No Man’s Sky

No Man’s Sky

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Selten hat ein Titel seit dessen Ankündigung einen so grossen Hype ausgelöst wie «No Man’s Sky». Das Weltraum Abenteuer aus der kleinen Entwickler Werkstatt Hello Games ist für die Playstation 4 seit 10. August 2016 erhältlich, noch vor dem Release der PC Version. Ob das Spiel verspricht was sich die Fans erhoffen, versuchen wir in unserem Review zu klären.

No Man's Sky

Aber was macht denn «No Man’s Sky» so speziell? Zum einen ist es sicher das schon fast abartig grosse Universum. Im Spiel existieren laut den Entwicklern über 18 Trillionen Planeten !!!

Wer es genau wissen will, es sind: 18‘446‘744‘073‘709‘551‘616 !!!

Oder: 18 Trillionen, 446 Billiarden, 744 Billionen, 73 Milliarden, 709 Millionen 551 Tausend und 616.

Auch interessant: diese immense Zahl ist nichts anderes als 264 und diese kenne ich noch von der «Weizenkornlegende». Nur so am Rande erwähnt, vielleicht interessiert‘s ja jemanden….

Ufffff….. Mir gefällt schon alleine diese Zahl. Ihr seht, das sind unfassbare Zahlen. Laut Hello Games würde ein einzelner Spieler 500 Millionen Jahre benötigen um alle Planeten dieser prozedural generierten Galaxie zu besuchen. Ein prozeduraler Algorithmus generiert einfach gesagt alles, von Planeten, deren Beschaffenheit, über Flora und Fauna und allerlei anderer Kreaturen. Die Entwickler haben laut eigenen Aussagen sogar virtuelle Sonden programmiert, welche das Universum anstelle von menschlichen Spielern getestet haben. Wahnsinn.

Was mir persönlich speziell gut gefällt an «No Man’s Sky» ist die Freiheit mit meinem Raumschiff durch die Galaxien zu fliegen, zu landen wo ich grad Lust hab und allerlei Neues zu erforschen. So ist der Übertritt vom dunkeln All in die Atmosphäre eines Planeten sauber und nahtlos zu spielen. Das gibt dem Ganzen wirklich ein Freiheitsgefühl sondergleichen.

Weiter kann man sich nach seinen Vorlieben eine Rolle aneignen. Entweder man schlüpft in die Entdecker Rolle oder doch lieber Händler oder sogar Weltraum Pirat der nur auf Geballer aus ist? Up to you. Aber Egal zu was man sich entschliesst, sämtliche Entscheidungen werden Konsequenzen auf den weiteren Spielverlauf haben. Cause and Effect…

Nachtflug über einen Planeten
Nachtflug über einen Planeten

Story

Eine wirkliche Story vermisst man ein wenig im Spiel. Einzig erhält man Ziele wie zu Beginn des Spiels: «Repariere das Raumschiff» oder «verlass den Planeten». Als Hauptziel muss man die Mitte des Universums finden, was auch immer das heisst. Zumindest erhält man einige wenige Tips als roten Faden, jedoch muss man vieles selber rausfinden.

Somit startet Ihr auf einem zufälligen Startplaneten, Euer Raumschiff ist ein qualmendes, flugunfähiges Wrack und Ihr wisst zuerst mal gar nicht was zu tun ist. Nach und nach findet ihr aber raus was zu machen ist und so müssen zuerst euer Weltraumschlitten und wichtige Gerätschaften wie z.B. Jetpack, Scanner etc. repariert werden. Dafür müsst Ihr die verschiedensten Materialien farmen und die nötigen Ersatzteile craften. Sobald Ihr ein wenig weiter seid, könnt Ihr mittels Scanner die Umgebung abtasten und wisst so wo Ihr die nötigen Materialien zu suchen habt. Die einzelnen Planeten haben unterschiedliche Beschaffenheiten und so kann die Atmosphäre sehr toxisch oder radioaktiv sein. Durch Euren Exo Anzug seid ihr geschützt, jedoch nimmt die Schutzfunktion ab, je länger man sich in der Atmosphäre aufhält. Und wenn es dann mal soweit ist und die Schutzfunktion down ist , nimmt Eure Lebenserhaltung massgeblich Schaden. Zurück im Cockpit könnt Ihr den Anzug wieder aufladen. Das heisst jetzt aber bei euren Spaziergängen, nicht zu weit vom schützenden Schiff entfernen. Das beisst sich jetzt aber mit den Ressourcen Positionen, die Ihr unbedingt erreichen müsst. Tja, so einfach ist es dann doch nicht, viel Spass mit dem Haushalten der Ressourcen.

