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The Inpatient

The Inpatient

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Im Jahr 2015 präsentierte Supermassive Games mit Until Dawn einen Überraschungshit. Der Teenie-Horror-Slasher wurde exklusiv auf der PlayStation 4 angeboten und schnell vom Geheimtipp zum Verkaufserfolg. Jetzt bringt das Studio das Prequel für die PS VR heraus.

The Inpatient

Gut anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung steckt VR generell immer noch in den Kinderschuhen – völlig egal, ob es sich um die Produkte von Occulus, HTC oder Sony handelt. Sony bietet das billigste Produkt, es funktioniert als einziges mit der am weitesten verbreiteten Konsole und führt den kleinen Markt an. Nach wie vor stehen alle Hersteller vor einem Problem: Es fehlen die wirklichen Killertitel – Spiele, die als Systemseller die Hardwareverkäufe ankurbeln. Zudem kämpfen alle Hersteller mit der Leistung, vorne weg Sony, die auch das schwächste System anbieten. Es gibt ein klassisches Henne-Ei-Problem. Entwicklungsstudios wollen keine Unsummen in aufwendige VR Titel investieren, da die potentielle Kundenbasis zu klein ist. Die Hardware verkauft sich aufgrund der fehlenden Titel aber nicht besonders.

Guter Start, schwache Fortsetzung

Kommen wir zu Sonys nächstem Versuch, den einen Titel abzuliefern. In The Inpatient erwacht ihr in der Nervenheilanstalt Blackwood Pines. Ihr seht euch mit einem Psychiater konfrontiert, der gemeinsam mit euch versucht, eure Amnesie zu heilen. So lernt der Spieler nach und nach die Vergangenheit des Charakters kennen und arbeitet mit dem Arzt seine Amnesie auf. Nach den Behandlungen werden wir zurück in unseren Schlafraum geführt. Dort wartet ein ebenfalls verrückter Mitbewohner, der mit der Zeit seine Verschwörungstheorie abspinnt. In der Anstalt soll es eigenartige Vorkommnisse geben, das Personal sich an den Patienten vergehen und mit ihnen Experimente durchführen. Während wir allmählich auch das restliche, sehr eigenartige, Personal kennen lernen, finden wir heraus, dass an der Theorie doch etwas dran sein könnte,…

Vor allem die – für das Genre typische – Amnesie macht den Start durchaus spannend. Gefangen zwischen Wahnsinn und Unwissen gilt es, die Geheimnisse der Anstalt herauszufinden. Leider flaut diese Spannung sehr schnell ab, nach kaum mehr als einer Stunde regiert Eintönigkeit.

Stimmungsvolle Inszenierung

Supermassive schafft es erneut, eine wirklich stimmungsvolle Inszenierung abzuliefern. Das betrifft sowohl die Gestaltung der Umgebung als auch die der Charaktere. Das Hauptelement des Spiels sind die Träume des Zellennachbarn, in denen wir das Geheimnis nach und nach lüften können. Leider sind wir währenddessen quasi nur Passagiere, durch das Auswählen gewisser Gegenstände triggern wir neue Ereignisse. Das Gefühl, wirklich selbst tätig zu sein, fehlt leider komplett.

Die Sache mit der Technik

Bleibt da noch das Thema Technik – und hier kann The Inpatient leider nicht überzeugen. Die Entwickler gaben sich offensichtlich große Mühe, gut mit der limitierten Leistung auszukommen, dennoch ist das Ergebnis größtenteils sehr dünn. Die Umgebung ist schön gestaltet, weniger anspruchsvolle Elemente wie Musik versuchen das Bild zu vervollständigen. Bei einem näheren Blick wird dem Spieler die niedrige Auflösung aber sofort bewusst. Gerade bei VR ist und bleibt dieser Umstand einer der größten Brüche der Realität. So ist es schwer, sich wirklich in der viel zu künstlichen Welt zu verlieren.

Leider gibt es auch Probleme bei der Steuerung. Die Änderung des Blickwinkels wird zur reinen Glückssache. Der Blick bleibt immer wieder einfach hängen – anders, wenn ihr den Stick auch nur einen kleinen Tick nach unten dreht, dann dreht sich der Kopf sofort um 180 Grad.

Reiner Horror in kleinen Dosen

Grundsätzlich ist der Ansatz von The Inpatient gut gelungen. Nur eine gute Idee allein reicht jedoch leider nicht. Nach einem vielversprechenden Einstieg geht es träge weiter, nach nur drei Stunden seht ihr bereits den Abspann. Die Stimmung ist dünn, aber gut gelungen, alles andere scheitert dann letztlich an der Technik. Schuld daran ist einerseits die geringe Leistung, die der Hardware zur Verfügung steht, andererseits aber auch grundlegend falsche Designentscheidungen der Entwickler. So wird die Steuerung schnell zum Hindernis, hier haben andere Titel bereits besseres gezeigt.

Die Suche nach der einen Killer-Applikation für VR geht leider weiter – The Inpatient ist ein nettes Abenteuer für zwischendurch, das zumindest Fans von Until Dawn kurze Zeit unterhalten wird.

 

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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