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WWDC 2017 Keynote und Vorstellungen

WWDC 2017 Keynote und Vorstellungen

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Vergangenen Pfingstmontag startete Apple die 28. «World Wide Developers Confernce», kurz WWDC genannt. Traditionsgemäß eröffnete der Konzern aus Cupertino die eigene Veranstaltung mit einer großen Keynote. Traditionsgemäß wurden die Neuigkeiten im Bereich der eigenen Software, aber auch viele (neue) Produkte wurden gezeigt.

WWDC 2017 Keynote und Vorstellungen

Starten wir mit ein paar Details rund um die Veranstaltung. In den letzten Jahren fand die WWDC traditionsgemäß in San Francisco im Moscone Center statt, nach vielen Jahren zog man jetzt aber wieder zurück nach San José ins McEnery Convention Center. 2002 fand die letzte Keynote in San José statt. Der Grund liegt nahe: Die neue Konzernzentrale «Apple Park» öffnete im Frühjahr, befindet sich in unmittelbarer Nähe der Veranstaltung. Nicht nur 5000 Besucher strömen zu der Konferenz, aufgrund der Workshop-Struktur schickt auch Apple viele Entwickler zur Veranstaltung.

Tickets für die Veranstaltung können nicht herkömmlich gekauft werden. Vielmehr werden diese im Vorfeld verlost – erst nach einer erfolgreichen Auslosung darf ein potentieller Besucher 1.599 Dollar für den Besuch überweisen. Dafür gibt es neben Eintritt und Verpflegung auch jedes Jahr ein Goodie Bag, dieses Jahr bestand dies neben einem Pin mit der Landesflagge aus Pins mit Swift Symbolen und einer Levi’s Jeansjacke mit WWDC Aufdruck. Zu Beginn der Keynote verwies Apple auf die beeindruckenden Statistiken. Der jüngste anwesende Entwickler war nur 10 Jahre alt, er stammte aus Australien. Generell hält Apple die Diversität sehr hoch, so waren Besucher aus unzähligen Ländern vor Ort. Apple blickt auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung im Zusammenhang mit Programmen und Apps zurück, insgesamt wurden im üblichen 70-30 Beteiligungsmodell bereits 70 Milliarden US-Dollar an Entwickler ausgeschüttet.

Wie gewohnt stieg Apple humorig in die Veranstaltung ein. In einem kurzem Video wurde uns gezeigt was passieren würde wenn das AppStore den ausfallen würde – Kurzgesagt: Die Apokalypse.

tvOS und watchOS

Apple investierte nur wenig Zeit für die beiden jüngeren Betriebssysteme. Besonders dünn fiel die Präsentation von tvOS aus, hier wurde letztlich nur die Partnerschaft mit Amazon bestätigt. Demnach wird Amazon Prime Video bald auch als App für den AppleTV 4 verfügbar sein. Nähere Details zu dieser Entwicklung, beispielsweise ob Amazon das AppleTV auch wieder ins Programm nehmen wird, gibt es nicht. Ansonsten gibt es vor allem Änderungen bei der TV App, diese bündelt diverse Anbieter in einer App, leider gab es diesbezüglich aber keine Ankündigung für den deutssprachigen Raum.

Auch bei watchOS gab es nur wenige wesentliche Ankündigungen. watchOS 4 stellt eindeutig eine wesentlich kleinere Änderung als watchOS 3 dar, dennoch gibt es auch in Sachen Design ein paar Neuerung. Neben einer neuen Anordnung, in Form von Karten, im Dock und einer optischen Auffrischung der Aktivitäten App gibt es auch drei neue Watchfaces. Eines bietet neue Animationsfiguren aus Toy Story, ein anderes bietet hübsche Kaleidoscope-Animationen. Beide sind zwar hübsch anzusehen, bieten aber keine neuen Features an. Anders sieht es bei dem neuen Siri Watchface aus. Apple möchte, auch mit Hilfe von Machine Learning, den Sprachassistenten tiefer ins System integrieren und auch Apps Situations- und Tageszeitabhängig einblenden. Der erste, ziemlich beeindruckende, Schritt in diese Richtung ist das Siri-Watchface.

