Apple Watch

Warum die Apple Watch mich nicht glücklich gemacht hat

Vorweg sei gesagt: Seit dem PowerMac G4 (Quicksilver) haben es mir die Produkte aus Cupertino angetan. Egal ob mein erster iPod (Click Wheel), mein erstes iPhone (3G) oder mein erstes iPad (2), selbst Zubehör von Apple konnte mich begeistern. Auch aus diesem Grund, oder vielleicht gerade deswegen, war meine Enttäuschung über die Apple Watch um so grösser – leider.

Da ich (@pokipsie) von vielen Seiten angesprochen/angeschrieben wurde. Das hier ist ein Beitrag von unserm neusten Autoren Mirko meine Meinung zur Apple Watch findet ihr hier.

Apple Watch im Anflug, na und?

Kritisch habe ich den Release der Apple Watch beobachtet. War es für mich im ersten Augenblick doch nur ein Versuch von Apple, den Anschluss an die anderen Smartwatch Hersteller nicht zu verlieren.

Dieses «haben will» Gefühl, wie beim iPhone oder iPad, wollte sich nicht wirklich einstellen. Zu unausgereift stand watchOS in der ersten Version da. Auch die Angaben zur Akkulaufzeit liessen mich erschrecken. Wie konnte man darauf stolz sein, dass die Uhr «einen ganzen Tag» laufen sollte? Somit ging die Watch an mir vorbei, ohne dass es mich in den Fingern juckte, doch den Kaufen-Button zu klicken.

Doch das sollte sich mit den neuen Infos zu watchOS 2.0 ändern. Ein weiterer Punkt war, dass man die Apple Watch Sport nach dem Sommer in bekannten Online-Auktionshäusern teils deutlich unter dem Neupreis erwerben konnte. Also beobachtete ich und bot auf unzählige Uhren, bis ich dann eine ergattern konnte, die leider kein Band dabei hatte. Oder zum Glück? Denn der Preis war fast schon ein Schlag ins Gesicht, für den Verkäufer. Unabhängig vom Band, hätte ich meiner Apple Watch eh ein eigenes verpasst. Leder, braun, schwarze Schliesse.

Vorfreude weicht Enttäuschung

Apple Watch mit Vintageband
Apple Watch mit Vintageband

Ich konnte es somit auf einmal kaum erwarten, die Apple Watch am Arm zu tragen. Die Komponenten für das Vintageband waren schon vorher angekommen, somit hatte ich zumindest eine ungefähre Vorstellung vom Tragekomfort. Auch deswegen, weil meine schweizer «Moonwatch» dasselbe Band ziert.

Als die Uhr ankam und so ohne Band da lag, kam sie mir schon etwas klein vor. Wir sprechen hier immerhin von der 42 mm Version. Das änderte sich aber schnell, als ich mein Band an die Uhr machte. Toll sah sie aus. Die Funktion mit dem Bandmechanismus hat Apple wirklich gut gelöst, dafür ein Kompliment.

Also schnell watchOS 2.0 auf die Uhr gespielt, wobei «schnell» hier ca. eine Stunde Zeit in Anspruch nahm. Apple, das konntest du schon mal besser! Und dann mit dem iPhone verbinden. Das lief erwartungsgemäss unproblematisch. Was noch fehlte, waren die Watch Apps. Also auch diese aufgespielt und die Watch ihre Arbeit machen lassen.

Und da fing es langsam an, dieses Gefühl: Wofür habe ich mir diese Uhr überhaupt gekauft? Der Mehrwert erschloss sich mir einfach nicht. So wich die euphorische Vorfreude langsam der Gewissheit, ohne Watch würde ich auch nichts vermissen.

Warum?

«Tip, tip», beweg dich mal – das macht mein MiBand auch und kostet dabei nur ein dreissigstel der Apple Watch. «Hallo, du hast ne Mail» – das bekomme ich auch über mein iPhone mit. Genauso erging es mir mit Telefonanrufen und dergleichen. Die Uhr erschien mir immer mehr als «Nervensäge», denn als täglicher Begleiter, der einem das digitale Leben einfacher machen sollte. Zu sehr fühlte ich mich durch die Uhr bevormundet, wann ich was anzusehen und zu tun hätte.

Das war es mir dann – vor allem bei dem Preis – nicht wert, wenn man auch bedenkt, dass die Uhr ohne iPhone nicht wirklich viel kann. Das hat sich leider unter watchOS 2.0 bis jetzt noch nicht merklich geändert. Somit kam der Entschluss, die Uhr wieder zu verkaufen. Was für mich persönlich die bessere Entscheidung war, als die Uhr zwei Wochen zuvor zu kaufen.

Omega und Apple Watch
Speedmaster und Apple Watch

Vielleicht habe ich den Nutzen für mich nicht – oder noch nicht – entdeckt. Was vielen so zu gehen scheint, beobachtet man die Anzahl und Preisentwicklung für gebrauchte Apple Watches im Netz. Vielleicht wird es zukünftig Versionen geben, die mich mehr ansprechen. Laut «Analysten» steht der Start der zweiten Version der Apple Watch schon bald bevor, darauf bin ich wirklich gespannt.

Aber allein der Gedanke daran, meine geliebte Omega aufgrund einer Apple Watch in der Schublade zu lassen, lässt mich ohne viel Enthusiasmus auf kommende Versionen schauen. Jeder, der mal eine klassische mechanische Uhr besessen hat, weiss, wovon ich spreche. Da hat man etwas fürs Leben, und nicht nur für die kommenden 12 Monate.

