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The Witness (PS4)

The Witness (PS4)

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Im Vergleich zu Schauspielern, Musikern oder ggf. auch Malern kennt man wenige Videospiel-Designer direkt beim Namen. Auf den ersten Anhieb würde mir hier Will Wright einfallen, der durch Reihen wie «Sim City» und «Die Sims» zu Weltruhm gelangte. Ähnlich ist es aber auch beim Entwickler des hier getesteten Spiels – Jonathan Blow. Das Ausnahmetalent wurde durch den, in jeder Hinsicht aussergewöhnlichen, Titel «Braid» bekannt. Nach einigen Jahren Entwicklungszeit steht endlich sein zweiter Titel in den Startlöchern.

The Witness

Das Adventure-/Rätselspiel «The Witness» wurde bereits 2009 angekündigt. Jonathan Blow investierte auch hier wieder eine nicht unbeträchtliche Summe seines Privatvermögens, um das Spiel entwickeln zu können – unbestätigten Medienberichten zu Folge 2-3 Millionen Dollar. Sieben Jahre Entwicklung später fand nun endlich die Veröffentlichung statt. Vorerst wird das Spiel nur für den PC und auf der PS4 angeboten, eine entsprechende Umsetzung auf iOS soll folgen. Als Publisher springt – wie könnten wir es, angesichts des fehlenden Releases auf der Xbox One, anders erwarten – Sony ein.

The Witness (PS4)
The Witness (PS4)

Aber springen wir direkt in die Handlung – der Spieler erwacht alleine, ohne nähere Angaben, auf einer wunderschönen tropischen Insel. Dort finden wir unsere erste Tafel – das erste Rätsel. Anfangs- und Endpunkte müssen mit Linien verbunden werden, Überschneidungen der Linien darf es aber keine geben. Und damit wäre das Spiel und eigentlich auch die Handlung beinahe fertig erklärt.

Beinahe? Ab und zu erhalten wir zwischen den Rätseln Audio- und Videoaufzeichnungen, die zur Handlung allerdings wenig beitragen. Hier erwarten uns eher verschiedene Gedanken zu unterschiedlichen, teilweise aktuellen, Themen. Letztlich soll sich der Spieler auf der Suche nach der Erkenntnis befinden – oder dem, was sich Jonathan Blow darunter vorstellt. Nach langem Test kann ich sagen – ich habe sie gefunden. Also nicht die Erkenntnis für mich selbst, aber zumindest den Teil, den der Autor vorgesehen hat. Ob dieser Fund als befriedigend angesehen wird, wird von Spieler zu Spieler stark unterschiedlich sein – mich konnte das Ende an sich nur insofern erfreuen, als dass ich mich über meine eigene Leistung freuen konnte. Das Ende der Story war mir eher gleichgültig. Der grösste Erfolg lag für mich in der Lösung «des einen Rätsels», das Jonathan Blow bereits im Vorfeld mehrfach erwähnt hatte – ein Rätsel, das angeblich weniger als 1% der Spieler lösen können sollte. Die Epiphanie habe ich dadurch allerdings auch nicht gefunden.

Was nun nach einem langweiligen Spiel klingt ist es aber nicht – ganz im Gegenteil – es ist die Faszination von «The Witness». Das Spiel kommt völlig ohne Tutorial aus, der Spieler beginnt mit einfachen Rätseln, deren Mechaniken aber immer komplexer werden. Das Spiel entwickelt so seine eigene Sprache und Logik, eine völlig eigene, verworrene Denke und Logik, die es schafft, den Spieler in den Bann zu ziehen. Da das Rätseln im Vordergrund steht, ist eine wirkliche Handlung auch nicht von Nöten, zumindest gewöhnt man sich nach einigen Spielstunden daran, das «Warum?» einfach nicht mehr zu hinterfragen.

Die Grafik ist ein wahrerer Augenschmaus und trägt massiv zur Stimmung bei. Eigentlich wäre ich vor dem ersten Einstieg in «The Witness» der Meinung gewesen, dass Grafik für derartige Spiele eigentlich kein wichtiges Kriterium wäre, letztlich habe ich mich aber geirrt. Die hübsch gestalteten Gebiete, die wir nach und nach weiter freischalten, sind einfach schön anzusehen, zwischen den Rätseln kann sich der Spieler gut beim Betrachten der Landschaft selbst verlieren. Auch der Umfang des Spiels kann als gewaltig bezeichnet werden. Insgesamt gibt es über 600 Rätsel, so stehen laut Blow rund 100 Stunden Rätselspass an – wenn der Spieler auch tatsächlich alles erledigen möchte. Aus persönlicher Sicht kann ich sagen, dass mir der Grunddurchgang anfangs reichte, dennoch die Motivation aber sehr gross ist – über kurz oder lange werde ich sicher wieder zu «The Witness» zurückfinden und nach und nach auch die restlichen Rätsel noch lösen.

Das lange Warten hat sich ausgezahlt: «The Witness» ist definitiv die lang erhoffte Rätselsensation. In Sachen Story hätte ich mir zwar mehr gewünscht, in allen anderen Punkten konnte mich das Spiel allerdings sehr überzeugen. Ein kleiner Tipp: Der Titel eignet sich auch perfekt zum Spielen zu zweit – und zwei oder mehr Augenpaare lösen die Rätsel auch gleich viel schneller.

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Jan Gruber Sportlicher, dauer-switchender Gamer aus Wien mit schwerem Hang zu Gadgets und Apps.

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