Apple Mac mini mit M5-Chip

Der neue Mac mini mit M6 und M5 Pro: Der kleine Kasten wird zur KI-Maschine

Apple hat gestern den neuen Mac mini vorgestellt, und diesmal ist es kein kleines Update, bei dem man mit den Schultern zuckt. Der kleinste Desktop im Sortiment bekommt gleich zwei neue Chips spendiert: den brandneuen M6 im Standardmodell und den M5 Pro für alle, die mehr Dampf brauchen. Vorbestellen kannst du ab sofort, ausgeliefert wird ab dem 22. September.

Ich habe mir die Meldung angeschaut und sage dir, was wirklich zählt und für wen sich das Ganze lohnt.

Der M6: mehr Kerne, viel mehr KI

Fangen wir beim Standardmodell an, das dürfte für die meisten von euch das interessantere sein. Der M6 legt bei allem zu, aber der grosse Sprung passiert bei der KI-Leistung. Apple spricht von bis zu 4x schnellerer KI-Performance im Vergleich zum Mac mini mit M4. Das ist eine Ansage.

Möglich macht das eine neue GPU mit sogenannten Neural Accelerators in jedem einzelnen Kern, zum ersten Mal überhaupt im Mac mini. Dazu kommt eine neue Dual 16-Core Neural Engine, die doppelt so schnell rechnet wie die Generation davor. Wer lokal KI-Modelle laufen lassen will, also direkt auf dem Gerät statt in der Cloud, bekommt hier ein richtig fähiges Kistchen.

Die nüchternen Eckdaten:

  • 12-Core CPU, zwei Kerne mehr als beim M4, laut Apple mit der weltweit schnellsten Single-Thread-Leistung
  • 12-Core GPU, ebenfalls zwei Kerne mehr, jetzt mit Neural Accelerators
  • 16 GB Unified Memory als Basis, bis 32 GB konfigurierbar
  • Bis zu 170 GB/s Speicherbandbreite

Ein paar konkrete Zahlen aus Apples eigenen Tests machen es greifbarer. Beim Verarbeiten von KI-Prompts in LM Studio ist der M6 bis zu 4.8x schneller als der M4, gegenüber dem alten M1 sogar bis zu 13.5x. In Excel rechnet er Tabellen bis zu 1.5x schneller als der M4, und beim Gaming mit Raytracing in Cyberpunk 2077 gibts bis zu doppelte Leistung. Klar, das sind Herstellerzahlen und immer die schönsten Vergleiche, aber die Richtung stimmt.

Der M5 Pro: das kleine Kraftpaket

Wenn dir das noch nicht reicht, kommt der M5 Pro ins Spiel. Der macht aus dem kleinen Mac mini eine ernsthafte Workstation für alle, die wirklich Leistung brauchen: App-Entwicklung, Video-Rendering, 3D, wissenschaftliche Simulationen. Das ist nicht mehr der Rechner für die Steuererklärung.

  • Bis zu 18-Core CPU mit starker Multithread-Leistung
  • Bis zu 20-Core GPU mit verbessertem Shader-Core und Raytracing der dritten Generation
  • Bis zu 64 GB Unified Memory
  • 307 GB/s Speicherbandbreite
Apple-M5-Pro-chip
Apple-M5-Pro-chip

Auch hier ein paar Werte im Vergleich zum M2 Pro: bis zu 8.5x schnelleres Verarbeiten von KI-Prompts in LM Studio, bis zu 4.5x schnelleres Rendering mit Raytracing in Blender und bis zu 2.1x schnellere Bildbearbeitung in Affinity. Gegenüber dem direkten Vorgänger M4 Pro sind es je nach Aufgabe zwischen 1.4x und 4x. Spannend finde ich vor allem, dass die 64 GB Speicher es erlauben, deutlich grössere KI-Modelle lokal laufen zu lassen. Genau das war bisher der Flaschenhals bei den kompakten Macs.