Radioaktive Umgebung - Die schützende Einrichtung ist nah
Radioaktive Umgebung – Die schützende Einrichtung ist nah

Farmen, Craften, Handeln

Somit besteht Eure Mission hauptsächlich im Entdecken von Systemen, Planeten, ausserirdischen Lebensformen und deren Geschichte, Siedlungen und Ruinen, mysteriösen Artefakten und Bauplänen für Upgrades Eurer Ausrüstung. Und natürlich müsst Ihr Material farmen was das Zeug hält. Plutonium und Kohlenstoff zum Beispiel benötigt man um die Lebenserhaltung und den Schutzanzug zu reparieren. Andere, häufig vorkommende  Rohstoffe wie Zink, Eisen oder Aluminium um Bauteile zu craften. Oder dann Heridium, Iridium oder Emeril, welches begehrte Rohstoffe auf den Handelsplätzen sind und entsprechend für gutes Geld verkauft werden können. Gewisse Rohstoffe haben in verschiedenen Systemen sehr unterschiedliche Kaufs- resp. Verkaufswerte. Ich habe z.B. soeben eine Raumstation gefunden, welche übermässig viel Cash für Plutonium bezahlt. Und zufälligerweise einen nahen Planeten, welcher über ein sehr grosses Plutonium Vorkommen verfügt. Es ist zwar ein bisschen mühsam, aber um schnell an genügend Cash zu kommen, fliege ich jetzt halt ein paar mal den Planeten an, farme Plutonium was das Zeug hält, düse zurück auf die Raumstation und verticke alles für verdammt viel Kohle. Easy Money… Auf allen Planeten gibt es zudem Siedlungen, mal verlassen mal bewohnt, dort könnt Ihr zum einen ebenfalls Ware verkaufen und kaufen, Rätsel zur Story lösen und mit den Ausserirdischen interagieren. Reagiert Ihr richtig im Umgang mit den Ausserirdischen werdet Ihr belohnt mit Bauplänen, Cash oder lernt neue Wörter der ausserirdischen Sprache. Und das interessante daran ist, je mehr Wörter ihr lernt, desto besser versteht ihr die Sprache respektive was die Lebensformen von Euch wollen, wenn sie mit euch sprechen. Also schön fleissig Vokabeln büffeln.

Menu einer Handelszentrale
Menu einer Handelszentrale

Gefarmt wird mit einem Bergbaustrahl, welcher beim Zielen auf die Ressourcen anzeigt um was für Material es sich handelt. Das Objekt der Begierde mit dem Werkzeug zerstören und schwupp, fliegen Euch die Rohstoff-Klumpen entgegen resp. in euer Exo-Anzug Inventar, zumindest kein mühseliges einsammeln ! Die Inventarplätze im Exo-Anzug sind stark begrenzt, dafür hat man im Raumschiff noch weitere Inventarplätze und man kann, wenn man nicht allzu weit vom Raumschiff entfernt ist, die gesammelten Items per Knopfdruck vom Anzug ins Schiff und retour transferieren. Soweit so cool.

Farmen mit dem Bergbaustrahl
Farmen mit dem Bergbaustrahl

Nun kommt aber dir Krux: die Inventarplätze werden auch durch gecraftete Updates benutzt, seien dies zum Beispiel Jetpack-Upgrades im Exo Anzug Inventar oder Schub und Laserkanonen-Upgrades im Raumschiff. Das heisst dann, dass man mit den bestehenden 12 Inventarplätzen im Anzug und 15 im Spaceship dann schnell mal an seine Grenzen kommt. Dann noch die lebensnotwendigen Ressourcen nicht vergessen, da bleibt nicht mehr so viel Platz um wirklich zu farmen und sammeln. Sobald das Inventar voll ist, muss man seine Güter an einem der etlichen Handelsposten verkaufen oder man verschrottet sie um wieder einen Slot frei zu machen, ist aber auch schade….. Zumal viele Handelsposten meine coolen Güter nicht mal wollen. Hier sollte man versuchen so schnell als möglich Inventarplätze zu erweitern. Dies kann man machen, indem man auf den Planeten nach grünen Fragezeichen Ausschau hält, welche manchmal ein Upgrade enthalten. Oder wenn man genug Cash hat kauft man sich einfach ein Raumschiff mit mehr Platz.

