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Torment: Tides of Numenera

Torment: Tides of Numenera

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Um die Jahrtausendwende herum erfreute sich Planescape: Torment grösster Beliebtheit. Das Rollenspiel wurde von den Black Isle Studios entwickelt und basierte auf dem Advanced-Dungeons-&-Dragons Regelwerk. Im Jahr 2013 erwog inXile Entertainment die Entwicklung eines geistigen Nachfolgers.

Torment: Tides of Numenera

Die Resonanz auf Kickstarter war enorm. Über 74.000 Unterstützer stellten ein Kapital von über vier Millionen Dollar für die Entwicklung zur Verfügung. Vier Jahre zogen ins Land, nun wurde das Rollenspiel endlich veröffentlicht.

In Sachen Setting setzt Tides of Numenera wieder auf die titelgebende Vorlage aus dem Pen-&-Paper Bereich, sie wurde von Monte Cook geschrieben. Er war auch der leitende Entwickler hinter Planescape: Torment. Der Spieler wird eine Milliarde Jahre in die Zukunft versetzt. Mithilfe alter Technologien schaffte es ein Bewohner der Welt, durch den Transfer seines Geists, unsterblich zu werden. Dadurch stieg er zu einem Gott unter Sterblichen auf, rief aber auch eine Bestie – den Hüter des Gleichgewichts – auf den Plan, der nun ohne Rücksicht Jagd auf den Aufgestiegenen macht. Der Spieler schlüpft in den letzten Körper des aufgestiegenen Gottes und erwacht inmitten des Chaos.

Unseren Charakter legen wir – wie bei Spielen dieses Genres gewohnt – über einen einfachen Charaktereditor an. Unsere Historie, die Auswirkung auf die darauffolgende Handlung hat, legen wir durch das Beantworten von Fragen fest und anschliessend wählen wir eine passende Klasse. Hier haben wir die Wahl zwischen einem Magier, einem Krieger und einem Allrounder – natürlich alles sehr Technik und SciFi lastig.

Im Laufe der – sehr wortreichen – Geschichte rekrutieren wir nach und nach neue Gefährten. Bis zu drei von ihnen können wir auf unsere jeweiligen Einsätze mitnehmen. Die Bandbreite der unterschiedlichen Charaktere ist enorm – ebenso der Fähigkeitenpool. So kann der Spieler gut und gerne einige Stunden alleine in den Charaktereditor stecken – weniger zur Erstellung der Charaktere als vielmehr zur Adaptierung derer Fähigkeiten und Werte. Umfang und Komplexität sind generell die beiden grossen Stärken des Spiels, auch in Bezug auf die Quests und die verfügbare Ausrüstung.

Wer auf reine Action und Kämpfe Wert legt, wird jedoch enttäusch sein. Das Spiel bietet extrem viele und sehr lange Dialoge. Ebenso viel Zeit investieren wir in Nachforschungen und die Rätsel. Generell stehen zwischenmenschliche, nicht kämpferische, Interaktionen klar im Vordergrund – die meisten Auseinandersetzungen lassen sich auch völlig ohne einen Kampf lösen. Zumeist gibt es auch mehrere Möglichkeiten, um Probleme zu lösen – und es ist schön, so viel Handlungsspielraum zu haben.

Auch der eigene Tod ist eine mögliche Lösung – denn der Tod des Charakters ist de facto unmöglich. Nach jedem Tod landen wir im Nexus und können von dort auch wieder entfliehen. Dabei ist es möglich, andere Interaktionen unseres Bewusstseins zu finden und auch verloren geglaubte Erinnerungen zu reaktivieren. ​

In Sachen Technik kann der Titel besonders durch den enormen Umfang, weniger aber aufgrund der Darstellung punkten. Das komplette Gameplay ist gut gelungen, vor allem angesichts des Umfangs ist die Steuerung sehr vorbildlich. Das Spiel ist sehr atmosphärisch, alles ist sehr dunkel und herabgekommen, die Darstellung ist aber nicht auf dem aktuellen Stand der Technik.
Torment: Tides of Numenera sei allen Fans von grossen Rollenspielen ans Herz gelegt. Wir bekommen ein sehr umfangreiches, komplexes Rollenspiel mit viel Story und jeder Menge Charme geboten – Spieler von Titeln wie «Reckoning» oder ähnlichen Action-Rollenspielen sollten aber besser die Finger von diesem Titel lassen.

 

Jan Gruber

Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler – Unser Geek aus Wien

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