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Apple Music Classical: Was ist das und kommt es mit iOS 16.3?

Im August 2021 hat die Öffentlichkeit von der Übernahme des klassischen Streaming Dienstes Primephonic gehört. Damals hat Apple den Bestandskunden ein halbes Jahr Apple Music geschenkt und den Dienst gleich zugemacht. Die Idee dahinter war es, die App im Jahre 2022 selbst wiederzuveröffentlichen. Hier im Beitrag möchte ich kurz darauf eingehen, was Primephonic ist und warum wir uns – vielleicht – auf das nächste iOS Update freuen dürften, im RC (Release Candidate der aktuellen Beta) gibt es Hinweise auf den möglichen Release von Apple Music Classical.

Ich kann es nicht erwarten

Wer von euch einmal in den letzten Tagen in den Kalender geschaut hat, hat sicherlich mitbekommen, dass wir uns bereits im Jahre 2023 befinden und leider die App immer noch nicht da ist. Gerüchte um einen eventuell baldigen Start gab es in den letzten 3/4 Jahren bedauerlicherweise zu viele. Deshalb bin ich solchen Meldungen etwas überdrüssig.

Wie @iSWUpdates auf Twitter bekannt gegeben hat, soll Apple, wie einleitend beschrieben, in der neusten Beta-Version von iOS, zwei Anpassungen in der Apple Music App inkludiert haben. So hat das Entwicklerteam den «A Shortcut to Apple Classical» in «Open in Apple Music Classical» umgeschrieben.

In einer weitern Codezeile wurde «Explore this artist in the app designed for classical music» in «Entdecke diesen Künstler in der App für klassische Musik» angepasst.

Startet der neue Apple Streaming Dienst nun mit iOS 16.3?

Diese Neuigkeiten lassen mein Herz für die klassische Musik natürlich ganz hochschlagen. Ich weiss, solche Änderungen passieren immer wieder, doch wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Da aber in den kommenden Wochen der neue HomePod ausgeliefert wird, könnte natürlich solch ein Start von Apple Music Classical gleich nochmals mehr Sinn machen. Das ist auch, der Grund, warum ich wieder der Vorfreude fröne.

Die grösste Frage in der Hinsicht ist aber sicherlich nochmals der Preis. Ein Grund, warum die Kund*innen von Primephonic damals mehr für den Dienst bezahlt hatten, war nicht nur deren exklusives Angebot. Vor allem lag es auch daran, dass die Abrechnung anders funktionierte. Bezahlen Streaming Dienste wie Spotify, Deezer oder auch Apple Music pro Klick, egal, wie viel vom Song angespielt wurde, bezahlte Primephonic pro Sekunde. Je länger ein Stück konsumiert wurde, umso mehr wurde auch dafür bezahlt.

Da Apple bereits seit Jahren dafür bekannt ist, für die Künstler (teilweise deutlich) mehr zu bezahlen als andere Dienste (Hust, S***ify) könnte sich das hier ähnlich gestalten. Gespannt bin ich auf jeden Fall, wie das bei Apple Music Classical abgebildet wird.


Was war Primephonic überhaupt?

Primephonic war ein Musik-Streaming Dienst für klassische Musik. Gestartet hat die Musik App im Jahre 2017 und ihr Hauptmerkmal war, dass sie eine sehr ausgefeilte Suche hatte. Gerade in der klassische Musik ist das nicht mal so eine doofe Idee.

Hier sucht der Zuhörende nicht nach einfach nach einem Genere oder einer Gruppe. Auch spielen da aktuelle Charts eher weniger eine Rolle. In der Suchmaske konntest du bis acht verschiedene Variablen einfliessen lassen. Von der Epoche, über den Komponisten, der Dirigent, der Stil bis hin zum Ensemble, welches das Stück wiedergegeben hat.

Wer sich schon einmal fragte, wie viel klassische Musik es dann überhaupt gibt. Auch Primephonic hatte kein komplettes Archiv, doch sie hatten immerhin Stücke von über 170'000 Künstlern, über 230'000 Alben und das über 2'400 Labels. Das könnte auch einer der Gründe sein, warum die Verhandlungen noch etwas andauern / andauerten, bis Apple mit «all» denen gesprochen hatte.

Eine der Hauptaufgaben vom Team hinter Primephonic war es, aus den Hunderten von Aufnahmen eines einzelnen Stückes die richtige Wahl zu treffen und diese in den Katalog mit aufzunehmen. Das braucht viel Arbeit und liebe zur Materie / Detail.

Das Gleiche gilt für die kuratierten Playlisten mit spannenden Titeln. Hach, ich komme jetzt schon ins Schwärmen, während dem ich diese Zeilen schreibe.

Broschüren in PDF-Form

Ein weiterer Pluspunkt gegenüber anderen Musik-Streaming-Diensten, mit klassischen Musik-Inhalten war sicherlich auch noch das digitale Booklet. Wer etwas älter ist und hier mitliest, kennt sie sicherlich noch, die CD-Inlays oder die Einlagen bei Vinyl-Platten. Darin enthalten waren jeweils Fotos der Künstler, zusätzliche Informationen oder Liedtexte.

Etwas, was ich schon sehr stark nachtrauere, auch wenn ich diese Informationen heute alle, unterhalb einer Minute im Web selbst zusammengesucht habe. Ja, ich weiss, gut haben wir das nicht mehr, es schont damit auch die Umwelt. Dennoch war es etwas sehr Spezielles.

Diese gab es nicht für alle Stücke, doch für eine grössere fünfstellige Summe an Alben hat Primephonic zur Verfügung gestellt. Etwas speziell war die Darreichung als PDF, hier hatte Apple vor Jahren ja selbst bereits mal etwas herumexperimentiert, es aber dann wieder fallen gelassen. Eventuell dauert auch diese Integration etwas länger.

Wo konntest du Primephonic hören?

Drei Wege gab es dazumal für den Konsum von Primephonic. Eine App für dein Android Smartphone, eine fürs iPhone und einen Webplayer, mit dem du am Apple Computer oder am PC den Musikkatalog geniessen konntest.

Als vierter Weg gab es noch die Integration in das Sonos-System. Nicht möglich war die Wiedergabe über Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant, ausser die waren Bluetooth, Chromecast oder AirPlay-Fähig, dann war natürlich ein Streamen von oben genannten Geräte möglich.

Wie teuer war Primephonic?

Die Schweizer- / Euro-Preise habe ich, im Nachhinein, nicht mehr ausfindig machen können. Über das Internet-Archiv habe ich zumindest noch die britischen Preise ausfindig machen können.

Nach 14 Tagen der kostenlosen Probephase hat dich der Dienst GBP 9.99 für das Premium-Abo und GBP 14.99 für das Platinum-Abo gekostet, im Monat natürlich. Jährlich bezahlt wärst du auf GBP 99.99 oder GBP 149.99 gekommen.

Man muss die klassische Musik schon mögen, dass man solch einen Betrag pro Monat bezahlt. Natürlich hat man neben dem Abo dann nicht unbedingt noch auch ein Spotify oder Apple Music Abo genutzt.

In welcher Qualität hat Primephonic gestreamt?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist sicherlich die Audio-Qualität, über die du die klassische Musik wiedergeben konntest. Die beiden, oben genannten Abos hatten einen grossen Unterschied, das war die Qualität, in der du deine Musik wiedergeben konntest.

Beim Premium Abo waren dies MP3 Files mit einer 320kbps. Wiederum beim Platinum Abo setzte Primephonic auf ein 24-bit verlustfreies FLAC.

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