Das winzige Inventar des Raumschiffes
Das winzige Inventar des Raumschiffes

Dabei müsst ihr immer darauf achten, dass Ihr von den unbedingt benötigten Ressourcen immer genügend dabei habt, um eben notwendige Reparaturen durchzuführen oder Energie für Euren Raumgleiter und das Lebenserhaltungssystem bereitzustellen. Sonst kann es schon mal vorkommen, dass ihr auf einem Planeten mit stürmischen minus 154 Grad Celsius gestrandet seid und zuerst Plutonium suchen müsst um wieder starten zu können. Aber immer schön auf die sogenannten «Sentinels» achten. Das sind fliegende Bots , welche den Planeten bewachen und einschreiten, wenn man zuviel farmt oder Tiere und Pflanzen unnötig killt. Auf gewissen Planeten sind diese «Sentinels» passiv und gleichgültig aber auf anderen Planeten sind sie auch sehr streng und aggressiv. Sobald man sich nicht angepasst verhält, geben sie Alarm, verteidigen ihr Zuhause und beginnen ohne Vorwarnung zu schiessen. Man erhält je nach Vergehen einen Fahndungslevel, ähnlich wie z.B. in GTA, und je mehr Wächter man dann abschiesst, umso höher steigt der Level. Dies kann soweit führen, dass im All, nach erfolgreicher Flucht vom Planeten, ein massiges Wächter Raumschiff auftaucht und Euch ebenfalls mit Laserfeuer eindeckt.

Kritisches abscannen der Sentinels
Kritisches abscannen der Sentinels

Auf den einzelnen Planeten sollte man ebenfalls Lebewesen und Pflanzen scannen und katalogisieren. Alle neuen Entdeckungen sowie die Sternensysteme und Planeten welche noch von keinem anderen Spieler entdeckt wurden – und das ist bei 18‘446‘744‘073‘709‘551‘616 Planeten nicht so schwierig – können persönlich getauft und in die Cloud hochgeladen werden. Für diese Aktionen gibt's wieder wertvolle Credits und vor allem kann man sich im Spiel verewigen. Denn mein erster entdeckter Planet heisst jetzt «Sommerion» und wird zukünfitg auch für andere Explorer so heissen! Bei so vielen Entdeckungen erweist sich die Namensgebung mit der Zeit als knifflig, will man doch coole Namen mit Erkennungswerten erfinden. Bei Pflanzen und Tieren hört bei mir der Spass auf, da sollen die doch heissen wie sie wollen…

Upload Menu für die Entdeckungen
Upload Menu für die Entdeckungen

Gameplay

No «Man’s Sky» spielt sich in der First Person Sicht und ist sehr einfach gehalten, nichts spezielles bis dahin. Aber sobald man das erste Mal mit dem Raumschiff vom Planeten abhebt und in den Orbit fliegt, zaubert es einem ein Lächeln ins Gesicht. Aus einem einzigen Grund: es ist wirklich super inszeniert ! Auch nach dem hundertsten Mal ist es immer wieder ein Erlebnis und macht einfach riesigen Spass. Wie eingangs erwähnt funktioniert der Übergang von Planetenoberfläche zu Weltraum fliessend und problemlos. Die Raumschiffkontrollen sind ebenfalls sehr einfach gehalten, man kann nicht crashen und darf landen wo man möchte, mit einem einzigen Knopfdruck. Das Raumschiff fliegt in einem langsamen Tempo selbständig, per Tastendruck wird beschleunigt oder abgebremst. Dann ist da noch der Impulsantrieb, der uns um einiges schneller voran bringt. Um zwischen Sternensystemen zu reisen steht einem später der Hyperantrieb zu Verfügung. Aber Vorsicht: Impuls- und Hyperantrieb müssen manuell aufgeladen werden, also immer fleissig Rohstoffe am Lager haben. Zum Glück gibt es die nötigen Ressourcen zumindest für den Impulsantrieb überall im All, dazu schiesst man lediglich Asteroiden ab. Für den Hyperantrieb ist es hingegen ein wenig kniffliger, dazu muss man Warp-Zellen craften und für diese benötigt man halt sehr viel und spezielle Mittel. Ihr werdet’s selber rausfinden.

Mit Impulsantrieb zum nächsten Ziel
Mit Impulsantrieb zum nächsten Ziel

Graphisch haut mich «No Man’s Sky» jetzt nicht gerade aus den Socken. Es gibt einige graphische Böcke beim Aufbau des Geländes wenn man zum Beispiel über einen Planeten hinweg fliegt. Aber was mir sehr gut gefallen hat sind die farbigen, atmosphärischen Farben auf Planeten, besonders bei Tag- und Nachtwechsel, und die immense Vielfalt an Raumschiffen, Lebewesen etc. Dank dem oben erwähnten prozeduralen Algorithmus werden echt witzige Tiere generiert so z.B. ein giraffenartiges Irgendetwas, mit nur zwei Raubtierbeinen und einem riesigen Elch Geweih. Sehr Strange… Und eben, wie taufen wir das Ding vor dem Hochladen? Giröwe? Leopelch? Alpha 528?

