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Apple verkauft eine Milliarde iPhones

Apple verkauft eine Milliarde iPhones

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2007 startete Apple ein, aus damaliger Sicht, kühnes Experiment- das iPhone wurde vom mittlerweile verstorbenen Steve Jobs offiziell vorgestellt. Die Häme war zu Beginn groß – ein neuer Player im bereits derart konsulidierten Handy Markt? Nicht das es nicht bereits schon Überraschungen in diesem Markt gegeben hatte – so feierte der Konzern Nokia, der vor der Produktion von Handys Gummistiefel herstellte, zu diesem Zeitpunkt beispielsweise große Erfolge – noch. Trotz all der schlechten Vorhersage – Apple schreibt mit dem iPhone eine Erfolgsgeschichte die seines Gleichen sucht. Kürzlich wurde das 1 Milliardste iPhone – ausgeschrieben 1.000.000.000 – verkauft. Und das in nur 9 Jahren.

Apple verkauft eine Milliarde iPhones

Am 27. Juli war es also soweit – eine Milliarde iPhones gingen über den Ladentisch. Das Wachstum lief über die letzten 9 Jahre sehr unstetig. Erst 2014 informierte Apple darüber 500 Millionen Geräte verkauft zu haben – somit verkaufte Apple die Hälfte der Geräte in den ersten sieben Jahren, die zweite Hälte in den letzten zwei.

Die aktuellen Quartalszahlen
Die aktuellen Quartalszahlen

Wie die aktuellen Quartalszahlen von Apple zeigen – dieses Wachstum nimmt langsam ein Ende, bzw. flacht diese Kurve wieder etwas ab. Im dritten Geschäftsquartal des Jahres konnte der Konzern 40,3 Millionen Geräte verkaufen – im Quartal davor waren dies noch 51,1 Millionen – im Vorjahr immerhin auch 47,5 Millionen.
Auch die Umsätze gehen zurück, dies ist auf die Reduktion des Durchschnittspreise – aufgrund der Einführung des günstigeren iPhone SE, zurück zu führen. Börsen-Analysten hin, Medien her – das iPhone lies Rekord um Rekord in den letzten Jahren purzeln – und ich bin mir sicher dies wird auch in Zukunft so bleiben.

Geschichte – 2007 bis heute

Bereits Anfang der 2000erter begann Apple mit der Entwicklung eines Mobiltelefons das auf einen Multi-Touch Touchscreen setzen sollte. Jobs wünschte sich ein Gerät auf dem der Nutzer wie auf einer Computertastatur tippen konnte. Vorbei die Zeiten der digitalen Handschrifterkennung – 1998 stellte Jobs den Newton, ein PDA mit eben diesem Konzept, bei der Neustrukturierung von Apple ein.
Bereits 2005 zeigte Apple, dass dem Konzern der Einstieg ins Handy Geschäft ernst sei. In Kooperation mit Motorola entstand das ROKR E1, ein Handy das mit iTunes synchronisiert werden konnte. Es sollte das Einzige Gerät bleiben das Apple jemals offiziell mit iTunes syncen lies. Die Entwicklung des iPhones hingegen lief unter dem Codenamen «Project Purple», neben dem letztlichen Veröffenlichungsnamen standen noch Vorschläge wie Telepod, TriPod oder iPad im Raum.

Apple iPhone original
Apple iPhone original

TriPod schien aus Apples Sicht ein sinnvoller Titel für das neue Gerät zu sein – denn das Smartphone sollte drei wichtige Funktionen vereinen – iPod, Telefon und Internet. Diese Kernelemente standen auch bei der Vorstellung am 09. Januar 2007 im Mittelpunkt.
In den Kommentarspalten der damaligen Medien verkam das Gerät zum iPod mit Telefonfunktion, ein sehr unterschätztes Gerät. Den ersten großen Erfolg konnte Apple bereits nach 74 Tagen vermelden – in diesem Zeitraum wurde die erste Million der Geräte verkauft.
Zum Vergleich: Beim erfolgreichen, hauseigenen, Konkurrenten dem iPod dauerte dies fast 2 Jahre. Am 09. November 2007 starte der Verkauf in Europa, zuvor war das Gerät nur bei AT&T in den USA erhältlich.

Die wahre Revolution stellte das iPhone 3G dar, die zweite Generation die am 11. Juli 2008 in 21 Ländern veröffentlicht wurde. Hier war der Name, das erste und bisher einzige, Mal tatsächlich sinngebend – im Unterschied zum ursprünglichen iPhone unterstützte dieses Gerät erstmals den UMTS Mobilfunktstandard und eröffnete so erst wirklich den Weg ins (schnelle) Internet.
Zudem startete zum gleichen Zeitpunkt der AppStore und eröffnete damit die Möglichkeit neue Funktionen durch kleine Programme nachzurüsten. Zum Start standen rund 500 Apps zum Download bereit. Schon ein Monat nach dem Start des Stores setzte Apple rund 1 Million Dollar täglich im eigenen Digitalstore um. Gleichzeitig ging auch Apples MobileMe an den Start, der Nachfolger von .Mac und der Vorgänger der iCloud. Trotz eines holprigen Starts, der von tagelangen Ausfällen geprägt war, konnte Apple auch hier Maßstäbe setzen.