Neben den offensichtlichen Änderungen soll auch das Thema Sport besser integiert werden, bzw. vielmehr sich die Apple Watch besser in die Umwelt integrieren. So sollen einige zusätzliche Geräte, vor allem größere Geräte in Fitnesscentern, mit der Apple Watch verbunden werden können. Apple öffnet aber nicht nur den Bluetooth-Stack, zur vereinfachten Koppelung soll der NFC Chip im Read-Only-Modus geöffnet werden.

macOS

Ein Motto das sich bereits früh als Konstante während der Keynote abzeichnete – die großen Änderungen liegen eher im verborgenen. Selbiges gilt auch für macOS. Einen deutlichen Hinweis darauf liefer bereits der Name, so hört die neue Version auf den Beinamen „High Sierra“ und folgt damit einem vergleichbaren Namensmuster wie „Snow Leopard“ oder „Mountain Lion“. Die sichtbaren Änderungen betreffen vor allem die eigenen Anwendungen wie Safari oder Fotos. In Safari kommt eine neue Rendering-Engine zum Einsatz die den Browser weiter beschleunigen soll, zudem gibt es einen rudimentären Tracking-Blocker sowie einen Blocker für automatisch startende Videos. In der Fotos App gibt es einiege neue Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten. Zudem unterstützt High Sierra künftig h.265 vollständig, bedeutet sowohl die Software als auch die Hardware kann hier eine entsprechende Beschleunigung bieten.

Unter der Oberfläche gibt es deutlich größere Änderungen – so zum Beispiel die Grafikengine Metal in Version 2. Hier will Apple das volle grafische Potential abrufen und wieder mit dem Rest der Industrie aufschließen. Metal 2 unterstütz alle modernen Grafikumgebungen und soll voll auf VR setzen. Für diesen Zweck gab es im späteren Verlauf auch neue, beeindruckende Hardware. Hier konnte Apple auch Steam für sich gewinnen, Steam VR wird ab sofort auch für den Mac angeboten. Ebenso wurde auch Unity als Partner genannt. Zudem ist es mit High Sierra auch möglich externe Grafikkarten via Thunderbolt 3 anzuschließen. Apple selbst bietet hier ab sofort eine eigene Lösung auf Basis von AMD Grafikkarten an, diese ist aber leider nur für Entwickler erhätlich.

Updates für iMac und MacBook Pro

Mit der Aktualisierung des iMac begann dann der große Hardwarereigen der Keynote. Eine wichtige Information allerdings vorab – Apple hat im Rahmen der Keynote alle aktuellen Geräten, mit Ausnahme des Mac Mini und des MacBook Air, auf Intel Kaby Lake Prozessoren geupgraded. Der Mac Mini erhielt generell keinerlei Update, anders und etwas überraschend beim MacBook Air: Hier wurde zumindest ein stärkerer Prozessor verbaut. Zeigleich wurden dennoch immer mehr die Weichen Richtung MacBook (Pro) gestellt, so wurde das letzte Alte MacBook Pro Modell aus dem Store entfernt und der Preis des 13 Zoll MacBook Pro ohne Touchbar das erste Mal reduziert.

Zurück zum iMac, hier können jetzt bis zu 64 GB Arbeitsspeicher verbaut werden – und damit doppelt so viel wie bisher. In Sachen Grafik gibt es spürbare Updates – ein Umstand der wohl der neuen Ausrichtung Richtung VR geschuldet ist. Das Einsteigermodell muss sich weiter auf eine Chip Lösung verlassen, der 4K iMac bekommt eine Radeon Pro 555 oder 560 spendiert, das 5K Modell eine Radeon Pro 570, 575 oder 580 mit bis zu 8 GB VRam.

iMac Pro

Apple gab sich mit der Akualisierung des iMacs aber nicht zu frieden und künftige, als Teaser, den iMac Pro an. Das Gerät setzt sich bereits optisch deutlich von iMac ab und wird in Spacegrey angeboten. Auch das Zubehör besitzt diese Farbgebung, leider wird dieses aber nicht separat erhältlich sein. In Sachen Leistung wir der iMac Pro der schnellste Mac aller Zeiten werden – und damit auch den aktuellen Mac Pro deutlich abhängen. Beim Prozessor setzt der Hersteller auf Intel Xeon Prozessoren mit bis zu 16 Kernen, dazu gibt es bis zu 128 GB Arbeitsspeicher. Bei den Grafikkarten gibt es wieder Leistung von AMD – diesmal in Form der Vega-Serie. Die Karten können über bis zu 16 GB Vram verfügen. Um diese Leistung in dem vergleichsweise kleinen Gehäuse unter zu bringen wurde das komplette thermale Design überarbeitet – was leider auch einen Nachteil mit sich bringt. Der iMac Pro wird demnach über keine Möglichkeit eines Upgrades verfügen – auch nicht im Bereich des Arbeitsspeichers oder der Festplatte.