12 Kommentare zu „Warum die Apple Watch mich nicht glücklich gemacht hat“

  1. Andreas Schnyder

    Ich muss dir absolut gratulieren, dies ist ein sehr guter Artikel! Auch wenn ich selber nicht deine Meinung teile, verstehe ich deine Gründe sehr gut.
    Mir selber geht es nicht so wie dir. Ich habe mich sehr fest an das Leben mit der Apple Watch gewöhnt. Es ist für mich mittlerweile Standard, dass mich Menschen, die mir wichtig sind, mich immer direkt erreichen können und ich dies auch nicht verpasse. Am Anfang haben mich die ganzen Benachrichtigungen, die ja alle standardmässig aktiviert sind, wahnsinnig gemacht. Doch sehr bald begann ich, nur noch Whatsapp und iMassage zu aktivieren und so kehrte wieder etwas Ordnung und Ruhe ein.
    Einer der wichtigsten Punkte für mich an der AW ist das Tracken von Sportaktivitäten. Vor der Apple Watch hatte ich auch wie du ein MiBand (das für seinen Preis unschlagbar ist ;)). Dennoch machte mich dies nicht glücklich. Ein Tracken mit Puls und Strecke liegt mir als Hobby-Läufer schon am Herzen. Genau da finde ich die Apple Watch spitze! Mein iPhone bleibt zuhause und die Apple Watch zeichnet das Training auf und spielt mir meine Musik ab.
    Was mir im ersten Moment sehr negativ aufgefallen ist, ist das Laden von Apps. Mit WatchOS 1 dauerte das EWIG (nicht übertrieben). Seit WatchOS 2 ist es besser, dennoch nutze ich nur einige wenige Apps, wie z. B. auch die Navigation, bei der die Eingabezeit unter 20 Sekunden ist.

    Im ersten Moment war ich zugegebenermassen etwas enttäuscht von der AW weil ich mir mehr erhofft hatte. Ich hatte nicht nur die Vorstellung von Notifications sondern auch noch dem Nutzen von Apps. Dieser ist mittlerweile grösser, dennoch sehe ich noch viel mehr potential in den Apps für die Apple Watch!

    Abschliessend lässt sich für mich wirklich sagen, dass sich eine AW für mich Lohnt und ich sie sehr zu schätzen gelernt habe. Der einzige Punkt der meiner Meinung nach wirklich von einem Kauf abschreckt ist der enorm hohe Preis der für ein solches Gadget sich nicht einfach rechtfertigen lässt!

    lg andreas

  2. Andreas Schnyder

    Ich muss dir absolut gratulieren, dies ist ein sehr guter Artikel! Auch wenn ich selber nicht deine Meinung teile, verstehe ich deine Gründe sehr gut.
    Mir selber geht es nicht so wie dir. Ich habe mich sehr fest an das Leben mit der Apple Watch gewöhnt. Es ist für mich mittlerweile Standard, dass mich Menschen, die mir wichtig sind, mich immer direkt erreichen können und ich dies auch nicht verpasse. Am Anfang haben mich die ganzen Benachrichtigungen, die ja alle standardmässig aktiviert sind, wahnsinnig gemacht. Doch sehr bald begann ich, nur noch Whatsapp und iMassage zu aktivieren und so kehrte wieder etwas Ordnung und Ruhe ein.
    Einer der wichtigsten Punkte für mich an der AW ist das Tracken von Sportaktivitäten. Vor der Apple Watch hatte ich auch wie du ein MiBand (das für seinen Preis unschlagbar ist ;)). Dennoch machte mich dies nicht glücklich. Ein Tracken mit Puls und Strecke liegt mir als Hobby-Läufer schon am Herzen. Genau da finde ich die Apple Watch spitze! Mein iPhone bleibt zuhause und die Apple Watch zeichnet das Training auf und spielt mir meine Musik ab.
    Was mir im ersten Moment sehr negativ aufgefallen ist, ist das Laden von Apps. Mit WatchOS 1 dauerte das EWIG (nicht übertrieben). Seit WatchOS 2 ist es besser, dennoch nutze ich nur einige wenige Apps, wie z. B. auch die Navigation, bei der die Eingabezeit unter 20 Sekunden ist.

    Im ersten Moment war ich zugegebenermassen etwas enttäuscht von der AW weil ich mir mehr erhofft hatte. Ich hatte nicht nur die Vorstellung von Notifications sondern auch noch dem Nutzen von Apps. Dieser ist mittlerweile grösser, dennoch sehe ich noch viel mehr potential in den Apps für die Apple Watch!

    Abschliessend lässt sich für mich wirklich sagen, dass sich eine AW für mich Lohnt und ich sie sehr zu schätzen gelernt habe. Der einzige Punkt der meiner Meinung nach wirklich von einem Kauf abschreckt ist der enorm hohe Preis der für ein solches Gadget sich nicht einfach rechtfertigen lässt!

    lg andreas

  3. Sehr gelungener Kommentar. Mir erging es übrigens ähnlich. Ich habe die AW geschenkt bekommen, und nutze wie du, seit Jahren Apple Produkte. Nach 4 Wochen der Nutzung, habe ich sie verkauft. Mein iPhone reicht mir völlig aus. Und meine Omega Speedmaster sieht doch einfach besser aus an meinem Arm! 🙂

  4. Spannend auch mal die «andere» Geschichte zu hören, mich freut es (wie den Martin sicherlich auch) als Schweizer zu hören dass es auch noch junge menschen gibt die eine richtige Uhr zu schätzen wissen.

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  6. Pingback: #gt5915 Wenn die Hipster vor der Tür stehen - #GeekTalk Podcast

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