die eine oder andere unerwartete Wendung.

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Nicht nur im Zusammenhang mit der TV Serie spielen Schauspieler eine wichtige Rolle in diesem Titel. In der Serie finden wir natürlich reale Schauspieler wieder, im Spiel selbst aber ihre quasi digitalen Abbilder, die mit Hilfe von aufwendigem Motion Capturing in das Spiel übertragen wurden. Der Hauptcharakter wird von Shawn Ashmore verkörpert, u.a. bekannt als Charlie aus «Lost», der Wissenschaftler Paul Serene von Aidan Gillen, aktuell in HBOs Erfolgsserie «Game of Thrones» als Little Finger im TV.

Am Ende jedes Akts muss der Spieler eine schwerwiegende Entscheidung treffen, die einen erheblichen Einfluss auf die weitere Handlung besitzt. In der Regel trifft dies vor allem aber auf den Videospiel Teil der Serie zu, weniger auf die Serie an sich. Hier gibt es nur geringe, aber dennoch spürbare, Auswirkungen. Eine Entscheidung, die ich an dieser Stelle durchaus verstehen kann. Die Produktion dieses Titels muss ohnedies schon extrem teuer und aufwendig gewesen sein – hätten die Spielentscheidungen noch mehr Auswirken auf den Inhalt der Episoden, hätte ungleich mehr Bildmaterial produziert werden müssen. Generell erzählt die Serie eher die Geschichte aus der Sicht der Antagonisten, während ihr in den Kampagnen selbst die Geschichte der Guten schreibt. Ein netter Perspektivenwechsel, der an der einen oder anderen Stelle durchaus zum Nachdenken anregt und eine weitere ungewohnte Komponente in dieses Genre integriert. Die Serie kann einerseits direkt gestreamt werden, andererseits könnt ihr die Inhalte auch vorab auf eure Konsole oder euren Computer laden. Hierfür benötigt ihr jede Menge Speicherplatz und eine gute Internetleitung – bis zu 75GB werden alleine für die Serie fällig. Dafür gibt es die Inhalte sogar in 4K – eine Qualität und Professionalität, die wir uns in der Videobranche sonst nur wünschen können. Wer die Serie nicht direkt nach einer Spielepisode sehen möchte, kann diese auch überspringen – was wir an dieser Stelle aber nicht empfehlen möchten. Für den weiteren Spielverlauf ist es oft durchaus nützlich zu wissen, was aus der Sicht der Antagonisten passiert ist und diese antreibt.

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Direkt bei der Ankündigung hatte ich die grosse Angst, dass Remedy sich, erneut, nicht auf die wesentlichen Inhalte konzentrieren könnte – das Spiel. Ähnlich wie in meinem bisherigen Artikel stand auch in der Berichterstattung vor dem Spiel immer die Serie im Vordergrund. Doch der Kerninhalt eines Spiels ist das Gameplay und die Grafik an sich. Meine Ängste konnten jedoch schon in den ersten Spielminuten zerstreut werden. Der Titel ist technisch grandios umgesetzt, das betrifft die Grafik, den Sound und das Gameplay an sich. Die Handlungsplätze sind abwechselnd und sehr detailreich gestaltet, überall finden wir zusätzliche Gegenstände, mit denen wir interagieren können und noch mehr Inhalte in Erfahrung bringen. Die Kämpfe sind schnell, abwechslungsreich und dank der sechs verschiedenen Zeitmanipulationskräfte bieten sie auch ein wenig taktischen Tiefgang. Das Trefferfeedback und die Darstellung der Geschwindigkeit sind perfekt, sodass auch das reine durch die Level schiessen Spass machen würde. Dazu gibt es jede Menge Effekte, viele Elemente eines Schauplatzes sind zerstörbar, und alles läuft absolut flüssig bei angenehm hoher Framerate auf der Xbox One. Dies liegt zwar teilweise an der vergleichsweise niedrigen Auflösung von nur 720p, wird durch einen beinahe Remedy typischen Unschärfe-Filter aber perfekt kaschiert. Neben den Kämpfen gibt es auch kleine Rätselpassagen. Oft finde ich solche Unterbrechungen in anderen Shootern eher störend – nicht so in «Quatum Break». Der Schlüssel zur Lösung dieser Rätsel sind meist unsere eigenen Kräfte zur Manipulation der Zeit – so werden diese Fähigkeiten nicht nur im kriegerischen Einsatz, sondern auch im logischen Ansatz in das Spiel integriert – eine wirklich schöne Umsetzung.

Quantum Break
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Alles in allem hatte «Quantum Break» für mich nur einen Kritikpunkt: Den Umfang bzw. die Spielzeit. Das Spiel konnte mit knapp über 8 Stunden, inkl. der vier Serienepisoden, schlichtweg begeistern – doch dann war leider das Ende der Story erreicht. Das soll keine Kritik am Entwickler sein – 8 Stunden auf diesem Niveau sind durchaus in Ordnung. Doch gerade ob der Begeisterung für diesen Titel hätte ich mir ein Spiel im Umfang des 300+ Stunden Formats wie beispielsweise «Fallout» gewünscht. «Quantum Break» ist somit aus meiner Sicht eine klare Empfehlung und rittert sich jetzt schon geistig um den Titel «Bestes Spiel des Jahres» – zumindest bei mir. Sofern ihr nicht absolut allergisch auf Zeitreisen oder Deckungsshooter seid, solltet ihr hier auf jeden Fall zuschlagen.

Anmerkung: Xbox One und Windows 10
Eigentlich wurde «Quantum Break» als Exklusivtitel für die Xbox One vorgestellt. Im Laufe der Entwicklung wurde ebenfalls eine Version für Windows 10 angekündigt – kein Wunder, denn eine Einschränkung rein auf die Xbox hätte ab einem gewissen Entwicklungszeitpunkt keinen Sinn mehr gemacht.

Im Sommer 2015 erschien Windows 10, das neue Betriebssystem von Microsoft für den Computer – und – für die Xbox One. Somit war letztlich die Basis gleich. Ebenso wurde zum gleichen Zeitpunkt das Feature des Gamestreamings veröffentlicht, wodurch der Titel ohnedies über Umwege unter Windows 10 spielbar gewesen wäre. Insofern begrüsse ich den Release auf beiden Plattformen – vor allem aufgrund dessen, dass die Vorbesteller der Xbox One Fassung auch die Windows 10 Fassung zusätzlich kostenlos laden konnten.

 

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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