Need for Speed

Need for Speed

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Einleitend möchte ich erwähnen, dass ich kein großer Kenner von Rennspielen bin. Trotzdem machen auch mir solche Games zwischendurch Spaß. Somit hoffe ich, dass ich den Rennspezialisten unter Euch mit meinem Bericht nicht auf die Füße trete.

Need for Speed

Nachdem ich das Game ausgepackt und in die Konsole geschoben habe, kam bei mir schon der erste Dämpfer: Eine unheimlich lange Installationszeit. In dieser Zeit habe ich mir schnell einen Kaffee rausgelassen und auf dem Balkon eine geraucht…und dann noch einen Kaffee und nochmal eine Zigi…und dann noch schnell eine Waschmaschine starten… – evtl. reicht's nochmals für einen Espresso – eine gefühlte Ewigkeit also. Das soll aber der Bewertung hier mal keinen Abstrich machen, es ist halt so. «Gut Ding will Weile haben» und das ist ja bloß beim ersten Mal so… hoffentlich!

Aaah, endlich installiert, geladen und ready auf dem Home Menu. Schnell auf Play klicken und auf geht’s. Die Story beginnt mit einem Intro mit echten Schauspielern, welche mich als krassen Drifter und Racer kennenlernen und mich in Ihre Garage mitnehmen, um mich den anderen Schraubern vorzustellen. Das Ganze in der 1st Person Ansicht. Und dann noch eine Sequenz, und noch eine – und ich finde verdammt nochmal keinen Button um das Ganze zu überspringen; er existiert nicht. Und der Film mit den peinlichen möchtegern-lustigen Laienschauspielern hört und hört nicht auf. Wenn das so weitergeht, kann ich vor lauter Kaffee-Konsum heute Abend nicht schlafen. Halloooo, wenn ich einen Autofilm sehen möchte, schaue ich «The Fast and the Furious»! Ich will jetzt zocken und nicht Filmchen schauen!!

Need for Speed - Filmszene
Need for Speed – Filmszene: meine neuen Freunde

Mich persönlich hat diese Warterei sehr gestört, die Filme sind gut gemeint aber todlangweilig. Die Entwickler wollten wahrscheinlich eine coole Story mit einbauen, aber ehrlich gesagt: Lieber keine Story, als diese hier. Dann endlich (ich glaub es nicht): ZOCKEN! Yeah!!

Graphisch kommt das Spiel ganz ordentlich rüber, die nassen Strassen respektive die Spiegelungen sind schön umgesetzt, auch die Umgebung sieht gut aus. Eine Umsetzung gefällt mir persönlich nicht, vor allem jetzt im Winter, wo es draußen so früh dunkel wird, das Wetter entsprechend nass ist, d.h. die Winterdepressionen bereits angefangen haben: Gefahren wird ausschließlich nachts und es regnet meistens, was ich ein bisschen schade finde. Kaum dämmert es, wird es urplötzlich wieder dunkel. Man könnte doch auch bei eitel Sonnenschein durch die Stadt cruisen.

Need for Speed - Umgebung
Need for Speed – Ain't no sunshine…

Ich bin vielleicht immer noch zu tief im GTA V Fieber, wo die Stadt doch lebendig ist. In Need for Speed sieht man keine Menschenseele auf der Straße. Ok, es ist ja immer Nacht und da schlafen die meisten Leute, aber es macht die Umgebung schon etwas steril und erinnert an irgendeine Geisterstadt. Ich muss aber auch sagen: Bei meinem Fahrstil bin ich froh, sind keine Menschen auf den Trottoirs….

Need for Speed - Geisterstadt
Need for Speed – Keine Fußgänger weit und breit

Man erhält dann entweder Telefonanrufe für die neuen Missionen oder kann vorbeisausende Autos herausfordern. Wobei das Telefon häufiger klingelt als bei uns im Geschäft in der Telefonzentrale… Nervt ein bisschen! Mit dem Navi kann man sich sauber zu den gewünschten Positionen navigieren lassen; auf der Straße erscheinen dann blaue Pfeile. Man kann jedoch nur Missionen oder Standorte wie die Garage anwählen. Möchte man irgendwohin fahren, wo nichts von dem vorhanden ist, kann man den Weg nicht markieren. Da hilft nichts anderes, als ständig auf die Map zu schauen um sich nicht zu verfahren. Nicht optimal. Wenn man mal einige Kurse und Orte freigeschaltet hat, kann man sich auch per Schnellreisefunktion bewegen. Macht vor allem Sinn, wenn man am untersten Punkt der Map steht und ganz in den Norden möchte. Außerdem entgeht man so den nervigen Polizeikontrollen – denn ist man einmal im Visier der Gesetzeshüter, ist es relativ lästig, die Verfolger wieder abzuschütteln. Wenn man jedoch außer Sichtweite ist, sich hinter einem Gebäude versteckt und den Motor ausmacht, ist man wieder safe.