iOS

Starten wir auch bei iOS 11 mit der Optik – es gibt geringfügige Anpassungen in Sachen Sperrbildschirm und eine größere Anpassung des Kontrollzentrums. Im Kontrollzentrum werden alle Bedienelemente jetzt wieder auf einer Seite dargestellt, für weiterführende Interaktionen kann der Nutzer auf 3D Toch zurück greifen. Bereits beim ersten Blick wird klar: Trotz des neuen Designs gibt es noch Platz für weitere Icons – und damit ist das größte Novum verbunden: Das Kontrollzentrum kann endlich angepasst werden. So könnt ihr selbst entscheiden welche Icons angezeigt werden sollen – und in welcher Reihenfolge – leider stehen (aktuell) nur Apple Dienste hier zur Auswahl zur Verfügung. Hier integriert Apple aber einige überraschend neue Features, wie beispielsweise die Möglichkeit zur Erstellung eines Screencasts – direkt per Klick ins Kontrollzentrum.

Die restlichen Neuerungen, zumindest bezogen auf das iPhone, fallen ähnlich wie bei High Sierra aus. Die Fotos App wurde überarbeitet und bietet jetzt eine höhere Komprimierung bei Fotos und Videos an, außerdme gibt es neue Filter und Effekte vor allem im Umgang mit Live Fotos. Die hauseigene Karten-Anwendung bietet jetzt die Möglichkeit von Indoor Karten und zeigt bei der Navigation Geschwindigkeitslimits und einen Fahrspurassistenten an. Stichwort Auto-Fahren: Es gibt auch einen neuen Autofahrermodus bei dem das iPhone seine Funktionalität nahezu vollständig verliert. Apple möchte den Zustand des Autofahrens dabei selbst erkennen, als Beifahrer ist dieser Modus aber einfach deaktivierbar.

Unter der Haube gibt es nun das ARKit und MachineLearning. Ersteres ermöglicht die Einblendung von virtuellen Objekten innerhalb des (Live-)Kamerabildes, zweiteres soll aus euren Eingaben – egal ob per Keyboard oder durch die Stimme, von euch lernen.

Die größte Änderung in Sachen iOS betrifft aber das iPad. Endlich verabschiedet sich Apple von der zwangsweisen Gleichschaltung aller iOS Geräte und denkt den Schritt der mit „Split View“ angefangen wurde endlich weiter. Das iPad erhält mit iOS 11 ein macOS ähnliches Dock, dort werden frei wählbare App Verknüpfungen als auch aktuell geöffnete Apps angezeigt. Damit lässt sich Multitasking / Split View deutlich einfacher und leichter beidenen, die krude Bedienung über die unübersichtliche Seitenleiste entfällt. Obendrein gibt es einen neuen, übersichtlicheren Taskswitcher bei dem mehr geöffnete Apps auf einmal angezeigt werden.

iPad Pro

Nach einiger Zeit nahm sich Apple jetzt auch dem iPad Pro wieder an. So gab es auch die häufig in den Gerüchten auftauchende Änderung in Sachen Displaygröße – das kleinere iPad Pro verfügt jetzt über ein 10,5 Zoll großes Display. Anders als in den Gerüchten bisher berichtet konnte Apple aber den Formfaktor nicht beibehalten. Trotz eingesparter Ränder verfügt das Gerät so über bis zu 1cm mehr Abmessung je Seite, beibehalten wurde jeddoch die Dicke als auch die DPI des Displays. Beide Modelle erhalten ein überarbeitetes Truetone Display mit bis zu 120 fps, damit soll auch der Apple Pencil noch weniger Latenz aufweisen. In Sachen Prozessor wird auf den aus dem iPhone 7 bekannten A10X gesetzt. Zudem gibt es Anpassungen bei den Preisen und auch bei der Speicherausstattung – so sind bis zu 512 GB Speicher verbaut.

