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Bayonetta 2

Bayonetta 2

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Anfang 2010 begann der Siegeszug der japanischen Superheldin Bayonetta auf den damals aktuellen Konsolen von Microsoft und Sony. Ganz anders dann bei Version 2: Die Entwickler von Platinum Games entschieden sich fast fünf Jahre später, den Titel exklusiv für die Wii U zu veröffentlichen. Mit dem USK 16 Rating ist es eines der wenigen Spiele für Erwachsene für die sonst so kinderfreundliche Nintendo-Plattform. Offenbar war der Titel dennoch ein Erfolg. Beinahe vier Jahre später gibt es jetzt eine Neuveröffentlichung auf der Switch.

Bayonetta 2

Nach vier Jahren Pause kehren die Hexen also zurück, diesmal auf die Nintendo Switch. Das Remake bringt gleich ein kleines Gimmick mit sich: Zwar ist nur Bayonetta 2 auf der Cartridge enthalten, ein Code für das Remake des ersten Teils für die Nintendo Switch liegt dem Spiel jedoch bei. Neben den beiden Spielen gibt es auch noch die sonst separat zu kaufenden zusätzlichen Kostüme der Protagonistin. Insofern könnt ihr die komplette Geschichte von Bayonetta auf der mobilen Nintendo Konsole (neu) erleben.

Nackte Haut, Blut und Hexen

Während die Heldin Bayonetta mit ihrer Schwester auf einem Shopping Ausflug ist, geht das ein oder andere schief. Die Stadt wird angegriffen und die hübsche Hauptdarstellerin muss den feinen Zwirn schnell gegen ihren Kampfanzug tauschen. Nur wenige Atemzüge später finden wir uns auf den Flügeln eines Kampfjets wieder, ehe wir nach kleinen Geplänkeln dann einem großen Drachen gegenüberstehen. Im Zuge des Einsatzes misslingt einiges und Jeanne wird schwer verletzt. Bayonetta begibt sich daher in die Unterwelt, um ihre Schwester zu retten.

Wo es anderen Actionspielen an Story fehlt, bringt dieser Titel überraschend viel Hintergründe und eigene Erzählungen mit sich. Trotz allem wird eines schnell klar: Bayonetta ist anders. Der Titel ist überdreht, rasant und abgefahren. Zudem gibt es jede Menge, gut untertiteltes, Fäkalvokabular und viel nackte Haut. Dazu gesellen sich übergroße Spezialeffekte und reichlich Blut. Bayonetta ist eindeutig nicht für Kinder geeignet – möchte es mit einer Freigabe ab 16 Jahren jedoch auch nicht sein.

Steuerung mit Touchscreen

Nintendo Hardware bietet traditionsgemäß viele, sehr eigentümliche, Steuerungskonzepte. Während der Hersteller selbst die Steuerung immer perfekt implementiert, lässt die Umsetzung von Drittherstellern oft zu wünschen übrig. Das Actionrollenspiel von Platinum ist hier eine willkommene Abwechslung. Die Steuerung funktioniert in jedem der möglichen Spielmodi ohne Probleme. Im Tabletmodus gibt es sogar ein Novum. Hier kann der Titel auch via Touchscreen gesteuert werden. Per Fingertipp wählt ihr Gegner und Zone aus, mit flinkem Wischen weicht ihr aus – eine wirklich gelungene Neuerung. Mir wäre aktuell kein großer Titel bekannt, der den Touchscreen der Switch tatsächlich nutzt. Trotz allem funktioniert auch die Steuerung mit den JoyCon optimal, sodass der Screen zu Recht nur ein nettes, eigentlich nicht notwendiges, Add-on bleibt.

Technisch herausfordernd

Grafisch konnten die Entwickler im Vergleich zu der Wii U Version – sehr überraschend – noch einmal nachlegen. Das komplette Spiel wird in Full HD aufgelöst, damit sind vor allem die Hintergründe und die Zwischensequenzen deutlich schöner anzusehen. Leider gilt dies nur für den gedockten Modus am Fernseher, mobil skaliert das Spiel nur mit 720p. Während der rasanten Kämpfe bricht die grafische Darstellung teilweise ein, darunter leidet aber nur der Detailgrad und nicht die Spielgeschwindigkeit. Platinum nutzt die zur Verfügung stehende Hardware zu jeder Zeit optimal aus und liefert eines der grafisch anspruchsvollsten Titel bisher ab.

Der Actionhit jetzt mobil

Bayonetta ist vieles, aber definitiv nicht politisch korrekt. Mehr als einmal bedient sich der Titel dem englischen Wortspiel, das sich rund um „Witch“ bilden ließe, beinahe immer wird der Charakter übertrieben sexualisiert dargestellt. Dafür gibt es immerhin jede Menge Humor und eine überraschend starke Heldin. Während die Geschichte anfangs schnell an Fahrt aufnimmt, gibt es nach dem ersten Kapitel leider eine kleine Durststrecke. Mit etwa zehn Stunden Spielzeit ist der zweite Teil auch ziemlich umfangreich. Zudem erhalten Käufer auch den ersten Teil mit im Paket – eine wirklich angenehme Nebenerscheinung, von der sich andere Hersteller gerne eine Scheibe abschneiden dürfen.

Das kunterbunte, rasend schnelle Actionpaket wird Nintendo-typisch noch um einige bekannte Kostüme anderer Charaktere aufgepeppt. Der Hersteller schafft es gut, auf die unterschiedlichen Spielsituationen einzugehen und liefert sowohl für den TV-Einsatz als auch mobil eine gut angepasste Umsetzung. Bei der Steuerung wurde gute Arbeit geleistet, sogar der Touchscreen wird unterstützt. Weiterhin gilt: Bayonetta bitte nur für Erwachsene – Actionfans können sich aber auf viele Stunden Feuerwerk freuen.

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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