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Harry Potter: Wizards Unite im Test – Der fast perfekte Fan-Service

Harry Potter: Wizards Unite im Test – Der fast perfekte Fan-Service

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Zwei Tage nach dem offiziellen Start in den USA und Grossbritannien, ist Harry Potter: Wizards Unite auch in ganz Europa veröffentlicht worden. Das Augmented Reality Game ist in Kooperation zwischen Niantic und Warner Bros. Games entstanden und orientiert sich grob am Spielprinzip von Pokémon GO. Das brachte dem neuen AR-Spiel auch den Spitznamen Harry Potter Go ein. Wir haben uns wortwörtlich ein paar Stunden in die Hitze des Gefechts geworfen und den Titel ausgiebig Probe gespielt. Harry Potter: Wizards Unite macht enorm vieles richtig, es gibt aber auch Stellen, die einmal mehr sehr typisch nach Warner Bros. Games riechen: Stichwort In-App-Käufe.

Geschichte von Harry Potter: Wizards Unite spielt nach den Büchern

Viele Anhaltspunkte gibt es erst einmal nicht. Aber wenn die „Ministeriumsmitarbeiter“ Hermine Granger, Harry Potter und Co. mit einem sprechen, um euch ins Spiel einzuweisen ist klar: Die Geschichte knüpft anhangslos irgendwo an eine Zeit nach den Büchern der Erfolgsautorin J.K. Rowling an. Rowling hat übrigens nichts mit der Story von Harry Potter: Wizards Unite zu tun, sie entspringt völlig der Feder der Warner Bros. Games Studios, die das Spiel auch entwickelt haben.

Worum geht es in der Story von Harry Potter: Wizards Unite?

Die Frage lässt sich noch nicht eindeutig klären. Harry Potter, einer der besten Auroren des Ministeriums für Zauberei, erklärt recht schnell, dass irgendjemand „Findbare Gegenstände“ in der Welt verteilt hat. Unterstützung erhaltet ihr zudem von Constance Pickering und Hermine Granger, die über die Ursachen forschen.

Sie gehen allesamt davon aus, dass jemand diese Findbaren Gegenstände gestohlen und auf der Welt verteilt hat, um sich am Ministerium zu rächen. Die Objekte unterschiedlichster Art sind natürlich eine Gefahr für Muggel (Menschen ohne jegliche magische Fähigkeiten) und auch für die Zaubererwelt. Letztere droht nämlich deswegen aufzufliegen und ihr sollt als Ministeriumsmitarbeiter nun dafür sorgen, dass das nicht geschieht.

Harry Potter: Wizards Unite im Test – Pokémon GO in potterisch

Wer Harry Potter: Wizards Unite zum ersten Mal startet, wird die starke Ähnlichkeit zu Niantics Pokémon GO feststellen. Kein Wunder, schliesslich hat Niantic ebenfalls mitgewirkt und stellt auch seine Kartendaten zur Verfügung. Somit ist jede Arena und jeder PokéStop auch im neuen „Harry Potter Go“ als interaktives Weltobjekt gekennzeichnet. Wer sich also mit aktivem Spiel bewegt, bewegt auch seinen Zauberer und läuft so seine Kilometer ab, um die auftauchenden Findbaren Gegenstände zu suchen. Diese verhalten sich wie Pokémon und erscheinen einfach per Zufall auf der Karte.

Die Findbaren Gegenstände teilen sich zudem in unterschiedliche Kategorien auf: Von Magiezoologie bis hin zu dunkler Magie. Diese werden in Register eingeteilt und stellen immer ein Puzzle-Teil des Harry-Potter-Universums dar. Einige von ihnen sind bereits mit dem ersten Fang vollständig, andere wiederum sind fragmentiert und müssen öfters gefunden und befreit werden.

Ihr werft natürlich in Harry Potter: Unite keine Pokébälle sondern malt per Gesten Zaubersprüche auf das Display. Hier sind sowohl Genauigkeit als auch Schnelligkeit gefragt. Malt ihr den Zauber zwar perfekt nach, seid aber zu langsam, ist die Wirkung nicht all zu hoch. Das gilt auch für den umgekehrten Fall. Wer also grossartige oder gar meisterhafte Boni für einen erfolgreichen Fang erhalten will, sollte sowohl schnell, als auch genau arbeiten. Das erfordert natürlich einiges an Übung.