Anschlüsse: endlich zeitgemäss

Bei der Konnektivität hat Apple ordentlich nachgelegt, und das war auch nötig. Beide Modelle bekommen Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und 2.5-Gigabit-Ethernet, wobei du optional sogar 10 Gigabit dazubuchen kannst. Vorne sitzen zwei USB-C-Ports mit USB 3 und ein Kopfhöreranschluss, der jetzt auch hochohmige Kopfhörer sauber ansteuert.

Hinten unterscheiden sich die Modelle: Der M6 hat drei Thunderbolt-4-Ports, der M5 Pro drei Thunderbolt-5-Ports, dazu jeweils HDMI und Ethernet. Ein netter Kniff für die Bastler und Profis: Über Thunderbolt 5 kannst du mehrere Mac mini zu einem Cluster zusammenschalten, um richtig grosse KI-Modelle komplett lokal zu rechnen. Und neu ist Genlock-Support über USB-C dabei, also präzise Synchronisation zwischen Display und Kamera, inklusive iPhone 17 Pro.

macOS 27 und Siri, die endlich was kann

Ausgeliefert wird der Mac mini mit macOS 27, Codename Golden Gate. Das Highlight ist die neue Siri AI, die Apple als deutlich fähigeren und persönlicheren Assistenten anpreist. Sie soll auf deinen persönlichen Kontext zugreifen, also über Nachrichten, Mails und Fotos hinweg finden, was du gerade brauchst, und Aufgaben quer über Apps erledigen. Siri ist in Spotlight und die systemweiten Kontextmenüs integriert, und mit Visual Intelligence kannst du sie per Tastenkürzel zu dem befragen, was gerade auf dem Bildschirm ist.

Ich bleibe da vorerst vorsichtig optimistisch. Apple hat bei Siri in den letzten Jahren viel versprochen und wenig geliefert. Diesmal ist die deutsche Unterstützung immerhin von Anfang an mit an Bord, was für uns hier nicht selbstverständlich ist. Siri AI selbst startet aber vorerst nur auf Englisch, weitere Sprachen sollen zügig folgen. Ich schaue mir das lieber in der Praxis an, bevor ich in Jubel ausbreche.

Preise und Verfügbarkeit

Jetzt zum Teil, der weh tut oder eben nicht:

  • Mac mini mit M6: ab CHF 899.-, für Bildungskunden ab CHF 799.-
  • Mac mini mit M5 Pro: ab CHF 1'699.-, für Bildungskunden ab CHF 1'599.-

Vorbestellen kannst du ab sofort, im Laden und beim Händler steht der neue Mac mini ab dem 22. September.

Apple-M6-chip
Apple-M6-chip

Mein Fazit zu den neuen Mac mini's

Der Mac mini war schon immer der heimliche Liebling im Apple-Sortiment: Klein, leise, unauffällig und trotzdem erstaunlich fähig. Genau diese Rolle baut Apple jetzt weiter aus, nur mit deutlich mehr KI-Muskeln.

Für die meisten von euch wird der M6 die richtige Wahl sein. Ab CHF 899.- bekommst du einen Desktop, der im Alltag mehr als genug Leistung hat und dazu lokal mit KI-Modellen umgehen kann, ohne dass du dafür ein Vermögen ausgibst. Der M5 Pro ist klar für die Profis, die wissen, warum sie 64 GB Speicher und Thunderbolt 5 brauchen. Wenn du das nicht auf Anhieb beantworten kannst, brauchst du ihn vermutlich nicht.

Spannend bleibt für mich der Trend dahinter: Apple positioniert den Mac mini immer offensiver als always-on Gerät für KI-Agenten, das rund um die Uhr im Hintergrund werkelt. Das kleine Kistchen unter dem Schreibtisch wird still und leise zur KI-Zentrale im eigenen Zuhause. Und ehrlich, das gefällt mir besser als alles in die Cloud auszulagern.

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