Need for Speed - Flucht vor der Polizei
Need for Speed – Flucht vor der Polizei

Wie eingangs erwähnt, bin ich nicht so versiert im Schrauben und Tunen. Bei den vorhandenen Gadgets in der Garage hatte ich aber meinen Spaß, auch wenn ich mich nur auf Äußerlichkeiten wie z.B. Lackierungen, Aufkleber und coole Spoiler beschränkt habe. Profischraubern und Hobbytunern werden die ganzen wählbaren Funktionen wahrscheinlich zu langweilig sein. Das ist wohl der Unterschied zwischen einer Simulation und einer Arcade Version.

Need for Speed ist ein klassisches Arcade Rennspiel, das Fahrverhalten ist nicht realistisch aber dafür einfach, was mir persönlich aber eher entgegen kommt. Mit dem Standard-Flitzer ist es relativ schwierig, ein Rennen zu gewinnen. Das Auto bricht beim Bremsen hinten oft aus und ohne getunten Motor und Nitro-Einspritzung wird einem schnell mal gezeigt, wo der Bartli den Most holt. Sobald das Auto ein bisschen gepimpt wurde, machen die Rennen sofort mehr Spaß. In der ganzen Map sind 12 gratis Autoteile versteckt, welche man anschließend in die Karre einbauen kann. Nach ein paar gewonnen Rennen und hart verdienter Kohle kann man dann in der Werkstatt immer größere Teile kaufen und einbauen.

Need for Speed - Garage
Need for Speed – Ab in die Garage

Bei den Rennen hat mich erstaunt, dass man einen anschaulichen Vorsprung herausfahren kann und sobald man auch nur einen klitzekleinen Fehler macht, wie z.B. ein bisschen die Idealline verlässt oder eine Leitplanke leicht küsst, sofort von ALLEN Fahrern wieder überholt wird. ALLEN! In den leichten Levels hat man diese Fahrer dann schnell wieder mal eingeholt, mal schauen wie’s aussieht bei den etwas schwierigeren Levels. Wenn einem so ein Fahrfehler halt kurz vor Ende des Rennes passiert, wird man schnell mal Letzter. Typische Gummiband – Effekt. EA hat verlauten lassen, dass noch im November ein Update kommen soll, welches sich um die K.I. und eben die «Rubberband» Geschichte kümmert.

Need for Speed - Rennen
Need for Speed – Rennen

In der Need for Speed Umgebung sind ständig andere Spieler zugegen, man befindet sich also immer im Multiplayer Modus. Was aber auch voraussetzt, dass man immer online ist – das Spiel hat somit einen online-Zwang.  Da hoffen wir mal schwer, dass die EA Server nie den Geist aufgeben. Ich finde, ein solches Game müsste auch offline spielbar sein. Auch hier haben die Entwickler mal etwas anderes gewagt.

Need for Speed - Man trifft sich in der Bar
Need for Speed – Man trifft sich in der Bar

Fazit

Obschon es ein paar negative Punkte gibt und das Game nicht das hergibt, was sich Fans der Serie wahrscheinlich gewünscht haben, ist Need for Speed ein netter Zeitvertreib. Die Rennen machen soweit Spaß, es wird aber einfach ziemlich schnell langweilig. Einige Levels sind zu einfach, einige dagegen wieder fast nicht zu gewinnen. Wie ich von Freunden gehört habe, sind die Story Missionen auch recht schnell mal durchgezockt. Need for Speed ist jetzt nicht das Game, welches ich über Monate spielen werde. Zusammengefasst: Ganz nett!

Need for Speed - Aussicht
Need for Speed – Nette Aussicht

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Andreas Sommer Vater von 3 Kindern, Playstation Zocker, Heavy Metal Freak, Bass Player, Star Wars Enthusiast, Rugby Fan, Gin Tonic Verehrer, Hobbykoch, Fasnächtler

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