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Logan The Wolverine

Logan The Wolverine

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Siebzehn Jahr, graues Haar, so stand Logan vor der Kamera. Lange Zeit ist seit dem ersten Auftritt von Wolverine in X-Men vergangen, mit dem dritten Solofilm steht jetzt aber das Ende der Geschichte an. Zum letzten Mal wird Hugh Jackman in die Rolle des Mutanten schlüpfen und so seine erfolgreiche Laufbahn als X-Men beenden.

Logan The Wolverine

Ein Spoiler? Nein, zum Glück nicht. Das dieser Film der letzte Film mit Hugh Jackman als Wolverine sein wird wurde bereits weit vor der Veröffentlichung bekannt. Nicht zuletzt durch Hugh Jackman selbst – so postete er auf Instagram selbst ein Bild mit dem Hinweis das er ein letztes Mal in die Rolle schlüpfen würde.

Der Film selbst beruht auf einer eigenständigen Comicreihe mit dem Titel «Old Man Logan», dieser Name ist mehr als treffend. Wir bekommen einen sichtbar gealterten, und vom Leben gezeichneten, Superhelden geboten, der weiterhin an schweren psychischen Probleme leidet. Diese ertränkt er offenbar regelmäßig in Alkohol, eine Abhängigkeit die ihm auch körperlich zu zu setzen scheint. Ähnlich ergeht es Charles Xavier (Patrick Steward), dieser leidet aber viel mehr an Demenz und den Folgen des Alters. Eine schwere Kombination, wenn ein X-Men dessen Kraft im Psi Bereich liegt nun nicht mehr ganz der Herr seines eigenen Hirns ist.

Die Handlung findet im Jahr 2029 statt. Die Helden haben sich zurückgezogen und versuchen sich nach wie vor vor der Menschheit zu verstecken. In ihrem tristen Dasein tritt Laura Kinney (Dafne Keen) auf den Plan. Sie wird von einer nicht näher benannten Organisation verfolgt, Logan soll sie in Sicherheit bringen. Wiederwillig willigt er ein, was vor allem daran liegt dass das Mädchen über die selben Fähigkeiten verfügt wie er selbst – ein Zufall?

Ein weiteres Filmplakat
Ein weiteres Filmplakat

Natürlich, letzten Endes ist es kein Zufall. Ein Roadmovie mit ein wenig Gefühl und viel Brutalität beginnt. Nach «Deadpool» bekommt der Zuschauer hier den zweiten Film ohne Jugend-Freigabe präsentiert, dementsprechend mangelt es nicht an Blut und sehr gewalttätigen, fachgerechten, Zerlegungen mithilfe von X-Men Klingen. Damit hätte ich an und für sich noch kein Problem, wäre da nicht das junge Mädchen. Laura Kinney ist mit allen Wassern gewaschen und vermag es auch zu kämpfen. Letzten Endes geht sie brutaler und kaltblütiger vor als Logan an sich, eine Gewaltdarstellungen die mich sehr nachdenklich zurück lies und ich eindeutig so nicht mehr sehen möchte. Kinder in R-Rated Filmen sind eine Sache, sofern diese aber direkt, aktiv, als Killer auftreten ist für mich eine Grenze erreicht. Gepaart mit dieser Kaltblütigkeit und den eisigen Blicken ist diese auch eindeutig überschritten. Es mag eine konsequente Weiterentwicklung der sonst schon etwas stockenden Serie sein – für mich funktioniert diese aber leider in keinster Weise.

Rein schauspielerisch vermochte es Dafne Keen mich zwar am meisten zu überzeugen, dennoch liegt der darstellerische Wert der anderen Charaktere für mich nicht besonders hoch. Sowohl Hugh Jackman als auch Patrick Steward haben wir schon besser dargestellt innerhalb dieser Reihe gesehen. Der Antagonist Boyd Holbrook (spielt im Film Donald Pierce) gibt sich zwar Mühe, vermag es aber dennoch nicht diesen Eindruck deutlich nach oben zu revidieren.

Insgesamt mochte ich auch die Story nicht besonders – was vor allem daran liegt das wir die meisten Elemente so schon einmal gesehen haben – in besserer und kreativerer Form. Supermutanten? Kennen wir schon. Direkt aus dem ersten Wolverine Teil. Dieser war so gut dargestellt und interessant gespielt dass er einen eigenen Film erhielt. Richtig – Deadpool! Auch ansonsten weist deine Erzählung einige Schwächen auf. Der Film spielt im Jahr 2029 – den Eindruck von Zukunft kann er aber an keiner Stelle vermitteln. Smartphones? Gibt es natürlich noch. Nur komisch dass diese noch aussehen wie das iPhone 6 – respektive iPhone 7. Da helfen selbst selbstfahrende LKWs nicht das Setting futuristischer Wirken zu lassen. Ob das Jahr oder das Zukunftssetting an sich für den Film wichtig war? Nein. Er hätte rein storytechnisch genauso im Jahr 2017 statt finden können, dann müsste er sich jetzt auch nicht die Kritik der quasi nicht existenten Zukunftsdarstellung gefallen lassen.

Fazit

Zugegeben, ich bin nicht böse darüber das Wolverines Beteiligung innerhalb der X-Men Reihe endet. Der Charakter ist für mich bereits seit Jahren auserzählt. Nichtsdestotrotz hätte ich mir einen würdigeren Abschluss für einen großen Comiccharakter erhofft. Große Brutalität, ohne nennenswerte neue Handlungsstränge oder Ideen, reichen selbst bei zwei sehr bekannten Charakteren nicht aus um den, mit -Minuten Film- längsten Wolverine Teil zu tragen. Schade!

 

Jan Gruber

Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler – Unser Geek aus Wien

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