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Schluss mit Gratis bei Google? – Immer mehr Dienste kosten Geld

Google und die ganzen Dienste, welche sie so umgeben, sind unter anderem, aber vor allem auch deshalb so schnell gewachsen, weil sie gratis waren. Gratis, aber nicht kostenlos, denn bezahlt hat ein jeder Nutzer durch seine Daten! Und nicht einmal mit den offensichtlich, für viele Menschen auch nicht so wichtige, sondern durch die Metadaten. Aber ist bald schon Schluss mit Gratis?

Wenn man Googles grössten Mitbewerber so anschauen, sieht man in den letzten Jahren, wie sich diese mit Diensten und Abonnements ein gutes Nebengeschäft aufbauen. Dazu kommt, dass Apple mit ATT (App Tracking Transparency) Google, Facebook, Amazon und Co. das Leben erschwert haben.
Gepaart mit der DSGVO muss auch Google sich nach alternativen Geldquellen umschauen.

Immer mehr Dienste kosten Geld

Es schaut ganz so aus, dass über kurz oder lange nicht mehr die Werbegelder die Cashcow sein werden. Hier findet zum Glück langsam aber sicher ein Umdenken statt. Doch der Wandel kommt langsam und schleichend und viele von euch werden diesen wahrscheinlich gar nicht so bewusst wahrnehmen. Denn es sind ja nur ein, zwei Währungseinheiten mehr pro Monat, für etwas mehr Speicherplatz in der Google Cloud. Dann kommt das Abo für YouTube Music (und das Verschwinden der Werbung aus dem Video-Dienst) dazu und schon sammelt es sich langsam aber sicher.

Schluss mit Gratis?

Da Google, im Gegensatz zu Apple, weiterhin auch noch kräftig an euren persönlichen Daten mitverdient, müssen sie natürlich aufpassen und es hier nicht übertreiben. Damals bei Google Fotos ging das erste kleine Raunen durch die Google-Nutzer-Welt. Mit der G Suite, aktuell, eine etwas grössere Welle.

Ich bin mal sehr gespannt, wie lange das so weitergehen wird und ob Google Kurve bekommen wird.

Google Drive

Begonnen hat alles mit Google Drive. Ich habe, wo immer es möglich war, es vermieden, Daten in die Google eigene Cloud zu laden. Vereinzelte Dokumente und Formulare, welche ich über die Google eigene Büro-Suite erstellt habe und ein paar kleine, unwichtige Backups, sowie IFTTT-Aufgaben sind in der Google eigenen Cloud gelandet.

Durch meine intensiven Smartphones Tests landeten auch immer mehr Fotos direkt auf der Google eigenen Foto-App. Durch die ganzen Daten, welche Google aus den Fotos ihrer Nutzer zieht, der künstlichen Intelligenz und den Zukäufen ist die App auch gewachsen und der Dienst als solcher ist bestechend gut.

Nachdem ich ständig mit E-Mails zum «fast gefüllten» Speicherplatz erhalten hab, musste ich reagieren. Nein, ich bezahle nicht, ich leere regelmässig meine Fotos und übergib sie meiner eigenen Foto-Cloud.

Google Fotos

Somit dürfte klar sein, dass ich hier in dem Bereich nicht wirklich mehr viele Fotos habe. Dennoch könnte ich mittlerweile, so würde ich Google Geld entgegenwerfen, heute auch noch mehr damit machen können, als bis jetzt schon möglich war.

Der jahrelang beworbene, unbegrenzte Speicherplatz für Videos und Bilder in einer hohen Qualität wurde letztes Jahr plötzlich eingestellt. Mit Google One bekommt ihr 100 GB, 200 GB oder gar 2 oder 5 TB an Plattenplatz, plus ein paar weitere Funktionen in der Fotos App.

G Suite

Ganz früher war «Google Apps for your Domain» ein kostenloses Angebot. Auch wenn das über 10 Jahre her ist, hat Google damit viele Nutzer erfolgreich ködern können. Dennoch gab es über Jahre die Möglichkeit ein kostenloses Konto (mit Einschränkungen) zu erhalten und weiterzunutzen.

Hier, wie auch oben bei den Fotos, aus betriebswirtschaftlicher Sicht sicherlich nicht verwerflich, um noch mehr Geld zu verdienen, muss man erst einmal an der Basis sparen. Dennoch ist, das weglassen, nachdem das Angebot über 10 Jahre stand natürlich ein wink in die Richtung, in welche Google gehen wird.

WhatsApp Backup

Klingt jetzt nach kleinlich, doch wie heisst es so schön, auch Kleinvieh macht Mist. Regelmässig nervt mich Google mit E-Mails, die mir sagen, dass mein Speicher im Google Drive fast voll sei. Solche E-Mails bewegen immer wieder Menschen dazu, doch etwas Geld in Richtung Google zu werfen für etwas mehr Speicherplatz.

Vor kurzem kam die Meldung bei WhatsApp (wir haben im #GeekTalk Podcast darüber gesprochen), dass das Backup der ganzen Chats im Google Drive zukünftig beschränkt wird. Auch wenn, dass wohl eher nicht Googles Intention war, wollte wohl Facebook nicht mehr so viel ausgeben pro Nutzer. Bei Facebook, einem weiteren Konzern, der sich auf das Datensammeln spezialisiert hatte, und aktuell neue Wege sucht, auch etwas spezieller. Ich gehe mal schwer davon aus, dass Facebook (oder das vier Buchstaben-Unternehmen dahinter) einfach die Kosten drücken möchte.

Der bis anhin unbegrenzte Speicherplatz wird nun auf ein 2 GB Limit gesetzt. Wenn man bedenkt, dass nicht nur Textnachrichten versandt werden, kommt da schnell mal ein paar GB pro Backup zusammen.