Portschatullen sind die neuen Eier zum Laufen

Pokémon GO Spieler können Eier ausbrüten um neue Pokémon zu erhalten. Ein sehr ähnliches Konzept gibt es auch in Harry Potter: Wizards Unite, hier sind es allerdings die Portschatullen. Diese teilen sich ebenfalls in 2, 5 und 10 km Reichweite ein und öffnen sich dann auch entsprechend der gelaufenen Strecke. Um so wertvoller die Schatulle um so höher die benötigte Distanz und die daraus resultierenden Belohnungen wie seltene Artefakte oder Items.

Anstatt Brutmaschinen zu verwenden, muss man hier an silberne Schlüssel kommen. Einen goldenen Schlüssel, der immer nutzbar bleibt, bekommt man geschenkt. Die silbernen Schlüssel gehen allerdings nach dem Öffnen einer Portschatulle kaputt. Wer keine silbernen Schlüssel mehr hat, muss also auf den einen goldenen Schlüssel zurückgreifen.

Harry Potter: Wizards Unite – Das Rollenspiel-System überzeugt

Wer in der Welt von Harry Potter: Wizards Unite schon immer einmal Auror, Magiezoologe oder Professor werden wollte, kann das in Wizards Unite nun ausleben. Alle drei Berufe sind lernbar und verbessern eure Fähigkeiten als Zauberer auf eine spezielle Art und Weise. In Harry Potter Go gibt es nämlich Unterschiede Gegnertypen: Von merkwürdigen Gegenständen, bis hin zu Kreaturen und schwarzen Manieren. Jede der Professionen hat daher seine Vor- und Nachteile im Kampf.

Der Auror in Harry Potter: Wizards Unite ist stark gegen schwarze Magier, macht mehr Schaden und kassiert weniger. Dafür bekommt der Auror aber Extraschaden durch magische Wesen wie Gnome oder Hippogreifen. Solltet ihr zusammen auf Jagd gehen, ist eine gesunde Mischung aus Spezialisierungen fast schon Pflicht. Vor allem wenn ihr die Festungen besucht, ist eine gute Absprache sinnvoll.

Jede der drei Klassen hat übrigens einen unterschiedlichen Pool an Zaubern, der euch je nach Wahl zur Verfügung steht. Das gilt übrigens auch für passive Fähigkeiten, die euch im Kampf unterstützen. All diese Fähigkeiten lassen sich durch das erledigen der Aufgaben im Spiel freischalten und aufleveln. Für erledigte Aufgaben gibt es nämlich Bücher und Pergamentrollen, die in Fähigkeiten-Punkte investiert werden können.

Festungen: Durchlauft Dungeons für wertvolle Items

Richtig interessant wird es aber dann in den Festungen, wo es eben auf eine gute Mischung der Berufe ankommt. Hier stösst ihr nämlich auf unterschiedliche Gegner in hoher Anzahl und ihr solltet euch absprechen, wer welche Kontrahenten angreift, um den höchstmöglichen Schaden zu verursachen. Ein Auror geht also die dunklen Magier an, während sich der Magizoologe um die Kreaturen kümmert. Ein Professor kann im Kampf Unterstützungen für sein Team anbieten und ist stark gegen Kuriositäten wie sich selbstbewegende, verzauberte Gegenstände.

Höhere Stufen sind also nur mit entsprechenden Teams machbar, da es hier wichtig ist, welche Zauber zur Schwächung und Verstärkung gewählt werden. Das Kampfsystem gestaltet sich daher deutlich komplexer, als es den anfänglichen Anschein hat. Es macht jedenfalls eine Menge Spass im Team unterwegs zu sein und die Aufgaben zu erfüllen.

Die Aufhänger im Spiel: Energiesystem, Gold und Zutaten

Was bei Pokémon GO übrigens die Pokébälle sind, ist in Harry Potter: Wizards Unite das Energiesystem. Habt ihr keine Zauberenergie mehr, kommt ihr auch nicht weiter. Für die auf dem Display gemalten Zauber geht Energie aus eurem Pool verloren. Dieser beträgt Anfänglich um die 70 Einheiten und kann nur in Ausnahmefällen auch über das festgesetzte Limit hinausgehen.

Ihr erhaltet allerdings Energie, wenn ihr die Gasthäuser betritt, die eigentlich in Pokémon GO die PokéStops sind. Wer also viel läuft und Gasthäuser besucht, dem geht auch so schnell nicht die Energie aus. Achtet nur darauf, dass ihr bei grossen Festungsläufen genug Energie für die Kämpfe besitzt.

