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Alien Covenant

Alien Covenant

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Ende der 70er schuf Ridley Scott mit «Alien» ein SciFi-Horror Meisterwerk. Der Film bestach durch seine visuell beeindruckenden Effekte, mit verantwortlich dafür ist der Schweizer Künstler HR Giger, der die Figur des Aliens und viele visuelle Designs und Filmsets schuf. Vierzig Jahre später gibt sich Hollywood grösste Mühe, das Projekt in ein neues Jahrtausend zu führen – bisher mit mässigem Erfolg.

Alien Covenant

Auf den ersten Alien-Film folgten viele Fortsetzungen und mit «Alien vs. Predator» auch ein Spin-off. Im Jahr 2012 zog Regisseur Ridley Scott (Blade Runner, Black Rain, Gladiator) erneut aus, um die Alien-Reihe in ein neues Kinozeitalter zu hieven. „Prometheus – Dunkle Zeichen“ trat ursprünglich als Sequel an, entwickelte sich im Laufe der Dreharbeiten aber zu einer eigenständigen Geschichte. Trotz einer enormen Dichte an bekannten Schauspielern, wie Charlize Theron, Michael Fassbender und Noomi Rapace, wurde der Film sowohl von Kritikern als auch von den Fans nur mässig aufgenommen. Trotz opulenter Effekte und der gewohnt guten Designs von HR Giger. Im Vergleich zur ursprünglichen Reihe hielt sich der Horror deutlich im Hintergrund, zudem wurde der Film durch viele massive Logikfehler teilweise ins Lächerliche gezogen. Finanziell war die Produktion dennoch erfolgreich, bei 130 Millionen Budget spielte der Film international knapp über 400 Millionen ein. Dementsprechend wurde ein Nachfolger bestätigt.

Bereits der Trailer von «Alien Covenant» macht klar, dass Scott nun antritt, um vergangene Kritik auszumärzen. Der Film präsentiert sich deutlich brutaler und besitzt mehr Horrorelemente. Zunächst startet aber alles ruhig – nach einer kurzen Vorgeschichte, bei der wir die ersten Schritte des Androiden David (Michael Fassbender – Asssasins Creedm X-Men, 12 Years a Slave) gezeigt bekommen. Ihn kennen wir bereits aus dem Vorgänger, es ist der einzige Charakter, der aus Prometheus direkt übernommen wird. Nach dieser Einstellung geht es auf die Covenant – ein Raumschiff, das eine neue Kolonie gründen soll. Nach einem Zwischenfall weckt Walter (Michael Fassbender) – eine Weiterentwicklung des Androiden David – die Crew aus ihrem Kryoschlaf. Auch hier gibt es einen Zwischenfall, der bisherige Capitän stirbt – hier bekommen wir einen Cameo von James Franco (Planet der Affen, Spiderman) – Billy Crudup (Jackie, Spotlight) übernimmt die Leitung. Unter ihm die erste Offizierin Katherine Waterston (Phantastische Tierwesen, Steve Jobs) und die Crew, bestehend aus eher unbekannteren Darstellern wie Danny McBride, Demian Bichir, Carmen Ejogo und Jussie Smollett. Während der Reparaturarbeiten am Schiff erhalten sie einen Funkspruch, der menschliche Töne enthält. Die Crew entschliesst sich, diesen Planeten zu besuchen und findet dort Überreste der Prometheus Expedition – inklusive David, der Androide aus der ersten Generation.

Ein weiterer Einstieg in die Handlung ist leider, ohne Spoiler, nicht möglich. Selbst die Einordnung des Films innerhalb der Reihe ist bereits ein Spoiler – wahrscheinlich der grösste, den es für diesen Film geben kann. Ridley Scott gibt sich nicht lange Mühe, den offensichtlichen Feind zu zeigen – insofern gibt es die Aliens in verschieden Grössen und Formen bereits sehr früh zu sehen. Doch die Geschichte des Films geht deutlich weiter. Wir erhalten die Antwort auf die Ursprünge der blutrünstigen Biester, zusätzlich gibt es einige gelungene Gedanken rund um das Thema Menschlichkeit, Fehlbarkeit und Schöpfung aus dem Mund zweier Androiden. Die beiden Androiden stellen für mich ohnehin das Highlight des Films dar. Michael Fassbender spielt die Doppelrolle nach allen Regeln der Kunst und schafft es, selbst Unterhaltungen der beiden Charaktere – inklusive gleichzeitiger Darstellung auf dem Bildschirm – divers genug darzustellen. Ein Schauspieler und zwei absolut unterschiedliche Rollen, in weiten Teilen quasi sogar Gegenspieler – eine wahre Meisterleistung. Anders sieht es leider beim restlichen Cast aus. Hier sind keine schauspielerischen Leistungen zu erkennen. Das liegt nicht daran, dass die Schauspieler nicht im Stande wären, etwas zu leisten – vielmehr an der viel zu dünnen Story in dieser Richtung. Es ist ein beinahe trauriger Trend den Hollywood, für mich gefühlt im letzten Jahr, hier fortsetzt: Die Charaktere mit dem meisten Tiefgang sind Roboter.

In Sachen Horror und Brutalität legt «Alien Covenant» im Vergleich zu «Prometheus» deutlich zu. Leider wird der Bereich Action und Splatter deutlich grösser geschrieben als früher, viele Szenen spielen in der Weite des Planeten oder innerhalb des grossen Raumschiffs. Der klaustrophobe Horror der ursprünglichen Reihe kann so nicht mehr hergestellt werden. Visuell vermögen sowohl die Effekte als auch die Designs von HR Giger nach wie vor zu überzeugen, unterm Strich wird der Film die Fans aber dennoch auf beiden Seiten nicht erfüllen können. Ein Schicksal, das den ganzen Film für mich, leider, betrifft.

Fazit

Alte «Alien» Fans werden zu Recht, weiterhin, den fehlenden Horror- und Splatter-Aspekt kritisieren, Neueinsteiger hingegen werden gerade diese Horrorszenen negativ bewerten. Eigentlich ist «Alien Covenant» ein guter SciFi Film mit interessanter Story, der durch blutige, brutale Horrorszenen unterbrochen wird – Pflichterfüllung für die einen, der Rettungsanker an vergangene Zeiten für die anderen. So präsentiert Scott einen über zwei Stunden langen, eigentlich gelungenen SciFi Streifen, der es nicht ganz schafft, die vielen Ansprüche zu erfüllen. Wenn diese überhaupt erfüllt werden können.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund des Inhalts des Trailer – der einerseits Spoiler andererseits aber auch nicht jugendfreien Inhalt enthält – haben wir uns gegen dessen Einbindung entschieden. Ihr findet ihn, wenn ihr wollt, auf der offiziellen Webseite des Films.

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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