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My Tamagotchi Forever

My Tamagotchi Forever

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Jeder, der in den 90ern jung war, kennt sie: Die Tamagotchis. Kleine, digitale Spielzeuge, mit denen ihr eure virtuellen Haustiere großziehen konntet. Die Funktionen waren sehr limitiert, dennoch zog das kleine Spielzeug Millionen junger Menschen in seinen Bann und wurde zum Hype. Über 20 Jahre später gibt es jetzt eine Neuauflage für Android und iOS.

My Tamagotchi Forever

My Tamagotchi Forever
My Tamagotchi Forever
Entwickler:
Preis: Kostenlos+

Stichwort Neuauflage: Bandai legte vergangenes Jahr, passend zum 20. Geburtstag, die virtuellen Haustiere neu auf. Ende letzten Jahres kam dann die Ankündigung, dass das Konzept auch für Smartphones ausgelegt wird. Die Veröffentlichung erfolgte, wie versprochen, diese Woche.

Am Spielprinzip hat sich wenig geändert. Unsere grundlegende Aufgabe in Tamagotchi bleibt es, unsere virtuellen Haustiere zu hegen und pflegen. Sie wollen unterhalten und liebkost werden, müssen essen, auf die Toilette und schlafen. Daneben gibt es noch einige andere Funktionen und ein paar Minispiele. Sehen wir uns also die Funktionen im Detail an.

Wie man ein Tamagotchi pflegt

Beim Aufziehen sind die obigen grundlegenden Funktionen verfügbar, diese kennen wir bereits von dem Ur-Klassiker aus den 90ern. Im Zuge der Unterhaltung spielen wir diverse Minispiele. Dabei handelt es sich um ein klassisches Match-3 Spiel, ein Planetenhüpfspiel und ein Musikspiel. Unsere Tamagotchis können sich auch weiterentwickeln. Welche Entwicklung das Haustier nimmt, hängt von einigen Einflussfaktoren ab. Beim Sammeln bewegen wir uns durch die Stadt und sammeln Fotos bei der Interaktion mit Gegenständen, die wir nach und nach kaufen können. Diese gesammelten Fotos können auch mit Freunden geteilt werden.

Mittels ARKit oder ARCore ist es auch möglich, die Haustiere in der echten Welt zu platzieren, zusätzliche Spieltiefe gibt dieses Feature jedoch nicht. Mit Hilfe der Minispiele schalten wir Erfahrung und Geld frei. Die Erfahrung lässt uns im Level steigen, damit schalten wir wiederum neue Gegenstände frei. Dafür müssen wir unser Geld ausgeben, ebenso wie für das Futter.

Jede Aktion, vor allem die Minispiele, benötigen Energie. Diese füllen wir über die Schlaffunktion wieder auf. Damit wird das Tamagotchi für einige Zeit blockiert.

Niedliche Umsetzung mit drögem Gameplay

So liebevoll die Gestaltung der App auch ist, so schnell erschöpft sich das GamePlay auch. Das Konzept wirkt, zu Recht, aus der Zeit gefallen. Vor über 20 Jahren war es noch beeindruckend, ein kleines, digitales Spielgerät mitzuführen – ein virtuelles Haustier. Abgesehen von mobilen Spielkonsolen war es eigentlich nicht möglich, ein permanentes Spielgerät mit sich zu führen. Heute ist das anders. Smartphones sind weit verbreitet, dieses benötigt ihr auch für Tamagotchi. Dementsprechend hat das virtuelle Haustier die digitale Konkurrenz nur einen Fingertipp entfernt. So löst die niedliche Gestaltung zwar einen gewissen Nostalgiefaktor aus, dieser kann aber nicht lange motivieren.

Free 2 Play mit vielen Erinnerungen

Grundsätzlich ist es möglich, den Titel völlig ohne In-App Käufe zu spielen, leider erinnert er aber sehr häufig an die Verfügbarkeit einer InGame-Währung. Bereits bei der Betrachtung der Funktionen offenbaren sich einige Ansatzpunkte für den Einsatz von Premiumwährung, Tamagotchi Forever nützt sie alle aus. Mit Hilfe der Währung könnt ihr den Schlaf beschleunigen und auch eigentlich abgelaufene Spiele fortsetzen.
Ihr mögt kein Geld ausgeben? Kein Problem – ihr könnt euch natürlich auch Werbeclips ansehen, für Spiele von ähnlicher Machart. Zudem sind derartige Spiele auch schon in der Übersicht der Minispiele verlinkt.

Was für Erwachsene vielleicht ein Sachverhalt ist, der übersehen werden kann, ist für Kinder bestimmt eine große Verführung. Bei Apps die sich in erster Linie eigentlich an Kinder richten – abgesehen von Nostalgikern wie mich – finde ich derartige Verleitung eigentlich nicht in Ordnung. Es wird viele Haushalte weltweit geben, in der die Kinder dank Tamagotchi Forever nach der Kreditkarte der Eltern verlangen – oder bei anderen Spielen mit derselben Mechanik, dank Werbung, landen.

Tamagotchi Not Forever

Ob die Tamagotchis mit der neuen, digitalen Umsetzung jetzt wirklich unsterblich werden? Leider nicht. Das Spielkonzept mit all seinen Limitierungen war in den 90ern sehr reizvoll, jetzt zieht es gegen die starke Konkurrenz aber schnell den Kürzeren. Angesichts der sehr häufigen InGame Werbung ist das, im Bereich von Kindern, vielleicht auch gar nicht schlecht. Hier gehen einige Entwickler deutlich verantwortungsvoller mit diesem durchaus spannungsgeladenem Thema um.

Tamagotchi Forever ist eine niedliche Umsetzung der ursprünglichen Idee, die es leider nicht auf Dauer schaffen wird, die Spieler zu motivieren – selbst die jüngsten unter uns nicht.

Die App wird komplett in deutscher Sprache angeboten und belegt, je nach Gerät, bis zu 300 MB Speicherplatz.

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Entwickler:
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Jan Gruber Podcaster, Blogger, Gamer, Switcher, Sportler - Unser Geek aus Wien

Comment(1)

  1. Das erschöpfende gameplay liegt eher an der Mechanik der Tamagochi Pflege. Selbst das Tamagochi von 1997 hatte mehr funktionen. Spritze geben etc. was das gameplay relativ interessant gemacht hat, da man bei der pflege nicht immer die gleiche routiene reingedrückt bekommen hat.

    Das prinziep der spiele und energie ist aber witzig umgesetzt.

    Ich hab mir die App besorgt, um nochmal den Nostalgie faktor zu erlegeben. Kommt aber wieder vom gerät, da es schnell langweilig wird. Wer was langlebigeres sucht wird mit animal crossing von nintendo besser bedient sein, denke ich.

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