Was mich ein bisschen gestört hat

Was fehlt sind Navigationshilfen wie zum Beispiel eine Übersicht der Galaxie. Einmal entdeckte Planeten finden wir zwar wieder, aber es ist relativ schwierig, da man die Punkte nicht mit einem Cursor markieren kann. Das Navigationssystem ist zwar optisch cool gemacht, nur findet man sich schlecht zurecht.

Navigation sieht schön aus. aber....
Navigation sieht schön aus. aber….

Wenn man mit prall gefülltem Laderaum in Richtung einer Weltraumstation fliegt um seine Ware gegen gutes Cash einzutauschen, kommt es immer wieder vor, dass uns feindlich gesinnte Raumschiffe scannen, die wertvolle Ware erkennen und uns dann versuchen auszurauben resp. abzuschiessen. Meistens kommen die bösen Buben dann mit 3 oder 4 weiteren Raumschiffen, was die Weltraumschlachten dann frustrierend schwierig machen. Oder ich kann's einfach nicht besser….

Abschiessen von Meteoriten
Abschiessen von Meteoriten

Ein grosser, anfänglich sehr lästiger Punkt ist das relativ mickrig kleine Inventar. Da sich «No Man’s Sky» ja meiner Meinung nach als Entdecker- oder Farmerspiel rauskristallisiert und man ständig am farmen ist, nervt es dann schon ein wenig, wenn ständig der Spruch ertönt: «Inventar voll». Hier schneidet sich das Game ein bisschen ins eigene Fleisch. Wie oben erwähnt, benötigt man für Exo-Anzug und Raumschiff einige wichtige Upgrades um einigermassen über die Runden zu kommen, und dann bleiben halt schon recht wenige Inventar Slots zu Verfügung um die gefarmten Güter zu lagern.

Man kennt vielleicht die schönen Bilder von Planeten mit Dinosaurier-ähnlichen Viechern und üppiger Vegetation aus Werbungen. Aber wo zum Teufel sind diese? Ich habe jetzt sicher schon ca. 30 Planeten gefunden und angeflogen, aber fast jeder war bisher sehr karg und wenig besiedelt. Entweder Wüsten-, Eis- oder sonstige Schotterplaneten. Ich hoffe nicht, dass bloss eine Handvoll der 18 Trillionen, 446 Billiarden, etc. etc. etc. so cool besiedelt sind. Oder mein Raumschiff Navi führt mich einfach an die falschen Orte, wer weiss.

«No Man’s Sky» lässt neben dem Erkunden, farmen und craften noch viele Wünsche offen. Mal schauen ob und was Hello Games in den kommenden Monaten noch als Update Inhalte nachliefert. Was sicher noch nötig ist, sind Patches die das Spiel sauber laufen lassen, denn es stürzt doch ab und zu wieder ab und das ist dann relativ lästig, wenn man nicht gespeichert hat.

Eine ausserirdische Lebensform - sieht böse aus....
Eine ausserirdische Lebensform – sieht böse aus….

Fazit

Ganz klar ist, dass der Hype, der «No Man’s Sky» vorausgegangen ist, dem Titel eher geschadet hat. Man sollte das Spiel hinsichtlich dessen bewerten und schätzen, was es effektiv bietet und nicht was die ganze Community sich wünscht, dass es zu bieten haben sollte. Viele User werten den Titel deshalb ab, meines Erachtens völlig unbegründet. Es gibt sicherlich bessere Ballerspiele und Handelssimulationen, aber als Entdeckerspiel, und das ist «No Man’s Sky» eindeutig, ist es der Hammer. Ich würde das Spiel ein bisschen als «Minecraft für Space Junkies» deklarieren einfach ohne Baufunktion. Die ersten 10 bis 20 Stunden machen wahnsinnig Spass, jedoch verfliegt die erste Euphorie danach ein wenig, da es doch an Abwechslung mangelt und sehr repetitiv erscheint. Jedoch sind ja eigentlich viele Spiel repetitiv, wenn ich z.B. an Assassin’s Creed oder Just Cause 3 denke, um nur einige zu nennen. Somit bleibt «No Man’s Sky» trotz den paar negativen Punkten ein wahres Erlebnis. Freiheit pur, Erkunden, schöne grosse Welten. Ein echtes Wow-Erlebnis, ungewöhnlich und berauschend. Und wer weiss, vielleicht gibt’s ja in naher Zukunft noch DLC’s welche neue Features bringen. Eines muss zum Schluss noch ganz klar noch gesagt werden: «No Man’s Sky» ist ein Zeitfresser par exellence ! Wer nicht gewillt ist, viel Zeit zu investieren, ist hier falsch.

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Andreas Sommer Vater von 3 Kindern, Playstation Zocker, Heavy Metal Freak, Bass Player, Star Wars Enthusiast, Rugby Fan, Gin Tonic Verehrer, Hobbykoch, Fasnächtler

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