Home Kolumne e-Sport erobert die Welt
e-Sport erobert die Welt

e-Sport erobert die Welt

0

Als ich am Montag letzte Woche die TV Sendung Sport Lounge auf SRF1 schaute, habe ich nicht schlecht gestaunt, als eine Berichterstattung über den sogenannten «e-Sport» ausgestrahlt wurde. Eine völlig neue Definition von Sport. Aber ist e-Sport wirklich ein Sport? Zählt Gaming als eigene Sportart? Hat e-Sport eine Zukunft oder ist diese Sache eher ein momentaner Boom?

Ein Thema mit viel Potential für kontroverse Ansichten…. Aber schaut es euch doch gleich selber an (leider unterbindet das SRF das einbinden von Videos)

e-Sport erobert die Welt

Ich bin ja kein Gaming Profi, das ist mir schon klar, aber zumindest bin ich auch kein Newbie und komme mit vielen Games ziemlich schnell klar und zähle mich auch nicht zu den schlechtesten Gamern. Gegen Teenies werde ich aber wohl nie eine Chance haben, wobei ich meinen 14 jährigen Sohn letzthin in einem FIFA Match geschlagen habe… #stolz !
Zu sagen ist, dass ich mit nur einem Goal Unterschied in den letzten Sekunden der Verlängerung mit verdammt viel Dussel gewonnen habe. Seither fordert mich mein Junior immer wieder raus, aber ich will keine Revanche, weil ich ja wahrscheinlich dann haushoch verliere…. Und somit kann ich meinen Sieg immer und immer wieder zelebrieren und meinen Sohn damit piesacken. Gemein? Ich weiss.

Kleine Anekdote meinerseits, was ich aber damit sagen will: Obwohl ich seit Dekaden Computerspiele zocke und doch ein bisschen Ahnung habe, kann ich gegen Junge Gamer im Teenager Alter nicht mehr bestehen. Die ganze Szene hat sich in so einem unvorstellbaren Ausmasse entwickelt, dass ich mich doch frage: Ist das noch normal? Ist soviel zocken noch gesund? Und kann man Gaming wirklich als Sport bezeichnen?

Wie der Moderator erzählt, bezeichnet man e-Sport per Definition als «den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computern». So wie die Profi Gamer im Beitrag trainieren und zocken ist dies auf eine Art wirklich ein bisschen als Sport anzusehen. Aber eben, da scheiden sich die Geister.

Zu meiner Zeit hat man sich in einer Waldhütte übers Weekend verkrochen und coole LAN Partys veranstaltet, der Event in Köln, von welchem berichtet wird, hat jedoch ein Ausmass erreicht, welches mich irgendwie schockiert aber auch fasziniert. Da kommen über 10‘000 Leute aus allen Herren Länder in eine Sporthalle und schauen sich ein paar Gamer an, welche z.B. Counterstrike oder League of Legends spielen. Die Gamer aus 4 Kontinenten werden angefeuert wie Rock- oder eben Sportstars, es gibt sogar Public Viewings und über 1 Mio. Zuschauer über Live-Streams. DER BLANKE WAHNSINN !

Erobert das Gamen wirklich die Sportwelt? Die enormen Geldbeträge welche als Preisgelder oder Löhne ausbezahlt werden, Spieler haben Manger und Trainer, neue Talente werden gescoutet, Spieler haben ihr Studium unterbrochen um voll auf die Karte Gaming zu setzen, es existieren Gaming Houses oder auch Leistungszentren genannt mit eigenen Wohnungen und Koch, Dopingkontrollen sind an der Tagesordnung usw. Wenn man diese Aufmachung betrachtet, kommt Gaming in Sachen Professionalität und Komplexität dem Fussball doch sehr Nahe. Und der Einstieg vom Bundesligaclub VFL Wolfsburg in dieses Business ist noch das Tüpfelchen auf dem berühmten i.

Provinz mit Potential

Auch in der Schweiz existiert ein solches Gaming House wie der zweite Bericht zeigt. Das schweizer Team ist nicht zu vergleichen mit der internationalen Konkurrenz, hat aber auch schon stattlich viele Preisgelder eingespielt.

Hier kommt ihr direkt zum zweiten Video bei SRF.

In ein paar Ländern wie z.B. USA, China, Korea oder aber auch Schweden um nur ein paar zu nennen, werden diese e-Sport Leagues bereits offiziell anerkannt. Wo führt das Ganze noch hin? Werden wir von diesem Phänomen überfahren? Stirbt der klassische Sport irgendwann mal aus da man ja alles auch digital machen kann? Fragen über Fragen.

Eines ist aber jetzt schon klar: Diese spektakuläre Erscheinung ist etwas was die Massen fasziniert. e-Sport wird sich noch weiterentwickeln, und sicherlich noch sehr stark wachsen in der nahen Zukunft. Da bin ich doch sehr gespannt was so auf uns zukommt. Aber trotz alledem gehe ich jetzt in die Turnhalle und spiele 2 Stunden Fussball und Unihockey. Denn ohne Schweiss kein Preis.

 

Andreas Sommer Vater von 3 Kindern, Playstation Zocker, Heavy Metal Freak, Bass Player, Star Wars Enthusiast, Rugby Fan, Gin Tonic Verehrer, Hobbykoch, Fasnächtler

LEAVE YOUR COMMENT

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.