Gold und Zutaten locken mit In-App-Käufen zur Kasse

Spätestens dann, wenn ihr öfters mal auf einen Heiltrank angewiesen seid und diese permanent brauen müsst, wird es knifflig. Denn ihr könnt mit der Premium-Währung „Gold“ Zutaten aufstocken und wer nicht all zu viel spielt, dem werden sehr schnell die Zutaten für Tränke ausgehen. Natürlich bietet euch Harry Potter: Wizards Unite an, die noch benötigten Zaubertrankzutaten für Gold nachzukaufen. Habt ihr kein Gold mehr, dann könnt ihr dieses für echtes Geld im Shop in unterschiedlichen Paketen nachkaufen. Diese reichen von 1.- CHF bis über 100 CHF.

Zudem ist der Platz eures Inventars anfänglich sehr begrenzt. Es bietet nur wenig Platz für Tränke, Zutaten und andere Items. Den Platz kann man natürlich erweitern und ihr werdet es auch mittlerweile ahnen für was: Für Gold natürlich!

Auch wenn man es anfänglich nicht merkt, Harry Potter: Wizards Unite bittet seine Spieler nur sanft aber dafür deutlich eher zur Kasse. Vor allem bei den Tränken ist man schnell am Limit angekommen. Wer dieses erreicht, kann sich nicht weiter ausstatten oder mehr sammeln, um besser vorbereitet zu sein. Schade.

Harry Potter: Wizards Unite im Test – Fazit: Bester Fan-Service mit kleinen Abstrichen

Ich mache es hier einmal deutlich: Ich bin riesiger Harry Potter Fan, ich bin seit Urzeiten auf Pottermore.com registriert, bin ein eingefleischter Ravenclaw und es ist irgendwie so, als hätte ich ein halbes Leben auf dieses Spiel gewartet. Alles an dem Game von Warner Bros. fühlt sich nach Harry Potter an! Der Original-Soundtrack, die Stimmen von Harry und Hermine (sogar deutschsprachige Vertonung!) und die abnorm gute Optik sind einfach überragend. Wir reden hier von einem echten Fan-Service-Spiel auf allerhöchstem Niveau.

Ebenfalls gefällt mir auch das Register, wo man sich alle Kreaturen und magischen Gegenstände anschauen und Informationen dazu nachlesen kann. Harry Potter: Wizards Unite fühlt sich so wie ein kleines tragbares und spielbares Lexikon für Potter-Fans an. Die Liebe zum Details ist herausragend, auch was die Charaktere betrifft.

Harry Potter: Wizards Unite
Harry Potter: Wizards Unite
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+

Harry Potter: Wizards Unite
Harry Potter: Wizards Unite
Entwickler: Niantic, Inc.
Preis: Kostenlos+

Die Story fesselt jetzt erst einmal nicht wirklich. Das Chaos, dass auf den Strassen herrschen soll und deren akute Gefahr, strahlt die Geschichte nun nicht aus. Aber das kann sich ja im Laufe der Monate noch ändern. Harry Potter: Wizards Unite soll immer wieder mit Events und neun Story-Kniffen erweitern werden und so die Geschichte über viele Jahre hinweg entwickeln. Wir reden hier wohl über ein Projekt das gut und gerne ein Jahrzehnt andauern soll.

Schwach hingegen ist der Ansatz mit den In-App-Käufen. Hier hätte ich mir mehr Freiraum gewünscht, bevor man auf diverse Limits trifft. Denn auch nur Gelegenheitsspieler werden ab Stufe 10 oder höher an ihre Grenzen beim Brauen von Tränken oder dem Item-System kommen. Aber wahrscheinlich hoffen Warner Bros. Games und Niantic auf die Liebe der Fans zum Franchise. Es wird jedenfalls einige Menschen geben, die wohl nicht wenig Geld in Harry Potter: Wizards Unite investieren werden.

Marcel Laser Als großer Technik-Fan begeistern mich Smartphones und Gadgets bereits seit vielen Jahren. Nebenbei spiele ich viel auf nahezu allen Konsolen, am PC und auf dem Smartphone. Abseits der Technik beschäftige ich mich mit Japan, Animes/Mangas und bin leidenschaftlicher Motorradfahrer.

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