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John Wick Kapitel 2

John Wick Kapitel 2

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Im Jahr 2014 legte Keanu Reeves – nach dem Erfolg von Matrix und vielen darauf folgenden Flops – ein fulminantes Comeback hin. Damals schlüpfte er in die Rolle von John Wick, drei Jahre später steht nun eine Fortsetzung an. Der wortkarge Kopfgeldjäger darf erneut für eine – fragwürdige – Verbrecherjagd losziehen.

John Wick Kapitel 2

John Wick ist zweifellos der beste Kopfgeldjäger. In der Vergangenheit hat er sich um viele, delikate, Aufträge gekümmert. Heldenhafte Taten für Regierungen? Die Sicherung des Weltfriedens? I-Wo! Vielmehr erledigt er die heiklen Aufträge für verschiedenste Verbrechersyndicate – von der russischen über die italienische bis hin zur chinesischen Mafia. Doch es kam wie es kommen musste: Der Protagonist verliebte sich und beschloss auszusteigen. Doch ob ein Ausstieg oder Ruhestand bei einem derartigen Beruf wirklich möglich ist?

Unser Kopfgeldjäger - bei der Arbeit immer top gestylt...
Unser Kopfgeldjäger – bei der Arbeit immer top gestylt…
...privat dann etwas legerer
…privat dann etwas legerer

Soviel vorweg: Es handelt sich hierbei um keinen Spoiler. Vielmehr ist dies die Vorgeschichte vor beiden Kinofilmen, die wir häppchenweise immer wieder präsentiert bekommen. Im ersten Teil legte sich ein Mitglied der russischen Mafia mit John Wick an, dementsprechend begab sich dieser auf Rachetour. Der zweite Teil schliesst direkt an den ersten Teil an. Wir erleben das Ende seines Feldzugs, ehe die italienische Mafia ihn mit einer sogenannten Schuldmünze wieder in einen Einsatz schickt. John Wick begibt sich widerwillig nach Rom, um dort die Vorsteherin der Kurie nach Aufforderung ihres Bruders zu ermorden. Der Kampf gegen die Mafia, in einem Netz von Intrigen, beginnt.

Nach wie vor mimt Keanu Reeves den – mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen – John Wick. Hinzu kommen einige bekannte Schauspieler wie Claudia Gerini oder sein alter Matrix-Kollege Laurence Fishbourne. Als Regisseur kommt wieder Chad Stahelski zum Einsatz – ein Stuntman, der abgesehen vom Vorgänger noch keine nennenswerten Erfolge im Bereich der Regie verzeichnen konnte.

Alte Freunde aus Matrix Zeiten
Alte Freunde aus Matrix Zeiten
Beim Chef der Mafia-Hotelkette
Beim Chef der Mafia-Hotelkette

Angezogen durch den Trailer, liess ich mich letztlich zum Kauf der Kinotickets hinreissen. Erst danach entschied ich mich dazu, den ersten Teil noch anzusehen – und war nicht sonderlich begeistert. «John Wick» setzt auf die Stärken von Keanu Reeves: Brachiale Action mit Martial Arts-Einlagen. Der Held wird massiv überhöht dargestellt, Realismus lässt der Film an jeder Stelle missen. Diese Tradition setzt auch der zweite Teil fort, schafft es aber, besser damit umzugehen. Während der erste Teil oft unfreiwillig komisch war, setzt der zweite Teil absichtlich auf Humor – der Film nimmt sich zu keiner Zeit wirklich ernst und funktioniert daher deutlich besser. Auch die Ausweitung der Handlungsorte und generell der mitwirkenden Fraktionen war eine gute Entscheidung. Mafia-Partys in der antiken Unterwelt von Rom – ein wirklich schöner Anblick. Generell – aber nicht nur – wegen der Kulissen ist der Schauwert des Films deutlich höher. In Sachen Handlung darf man sich weiterhin keine grossen Sprünge erwarten. Die Einblicke in die Mafia-Strukturen, und deren teilweise kruden Regeln, sind dennoch interessant und schaffen es, die Actionsequenzen halbwegs glaubhaft zu verbinden. So oder so – der Fokus liegt auf den Kämpfen und der Action, hier kann Keanu Reeves überzeugen. «Schauspielerische Leistung? Wie? Davon stand aber nichts im Vertrag!». Mit Ausnahme der älteren Charaktere und Claudia Gerini ist die darstellerische Leistung bestenfalls maximales Mittelmass – aber sind wir uns ehrlich: Das erwartet man in einem derartigen Film auch nicht. Keanu Reeves schaffte in Matrix einen grossen Welthit – mit wenigen Dialogen und eigentlich nur einem Gesichtsausdruck. Die Rolle verlangt ihm ab, was er wirklich kann – brachiale Kämpfe und Martial Arts. Selbst wenn unser Held wirklich, auch sichtbar/optisch, in die Jahre gekommen ist – hier kann er klar punkten.

Die Mafia
Die Mafia
Die Hauptinhalte - Knarren, Autos und ein Hund
Die Hauptinhalte – Knarren, Autos und ein Hund

Im zweiten Kapitel von «John Wick» haben alle beteiligten Personen deutlich dazu gelernt – vor allem der sonst unerfahrene Regisseur. Eine Wohltat für die Reihe: In Kombination mit neuen interessanten Strukturen und Schauplätzen bekommt der Zuseher zwei Stunden optisch ansprechendes Action-Kino ohne jedwillen Anspruch, aber immerhin mit einigen Lachern, geboten. Der Film startet in derselben Woche wie «Fifty Shades of Grey 2» – ein gut gewählter Zeitpunkt. Im Endeffekt gibt es «Fifty Shades of Gewalt» mit nur einem Gesichtsausdruck, der klar auf das männliche Zielpublikum ausgelegt ist.

 

Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

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