Apple iPhone 4S
Apple iPhone 4S

Der Rest ist Geschichte, die bis zum aktuell erhältlichen iPhone 6S und 6S Plus reicht.
Die Modelle wurden zusehens leistungstärker und stellen heute kleine, mobile Computer dar – die permanent mit dem Internet verbunden sind. Die Displaygrößen wuchsen weiter und weiter, bis Apple letztlich mit dem iPhone 6 hier sogar zwei unterschiedliche Größen erstmals anbot.
Dem Wunsch vieler Kunden folge leistend wurde später auch das iPhone SE vorgestellt, ein Gerät mit moderner Hardware in einem vergleichbar kleinerem Gehäuse. Die Politik im Hinblick auf Veröffentlichung hat sich bis dato nicht geändert – jedes Jahr erscheint ein neues Gerät, dabei gibt es alle zwei Jahren eine Änderung im Design, die Folgejahre sind jeweils durch die S Generationen geprägt die auf das gleiche Design aber bessere Leistung setzen.
Bisher reine Spekulation – dieses Jahr könnte sich dies ändern – viele Medien berichten aktuell darüber das Apple das Design des iPhone 6 ggf. ein drittes Jahr weiter verwenden könnte. Die Vorstellung des nächsten iPhones wird, ebenfalls unbestätigt, für den September erwartet.

Kommentar – Ein Gerät das die Welt verändert(e)

Aus meiner Sicht definierte Apple mit dem iPhone schlichtweg den Begriff des Smartphones. Natürlich brachten bereits andere Hersteller Handys mit Zusatzfunktionen auf den Markt, dennoch zeichnete Apple dieses Bild klarer und nachhaltiger als alle anderen Konzerne innerhalb dieser Sparte – und wurde dafür mit entsprechendem Erfolg belohnt. Einer der wichtigsten Teile dieses Erfolgs war das revolutionäre Multitouch Display. Es ermöglichte neben sinnvollen Steuerungsgesten auch die komfortable Bedienung des Geräts nur mit den Fingern. Heute erscheint uns dies völlig klar und selbstverständlich – vor 9 Jahren noch regierte an dieser Stelle aber der Stylus. Apple verzichtete bewusst auf dieses Eingabegerät, ein mutiger Schritt den zuvor kein anderer Hersteller nahm. Zum Glück – den trotz einiger Gehversuche konnte zum damaligen Zeitpunkt niemand eine funktionale Oberfläche für die Fingerbedienung bieten.

Ein weiterer wichtiger Puzzlestein war das AppStore – auch hier legte Apple vor und öffnete die eigene Plattform für Entwickler maßgeblich. Der Markt in dieser Hinsicht explodierte in kürzester Zeit, ein Konzept das bei Google und Microsoft schnell Nachahmer fand. Ein modernes Gerät ohne die Möglichkeit benutzerdefinierte Apps, abseits der Hersteller eigenen, installieren zu können? Heutzutage schier undenkbar!

Das moderne Smartphone ist viel mehr als ein mobiles Telefon – für viele, so auch für mich, steht klassisches Telefonieren und SMS schreiben eher im Hintergrund. Das Gerät stellt das mobilste Gerät in die moderne digitale Welt dar. Es speichert Unmengen an Medien – Musik und Filme, dient als Digitalkamera und ist der universelle Zugang ins Web. Für viele dient es noch dazu als zentraler Hub für viele Anwendungen und kommuniziert mittels Bluetooth mit anderer Hardware – vom Kopfhörer bis zum Autoradio, vom Smarthome bis zur Personenwaage. Den Möglichkeiten sind letztlich keine Grenzen gesetzt – so kommt das Smartphone als digitale Geldbörse auch im Alltag immer mehr an und wie der aktuelle Hype Pokemon Go beweist kann das Gerät hier moderne Konzepte im Bereich der Videospiele bieten die klassische Konsolen so nicht ermöglichen.

Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch die wirtschaftliche Macht dieses Geräts. Apple verkauft bestimmt nicht die meisten Geräte auf dem Markt – macht aber mit Abstand am meisten Gewinn damit. Dies liegt an der praktischen Kombination Hardware als auch Software direkt aus einer Hand anzubieten – und damit eine interne Monopolstellung zu besitzen.
Der Hauptkonkurrent ist Android – ein Betriebssystem aus dem Hause Google – das auf der Harware unzähliger Hersteller angeboten wird. Dementsprechend breit ist das Android Lager aufgestellt, kämpft aber gerade dadurch mit etlichen Problem. Sofern Apple, als Softwareentwickler, neue Updates für seine Smartphones anbieten möchte müssen diese auf eine, vergleichsweise, geringe Anzahl von Geräten angepasst werden – Updates funktionieren so effizienter und schneller.
Ebenso gibt es den Vorteil das die zu Grunde liegende Hardware komplett bekannt ist – schließlich designt der Konzern diese selbst. Durch diese Kombination kann Apple ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten – und lässt sich diesen Vorteil nach wie vor vom Kunden sehr gut bezahlen.

Aus Konzernsicht könnte sich langfristig dennoch ein Problem ergeben. Aktuell stellt das iPhone rund 57% des enormen Gewinns – in Vergangenheit war dieser Anteil teilweise noch höher. Es handelt sich im wahrsten Sinne des Wortes um das Standbein des Konzerns. Sofern dieses – warum auch immer – einbrechen sollte wird es schwer werden ein neues, ähnlich kräftiges, Standbein aufzubauen.

 

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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