Google Meet

Google Meet, kennt ihr den Dienst? Das ist der Nachfolger des eigentlich gar noch nicht so lange eingeführten Google Duo-Video-Messengers. Dieser wird dann wohl auch über kurz oder lange Google Duo ablösen.

Was viele aber gar nicht wirklich mitbekommen haben: Google Meet ist eigentlich eine kostenpflichtige Lösung. Es gibt natürlich auch einen kostenfreien Zugang. Damit könnt ihr Sessions bis zu 60 Minuten machen und mit bis zu 100 Teilnehmern.

Habt ihr das verpasst? Das kann ganz gut sein, mit dem Start der Corona-Pandemie hat sich wohl auch der Start des Dienstes etwas umgestaltet. Seit den ersten Lockdowns verlängert der Suchmaschinenriese den kostenlosen Zugang immer wieder stillschweigend. Mal schauen, wie lange, dass noch so andauern wird.

YouTube Nutzung kostet auch

Dieses Kapitel ist eventuell etwas übertrieben, aber dann auch doch wiederum nicht. Denn sich YouTube Videos, eventuell auch von diesem Kanal hier anschaut, hat sicherlich auch schon einmal bemerkt, dass vor-, während und meist auch am Schluss solcher Videos Werbung geschaltet wird.

Wenn wir ehrlich sind, aktuell ist ein YouTube Konsum ein Graus ohne einen guten Ad-Filter.

Google hat schon länger die AGB von seiner Video-Plattform dahin gehend angepasst, dass sie es sich herausnehmen können, unrentable Accounts zu löschen.
Damit meinen sie Accounts, die keine Werbung ausspielen. Spielt der Content-Creator nicht von sich aus Werbung ein, macht das YouTube selber. Bei zweiterem partizipiert dann aber der Creator nicht von den Einnahmen.

Nach meiner nach übertreibt es YouTube seit knapp einem Jahr aber auch mit den Werbeeinspielern. Damit möchte man natürlich ganz viele Nutzer in Richtung YouTube Music (da ist der werbefreie YouTube-Konsum gleich inklusive) oder dem YouTube Premium Abo bewegen.
Kleiner Input für alle, die das Bezahlen des Abos mit der Meinung eingehen, dass YouTube dann auch den Creatorn das Geld weitergibt, dass sie durch die entfallene Monetarisierung verpassen. Der Anteil, den Google an die Creators weiter gibt, ist verschwindend klein und somit fast schon eine Frechheit.

Was kommt als Nächstes? Android? Chrome?

Für Android bezahlen? Das ist doch einer der Kernpunkte, warum Android solch eine breite Verfügbarkeit hat. Google gibt den Herstellern, das Betriebssystem kostenlos zum Aufspielen auf ihre Smartphones.
Im Gegensatz verpflichten sich diese, gewisse Google Dienste zwingend als Default zu hinterlegen und eine Reihe der Google eigenen Apps auf dem Homescreen zu verpflanzen.

Google selber gibt Updates für drei Jahre aus bei seinen eigenen Geräten. Samsung hat (#GeekTalk Daily berichtete) von sich aus, die Zahl auf vier Jahre erhöht. Anders NOKIA, nachdem sie es nicht geschafft haben, ihr eigenes Versprechen von Updates zu halten, verlangen sie jetzt Geld von ihren Nutzern für weitere Updates. Wenn das so weiter kommt, lässt sich Google davon inspirieren und ihr könnt gegen ein paar Währungseinheiten euch ein oder zwei weitere Jahre Updates holen.

Natürlich hoffe ich hier vorher, dass es Unternehmen wie OPPO und ähnlich wie Samsung selber hinbekommen. Aktuell lassen die Updates ja nach wie vor etwas warten.

Da lobe ich mir doch mein iPhone, denn damit sind die fünf, sechs oder mehr Jahre Updates schon in den Kaufpreis mit einkalkuliert.

Denken wir weiter, wo könnte Google noch Geld verlangen? Bei Fotos hat man erfolgreich, fast alle Mitbewerber aus dem Markt verdrängt, das Gleiche passiert seit Jahren im Browser-Bereich. Ausser Opera und Safari sind mittlerweile die meisten Browser mit dem Chromium-Unterbau unterwegs.
Kommt hier nächstens das Chrome-Abo für die Synchronisierung von Einstellungen, Extensions und Sicherheits-Mechanismen wie einem integrierten VPN, Virenschutz etc.?

Kommt bald das «Google alles inklusive Abo»?

Bitte versteht mich nicht falsch, Google (Alphabet) ist ein Börsenkotiertes Unternehmen. Als eine solche Firma muss man gegenüber den Anteilseignern Gewinner erzielen, oder zumindest einen längerfristigen Plan haben, wie man, mit seinem Tun, Geld umsetzten kann. Sehen wir mal von der Datensammelwut ab, bietet Google wirklich tolle Angebote mit seinen Services. Die wären mir persönlich auch etwas wert, würde ich nicht wissen, dass Google meine Daten (wenn auch teilweise «nur» die Metadaten) analysiert und anderweitig verwendet / «verkauft».

Ich hoffe für Google, dass sie es hier nicht übertreiben und den Spagat zwischen beiden Welten schaffen werden. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass Google, ähnlich wie Apple, mit Apple One Premium alle Dienste, die sie so haben unter einem Dach Zusammenbündeln werden.
Zumindest in grösseren Google One Angeboten, haben sie schon einmal Google VPN für Android Smartphones etc. mit aufgenommen.

Ach ja, was glaubt ihr, welcher Dienst landet als Nächstes auf dem Google Friedhof?

Bildquelle: Google Newsblog

 

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