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God of War 4

God of War 4

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Die Sony PlayStation 4 punktet, vor allem in den letzten Monaten, durch besonders starke Exklusivtitel. Nach neuen Namen wie Horizon Zero Dawn im Vorjahr oder kürzlich Detroit Become Human legt Sony auch bei bekannten Reihen nach. Mit God of War 4 erlebt die Serie einen interessanten Reboot – in mehrerlei Hinsicht.

God of War 4

Ohne Frage – God of War ist alt geworden. Das gilt vor allem für die sehr archaische Story und das Design. Neben Tomb Raider muss auch dieser Titel sich Kritik im Hinblick auf Sexismus gefallen lassen, zudem wirkt die ganze Mentalität mittlerweile komplett aus der Zeit gefallen. Mit dem vierten Teil will Sony alles anders machen – und die Serie auf eine neue Konsole und in ein neues Jahrzehnt holen. Ob der Versuch klappt?

Handlung – von Midgard und dem Olymp

Im Hinblick auf das grundlegende Thema hat sich nichts geändert – zum Glück fällt die Welt von Göttern und Mythen nie so wirklich aus der Zeit. Wir schlüpfen erneut in die Rolle von Kratos. Der Gott der Macht, bzw. Geist von Sparta, ist mittlerweile alt und durchwegs sesshaft geworden. Er ist verheiratet und hat sogar einen Sohn, dieser hört auf den Namen Atreus. Das Spiel beginnt traurig: Kratos‘ Frau Faye ist tot. Die beiden Männer machen sich auf den Weg, um Holz zu sammeln und holzen dabei unbewusst eine alte Schutzbarriere ab. Übernatürliche Lebewesen aus Midgard fallen ein und erschweren Kratos‘ Aufstieg auf den Berg. Dort will er die Asche seiner Frau verstreuen. Ohne Frage ist die Geschichte auch diesmal nicht wirklich tiefgreifend, die Motivation hinter Kratos‘ Handlungen ist aber ganz anders. Erstmalig geht es zu zweit, mit seinem Sohn, auf die Reise, die Ausgangslage ist Trauer – nicht purer Hass oder die Gier nach Macht.

Vor allem durch das Zusammenspiel mit seinem Sohn ergibt sich ein interessanter Blick auf die Geschichte. Kratos kommentiert sein früheres Handeln dabei selbst, relativiert vieles und drückt den bisherigen Teilen nachträglich ein kleines Augenzwinkern auf. Durch den Einfall einer neuen Götterwelt – Midgard – ergeben sich auch interessante optische Kompositionen und ein Ausflug in eine völlig neue Welt.

Technische Umsetzung – mit der Axt durch die Grafikpracht

An der Universallösung für Konflikte hat sich jedoch wenig verändert: Gewalt. Kratos zieht mit seiner Axt und seinem ausklappbaren Schild gegen enorme Monsterhorden. Das Kampfsystem wurde grundlegend überarbeitet. Der Kombozähler ist verschwunden, gewisse Schlagabfolgen werden dennoch mit zusätzlichem Schaden belohnt. Die klassischen Attacken werden durch Runenangriffe ergänzt, diese schalten wir durch Funde in Schatztruhen frei. Hinzu kommt Material für das Crafting.

In Sachen Grafik und Technik zeigt sich der Titel, wie fast alle Sony-Exklusivtitel, absolut tadellos. Der Titel ist technisch beeindruckend umgesetzt und fordert auch der PS4 Pro die letzten Leistungsreserven ab. Natürlich ist es immer subjektiv – aber meiner Meinung nach ist God of War 4 das optisch ansprechendste PlayStation 4 Spiel bisher. Die Kämpfe sind extrem wuchtig und überzeugen durch ein reines Effektfeuerwerk. Soundtrack und Ton tragen einen kräftigen Teil dazu bei, hier hatte Sony meiner Meinung nach aber schon beeindruckendere Titel im Angebot.

Emotionen und Rätsel zwischen Schlachten

Die umfangreichen und epischen Kämpfe werden gekonnt durch unterschiedliche Spielelemente aufgelockert. Zum einen gibt es einige, gar nicht so einfache, Rätsel, zum anderen bringt Kratos‘ Sohn viele neue Komponenten ins Spiel. In den Zwischensequenzen erleben wir viel Emotionen, in den Kämpfen werden wir teilweise zu Koopeinlagen mit unserem permanenten Begleiter gezwungen. Im Crafting und Leveling geht es dann auch etwas ruhiger zu. Beide Systeme sind relativ essentiell. Die richtige Konfiguration der Ausrüstung oder des Charakters ist zwar nicht absolut spiel-entscheidend, wer aber nicht zumindest ein paar Minuten in diesem Bereich investiert, wird es sehr schwer haben.

God of Father – zum Glück ist Kratos alt geworden

Mit God of War 4 gelingt den Entwicklern eine, in vielerlei Hinsicht, sensationelle Gratwanderung. Die Kultreihe wird würdig auf eine neue Konsole und in ein neues Jahrzehnt geholt. Das Spiel besticht durch epische Grafik, ein flexibles und schnelles Kampfsystem, aber auch jede Menge Stimmung und Herz. Auch Atreus ist eine willkommene Erweiterung, vielleicht ist es Zeit, dass der junge Held von seinem Vater bald übernimmt.

Nichtsdestotrotz ändert God of War 4 nicht allzu viel an seinen Wurzeln. Der Titel ist immer noch als das erkennbar, was er immer war. Grosse, blutige Kämpfe stehen im Vordergrund und selbst die härtesten Fans der Vorgänger werden sehr schnell auf ihre Kosten kommen.

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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