HomePod

Zum Abschluss der sehr langen Keynote kündigte Tim Cook dann auch noch ein „One Last Thing“ an, ein kleiner, augenzwinkernder Verweis auf die Tradition des „One More Things“. Hier sollte das Thema Musik im Vordergrund stehen, zugegeben eine starke Wurzel und Passion des Konzerns. In der Gerüchteküche geisterte bereits länger das Thema eines Siri Speakers herum, dieser wurde nun so auch mehr oder minder vorgestellt. Das im Teaser gezeigte Gerät hört auf den Namen HomePod und soll als Multiroom-Audio in euren eigenen vier Wänden ermöglichen. Die 7 Zoll große Box verfügt, neben einigen Treibern, auch über einen Subwoofer. Der verbaute A8 Prozessor soll zur Optimierung des Klangs sorgen und treibt zusätzlich – wie sollte es anders sein – auch Siri an. Dennoch legte Apple bei der Präsentation mehr Augemerk auf das Thema Klang als auf den Sprachassistenten. Insofern scheint der Konzern eher Konzerne wie Sonos als Google oder Amazon zu attackieren. Bereits im Rahmen von iOS wurde auch AirPlay 2 angekündigt. Damit werden auch Lautsprecher zu einem HomeKit Gerät und sollen echtes Multiroom unterstützen – der erste Profiteur ist der neue HomePod. Zudem kann die Box auch als HomeKit Schaltzentrale fungieren, bisher war diese Funktion nur dem AppleTV 4 oder einem ggf. zu Hause gelassenen iPad vorbehalten. Das Gerät wird in Weiß und Spacegrey angeboten.

Verfügbarkeit (und Preise)

Der iMac Pro beginnt bei 4.999 Dollar und wird Ende des Jahres verfügbar sein. Noch schlechter sieht es beim HomePod aus. Dieser kostet 349 Dollar, die Veröffentlichung ist ebenso für das Ende des Jahres geplant – jeddoch nur in den USA. In Europa werden wir uns bis 2018 gedulden müssen.

Besser sieht es bei den aktualisierten Geräten aus – Sowohl die aktualisierten Macs als auch die neuen iPads sind ab sofort bestellbar, die Auslieferung startet kommende Woche.

In Sachen Software gibt es das bereits gewohnte Bild: Direkt nach der Keynote startete der Beta-Download für Developer, im Laufe des Sommers soll es auch eine Public Beta geben. Der finale Release der Betriebssysteme soll dann im Herbst erfolgen.

Fazit

Was für eine Keynote – Apple schmiss mit dem Wechsel der Location nicht nur die örtliche Tradition um. Wo bisher eher Software im Vordergrund stand präsentiert der Konzern jetzt auch jede Menge Updates für Hardware – die bitter nötig waren – und teasert noch dazu neue Produkte an. Offensichtlich fehlt dem Konzern die Präsentationszeit des nicht abgehaltenen Frühlingsevent. Für Entwickler ist dies ggf. eine negative Entwickler, für normale Consumer aber natürlich eine praktische Entwicklung.

Die Updates in Sachen Hardware waren dringend nötig, der iMac Pro macht Hoffnung auf mehr und beeindruckt mit seinen technischen Daten. Apple erweckt in jeder Hinsicht dass Gefühl, dass der Konzern doch nicht auf seine Pro-Anwender vergessen hat. Ein Eindruck der sich beim iPad Pro und den dringend notwendigen Änderungen von iOS für das iPad weiter bestärkt wird.

Die Updates der Software fallen auf den ersten Blick eher schwach aus, auf dne zweiten bereitet sich Apple aber deutlich auf die Zukunft vor. Virtual Reality, Augmented Reality, Machine Learning – Drei Schlagworte die ein garantieres „Bingo“ auf der Buzzword Karte darstellen würden – trotz allem ist es für die Zukunft des Konzerns wichtig sich diesen anzunehmen. Und hier schließt sich der Kreis und Apple nimmt sich doch den vor Ort anwesenden Entwicklern an. Inwiefern Consumer von diesen Entwicklungen profitieren werden ist noch nicht ganz klar – auch in den Demos konzentrierte sich Apple immer auf die Erstellung von Inhalten in diesem Segment, nicht auf die Konsumation. So präsentiert sich der Konzern erneut sehr stark, macht Lust auf mehr und beweist eindrücklich dass es im neuen Apple Park mehr als nur eine iPhone Company gibt.

Hier findet ihr die komplette Keynote zum Nachsehen.
Bildquelle: Apple PR und Michael Reimann (vor Ort) von Apfeltalk.de

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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